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12. Brandenburger Integrationspreis an Initiativen aus Cottbus, Werder (Havel) und Potsdam verliehen

Ministerin Nonnemacher würdigt ehrenamtliches Engagement

Integrationsministerin Ursula Nonnemacher und Landesintegrationsbeauftragte Dr. Doris Lemmermeier haben am heutigen Donnerstag (13.02.) in Cottbus den 12. Brandenburger Integrationspreis verliehen. Für hervorragende Leistungen bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund zeichneten sie den Verein „Geflüchteten Netzwerk Cottbus“, das „Netzwerk Neue Nachbarn Werder“ und den Potsdamer Verein „MaMis en Movimiento“ aus. Der Preis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert.

Integrationsministerin Nonnemacher würdigte besonders das ehrenamtliche Engagement: „Integration findet überall in Brandenburg statt, auch weil sich nach wie vor so viele Menschen und Initiativen dafür einsetzen, dass Menschen mit Migrationshintergrund hier bei uns gut ankommen und teilhaben können. Ihnen allen gebührt unser besonderer Dank. Integration kann nur gelingen, wenn sich Menschen begegnen und kennenlernen, sie gemeinsam Sprachbarrieren überwinden und sich mit ihren Interessen und Fähigkeiten gegenseitig unterstützen.

Integration ist ein sehr langer Prozess, mitunter mühsam und scheinbar langwierig. Der Einsatz lohnt sich aber für uns alle, die ganze Gesellschaft profitiert davon. Brandenburg braucht angesichts des Fachkräftebedarfs Zuwanderung. Entscheidend für eine erfolgreiche Integration sind Sprachkurse für alle, schneller Zugang zum Arbeitsmarkt und die Möglichkeit, aktiv am politischen, kulturellen und sozialen Leben teilnehmen zu können. Mit der Finanzierung von Migrationssozialarbeit und der kommunalen Integrationspauschale von 300 Euro pro Jahr pro Geflüchteten unterstützt das Land unbürokratisch Integrationsarbeit vor Ort.“

Landesintegrationsbeauftragte Lemmermeier sagte: „Die Auswahl fiel der Jury in diesem Jahr besonders schwer. Fast alle eingereichten Bewerbungen waren preiswürdig. Das zeigt die große Qualität der Integrationsarbeit, die überall im Land stattfindet. Ich gratuliere den heute Ausgezeichneten sehr herzlich. Sie haben den Landesintegrationspreis mehr als verdient.“

Der Brandenburger Integrationspreis wird seit 2008 vergeben. Eine Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Landkreistages, des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, des Ministeriums des Innern und für Kommunales, des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Integrationsbeauftragten im Land Brandenburg, des Vereins Viet Hong e.V. sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg, hat die Preisträger aus 23 Bewerbungen ermittelt.

Die Preisträger im Einzelnen

Geflüchteten Netzwerk Cottbus:

Das Geflüchteten Netzwerk Cottbus ist ein Zusammenschluss von Geflüchteten für Geflüchtete, das sich im April 2017 gegründet hat. In dieser Art ist es einmalig in Brandenburg. Seit 2018 ist das Netzwerk als Verein eingetragen. Das Netzwerk ist kulturenübergreifend tätig.

  • Das Netzwerk kümmert sich um Belange geflüchteter Menschen in Cottbus und unterstützt diese im Alltag, z.B. bei der Wohnungssuche, bei der Anmeldung an Schulen, bei Arzt- oder Krankenhausterminen.
  • Es wurde ein Dolmetscher-Pool aufgebaut. Auch die Stadtverwaltung wird immer wieder beim Dolmetschen unterstützt (z.B. Dolmetschen bei Jobmesse).
  • Es gibt ein Meldesystem für rassistische Vorfälle (per WhatsApp-Gruppe).
  • Regelmäßige Arabischkurse für Anfänger werden angeboten sowie muttersprachlicher Unterricht.
  • Workshops wurden bislang durchgeführt zu Themen wie Ehrenamtliches Engagement, (Aus-)Bildungssystem, Verbraucherschutz, Empowerment durch Selbstorganisation.
  • Seit 2017 viele Projekte und Veränderungen angeschoben: mehrsprachigen Unterricht an Schulen, Äquivalent zum Refugee Teacher Programm in Cottbus, Vorträge.
  • Ein Mitglied des Netzwerkes ist im Migrations- und Integrationsbeirat der Stadt Cottbus vertreten.

Netzwerk Neue Nachbarn Werder:

Das Netzwerk Neue Nachbarn Werder ist eine Willkommensinitiative, die sich für die Unterstützung von Geflüchteten gebildet hat. Es ist eine verstetigte Struktur von Helferinnen und Helfern der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit der „ersten Stunde“ (2015).

  • Das Netzwerk ist aktiv, um Ankommen und Alltag von geflüchteten Menschen in Werder (Havel) zu erleichtern und zu gestalten.
  • Die Geflüchteten werden unterstützt in ihrem Alltag – beim Erlernen der deutschen Sprache, bei Behördengängen, bei Arztbesuchen, bei der Kitasuche.
  • Monatlich findet ein Begegnungscafé statt.
  • Pro Jahr werden ca. 20 Veranstaltungen organisiert, von Zoobesuchen mit Kindern, Bastelnachmittagen im Wohnheim bis zu Nachbarschaftsfesten. Ein Höhepunkt war die Teilnahme des Netzwerkes mit einer Gruppe am Festumzug des Baumblütenfestes.
  • Die Ehrenamtlichen leisten auch Unterstützung für Jugendliche bei Bewerbungen für Studium oder Ausbildung.

MaMis en Movimiento, Potsdam:

„Mutterschaft und Migration“, dies sind die Themen, mit denen der „MaMis en Movimiento e.V.“ begonnen hat, seine Arbeit zu entwickeln. Frauen aus spanischsprachigen Ländern engagieren sich für die Unterstützung von multilingualen Familien und Kindern im Integrationsprozess. Alle Aktivitäten sind ehrenamtlich organisiert. Der Verein ist in 11 Bezirken von Berlin und in Potsdam präsent. Er fördert die Zweisprachigkeit im familiären und institutionellem Bereich, wie auch die soziale und berufliche Integration spanischsprachiger Menschen in Deutschland.

  • Hauptziel ist die Unterstützung von Familien beim Integrationsprozess in Potsdam, Förderung von Mehrsprachigkeit, Interkulturalität und Partizipation.
  • Es wurde ein eigenes Integrationskonzept erstellt für die schnell wachsende spanischsprachige Community in Potsdam.
  • Seit 2015 gibt es einen regelmäßigen Frauentreff, ein Musikangebot für Kinder, seit 2017 eine monatliche Märchenstunde und seit 2018 eine Krabbelgruppe, einen Sportkurs und schulbegleitenden muttersprachlichen Unterricht für Schülerinnen und Schüler.
  • MaMis arbeitet mit vielen Kooperationspartnern zusammen wie der RAA Brandenburg, dem Autonomen Frauenzentrum, dem Migrantenbeirat der Stadt Potsdam.
  • In den verschiedenen Programmen nehmen in Potsdam derzeit 70 Familien (rund 250 Menschen) mit und ohne Migrationshintergrund teil.
  • Gearbeitet wird mit einem interkulturellen und interdisziplinären Ansatz, von der Community für die Community. Wert gelegt wird auf eine kreative, innovative und nachhaltige Arbeit, viele Ideen wurden direkt umgesetzt und verstetigt.

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