17. Integrationspreisverleihung in der Landeshauptstadt Potsdam

Die Landeshauptstadt Potsdam hat am 26. September im Potsdam Museum am Alten Markt gemeinsam mit der ProPotsdam GmbH zum 17. Mal den Integrationspreis verliehen. Den Integrationspreis in der Kategorie „Projektidee“ gewann die Frauen-Fahrrad-Fahrschule des Vereins Hand in Hand Potsdam e. V. In der Kategorie „Vereinsarbeit“ gewann das Projekt Start with a Friend e. V., in der Kategorie „Einzelleistung“ Jala El Jazairi und in der Kategorie „Fragt die Jugend“ das Projekt Vitamin P – Chancenpatenschaften. Oberbürgermeister Mike Schubert, der Vorsitzende des Stadtverordnetenversammlung Pete Heuer und die Vorsitzende des Migrantenbeirates Fereshta Hussain überreichten die Preise am Nachmittag im Saal des Potsdam Museums am Alten Markt an die Gewinnerinnen und Gewinner. „Die eingereichten Bewerbungen für den Integrationspreis zeigen viele Beispiele des guten Miteinanders in unserer Stadt und rufen zum Nachahmen auf“, sagt Oberbürgermeister Mike Schubert.

In insgesamt vier Kategorien – Projektidee, Einzelleistung, Vereinsarbeit sowie Jahresmotto „Fragt die Jugend“ – wurde der Integrationspreis der Landeshauptstadt Potsdam 2021 ausgelobt. Die von der Künstlerin Susanne Specht 2020 gestalteten und das erste Mal verliehenen Wanderpokale des Integrationspreises wanderten nun an die Preisträger*innen des Jahres 2021 weiter. Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH, übergab die Sonderpreise Nachbarschaft von ProPotsdam an die Siegerinnen und Sieger. Moderiert wurde die Preisverleihungs-Zeremonie von Tim Jäger.

Entsprechend dem Jahresmotto „Fragt die Jugend“ gestaltete die beliebte Moderatorin und Journalistin, Shary Reeves, eine Interaktion mit den anwesenden Kindern und Jugendlichen. Die festliche musikalische und künstlerische Begleitung sicherten die Gruppe Heimatsounds aus dem Waschhaus und die jungen Tänzerinnen und Tänzer des Tanzvereins RoKKaZ.

Bis zum 21. August 2021 konnten sich Träger, Organisationen und Verbände, private Initiativen, Vereine, Einzelpersonen und Bürgerinitiativen, Schulen und Kindergärten und andere um den Integrationspreis bewerben.

Preisträger*innen des Integrationspreises der Landeshauptstadt Potsdam 2020 sind:

In der Kategorie Projektidee:

Frauen-Fahrrad-Fahrschule des Vereins Hand in Hand Potsdam e. V.

Innere und äußere Mobilität erwerben Frauen in der 2017 gegründeten Frauenfahrradfahrschule des Vereins Hand in Hand Potsdam. Die Frauen können sich mit dem Fahrrad unabhängig von Auto und ÖPNV im Stadtraum bewegen und leichter kleine Einkäufe und Ausflüge machen. Aber sie üben sich auch im autonomen Handeln, denn auf dem Fahrrad ist man alleine. Insbesondere die Hauptklientel des Vereins, Migrantinnen aus Syrien und Afghanistan, erfahren mit dem Fahrrad nicht nur deutsche Alltagskultur sondern bewegen sich auch auf dem Pfad der Gleichberechtigung.

In der Kategorie Einzelleistung:

Jala El Jazairi – engagierte syrische Potsdamerin

Jala El Jazairi kam 2014 nach Deutschland. Ohne Sprache. Ohne Kraft. Ohne Familie. Ohne versprochene Perspektive. Sie musste von vorne anfangen. Das hat sie nicht entmutigt. Sie suchte Hilfe und wurde selbst zu einer starken helfenden Hand. Durch ihr selbstloses und weltoffenes Handeln ist Jala für viele Menschen stets ein starker Anker in schweren Zeiten. Potsdam hat viel gewonnen, seit sie eine Potsdamerin geworden ist. In nur sechs Jahren ist sie zu einer Schlüsselperson im Integrationsbereich und einer objektiven Beraterin für viele Menschen und Institutionen geworden.

In der Kategorie Vereinsarbeit:

Start with a Friend e. V. / Standort Potsdam

Der Verein „Start with a Friend“ schafft persönliche Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte. Mit dem Projekt „Start with a Friend Verein(t)“ leistet der Verein einen weiteren Beitrag zu einer inklusiven Einwanderungsgesellschaft. Unter dem Slogan „Gemeinsam Wir“ vermittelt der Verein eingewanderte Menschen aus Integrationskursen in Vereine und andere soziale Gemeinschaften. Von den Tandems profitieren beide Seiten: Die Einwander*innen haben Zugang zu Freizeitangeboten und Netzwerken und erweitern ihre Deutschkenntnisse. Die Vereine profitieren von neuen Mitgliedern und einem vielfältigen Austausch.

