10 Jahre FrauenOrte: Ministerin Nonnemacher besucht Festveranstaltung auf Schloss Reckahn

Sie waren Politikerinnen, Reformerinnen, Künstlerinnen oder Unternehmerinnen: Auf mittlerweile 45 Tafeln an ebenso vielen Orten wird im Land Brandenburg an das Leben und die Schicksale bekannter und weniger bekannter Frauen erinnert, deren Wirken mit der Mark verbunden ist. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Projektes „Frauenorte im Land Brandenburg“ hat Frauenministerin Ursula Nonnemacher am heutigen Samstag (11. September) die Festveranstaltung auf Schloss Reckahn (Potsdam-Mittelmark) besucht und an der Vernissage der Wanderausstellung „FrauenOrte im Land Brandenburg. Eine Spurensuche“ teilgenommen. In einem Grußwort würdigte sie die Arbeit der Initiatorinnen und die Bedeutung des Projektes für die Brandenburger Geschichtspflege.

Die Tafeln erinnern an bekannte Frauen wie Brandenburgs frühere Sozialministerin Regine Hildebrandt (1941-2001) oder die Schriftstellerin Eva Strittmatter (1930-2011) ebenso wie an weniger im öffentlichen Fokus stehende, darunter die Glashüttenbesitzerin Anna Louise Pirl (1733-1810) und die Hebamme Justine Siegemundin (1636-1704), die bei fast 6.000 schwierigen Geburten half und das erste Lehrbuch für Hebammen verfasste. Ihr Leben und ihre Leistungen stehen auch im Mitttelpunkt der neuen Wanderausstellung „FrauenOrte im Land Brandenburg. Eine Spurensuche“, die heute im Rahmen der Festveranstaltung eröffnet wurde und künftig an verschiedenen Orten in Brandenburg gezeigt werden soll.

Ministerin Nonnemacher: „Die Frauen, die mit den 45 Tafeln sichtbar gemacht wurden, haben häufig Heldinnenmut bewiesen – gegen die Umstände ihrer Zeit und speziell für die Belange von Frauen oder sogar die ganze Gesellschaft.  Sie begehrten auf, schufen Neues, schrieben, malten, gründeten, lehrten. Diese ,Macherinnen‘ sind uns, sind mir ein Vorbild. Im Kleinen wie im Großen.“

Das Projekt FrauenOrte im Land Brandenburg wurde 2010 durch den Frauenpolitischen Rat Land Brandenburg e.V. ins Leben gerufen. Ziel ist es, an ihren Wirkungsstätten in Brandenburg an bekannte und unbekannte Frauen, ihr Leben, ihre Leistungen und Errungenschaften zu erinnern. Das Projekt will außerdem dazu beitragen, überkommene Rollenbilder von Frauen aufzubrechen und so das Bewusstsein für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu schärfen. Nachdem die Feier zum eigentlichen 10-jährigen Jubiläum des Projekts im vergangenen Jahr coronabedingt ausfallen musste, wurde sie nun auf dem Gelände von Schloss Reckahn nachgeholt. Die Durchführung der Veranstaltung wurde vom Gesundheitsministerium mit Lottomitteln in Höhe von 9.700 Euro gefördert.

Friederike Arndt, Koordinatorin des Projekts FrauenOrte im Land Brandenburg: „Wir beobachten mit Stolz ein steigendes Interesse an dem Projekt und freuen uns besonders, wenn gerade junge Frauen für Gleichstellungsthemen sensibilisiert werden können. Das Projekt ist – wie der Titel der Wanderausstellung schon verrät – nur ein erster Schritt in Richtung weiblicher Geschichtsschreibung und wird wohl nie ganz abgeschlossen sein. Wir erhoffen uns aber, noch so viele Biografien wie möglich aufnehmen und würdigen zu dürfen.“

Ministerin Nonnemacher: „Noch immer sind Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen unterrepräsentiert, Gleichstellung ist noch längst nicht erreicht. Darum danke ich den Initiatorinnen des Projekts „FrauenOrte“ ganz ausdrücklich für ihr Engagement und ihre Kreativität. Mit dem Projekt haben sie es geschafft, wertvolles Wissen über den wichtigen Anteil von Frauen an der Geschichte Brandenburgs aufzubereiten und anschaulich zu vermitteln. Ich wünsche mir sehr, dass in den nächsten Jahren noch viele weitere FrauenOrte in Brandenburg hinzukommen.“

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