In der Kategorie „Fragt die Jugend“ / Jahresmotto 2021

Projekt „Vitamin P – Chancenpatenschaften“ in Trägerschaft der Vereine Panafrikanische Frauenorganisation PAWLO / Kulturverein Palanca e.V. / Verband für Interkulturelle Wohlfahrtspflege, Empowerment & Diversity (VIW) e.V.

„Fragt die Jugend“! und diese übernehmen Verantwortung für sich selbst und für andere. Mit dem VIW-PAWLO-Palanca Projekt „Vitamin P-Chancenpatenschaften im Übergang zwischen Schule und Beruf“ wird in Potsdam mehr Chancengerechtigkeit erreicht. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen – mit und ohne Migrationsbiographie – handeln selber, mit einer Mentor*in an ihrer Seite. Dadurch können sie ihre Talente entfalten und ihre bestehenden Chancen besser nutzen. Die Projektgruppe um Adna Benkadi macht es möglich.

Die Sonderpreise der Nachbarschaft von ProPotsdam

Begegnungscafé Babelsberg in Trägerschaft des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks – EJF (gAG), KJHV „Eva Laube“

Das Projekt Begegnungscafé Babelsberg ist ein Beratungs- und Unterstützungsnetzwerk für ein weit gefächertes Integrationsangebot, das auf ehrenamtlichem Engagement gründet und sich zum Wohl von Neu- und Altpotsdamern*innen gegen Fremdenfeindlichkeit und für Verständigung einsetzt. Es bietet Raum für Bildung, Patenschaften, Deutschkurse, Beratung bei Behördenschreiben, Unterstützung bei Arbeits- und Wohnungssuche und vielen anderen Alltagsanliegen, Exkursionen sowie Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung.

Familienzentrum Bisamkiez in Trägerschaft des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks – EJF (gAG)

Der Inklusionsgedanke ist ein zentrales Element der Arbeit des EJF Familienzentrums Bisamkiez. Die niedrigschwelligen Angebote und Projekte für integrative und inklusive Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen im EJF Familienzentrum Bisamkiez werden so gestaltet, dass sie Menschen verschiedener Kulturen ansprechen. Es wird sowohl die deutsche Kultur, als auch die Toleranz gegenüber anderen Kulturen vermittelt. Die Familien des Stadtteils und der Umgebung finden im Familienzentrum Rahmen und Räumlichkeiten, in denen sie sich treffen, engagieren und ihre eigenen Ideen entwickelt können.

Die Preisträger 2021 wurden durch eine unabhängige Fachjury ermittelt. In der Jury unter Vorsitz von Birgit Müller, ehemalige Vorsitzende der SVV der Landeshauptstadt Potsdam, waren vertreten: Joanna Banaszewska-Hoellger, Sozialarbeiterin im Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes; Henning Bess, aktiver Potsdamer, der in der Nachbarschaft Integrationsprojekte initiiert; Friederike Holzki, Kreisbeauftragte für die Arbeit mit Kindern im Evangelischen Kirchenkreis Potsdam; Viktor Kalitke, Mitglied des Migrantenbeirates; Evgueni Kutikow, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde der Stadt Potsdam e. V.; Khadizhat Magomedova, Schülerin; Petimat Magomedova, Schülerin; Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer der ProPotsdam GmbH.

Der Integrationspreis wurde 2005 von den Mitgliedern des damaligen Ausländerbeirates initiiert, von den Stadtverordneten unterstützt und beschlossen und mit einem Preisgeld von insgesamt 1000 Euro ausgestattet. Das Preisgeld wurde 2017 auf 2000 Euro erhöht. Mit der Auslobung des Preises verfolgt die Stadt das Ziel, besondere Leistungen auf dem Gebiet der Integration zu würdigen. Die ProPotsdam stiftet alljährlich den mit 1000 Euro dotierten „Sonderpreis Nachbarschaft“, mit dem Projekte gewürdigt werden, die dem täglichen guten nachbarschaftlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen und Generationen dienen.

Die Bewerber/*nnen zum Integrationspreis 2021 waren:

  1. Sprachpatenschaften für ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

eingereicht von: ProCurand Seniorenresidenz Potsdam Park Sanssouci, Hegelallee 22/24, 14467 Potsdam

  1. Angebot zur sozialen Integration von Geflüchteten und Immigranten unabhängig von ihrer aktuellen Wohnsituation und Herkunft in der Landeshauptstadt Potsdam

eingereicht von: Internationales Center für Deutsche und Immigranten e. V. (ICDI e.V.)

  1. Interkulturelle und interprofessionelle Ausbildung von operations- und anästhesietechnischen Assistent:innen

eingereicht von: OTA/ATA Schule am Gesundheitscampus Potsdam, Bildungseinrichtung der Gesundheitsakademie Potsdam gGmbH in gemeinsamer Trägerschaft von Hoffbauer Stiftung, Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH, Evang. Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin

  1. Unterstützung bei Wohnungssuch/Ausländerbehörde und Jobcenter

eingereicht von: Frau Ferehsta Hussain für Herrn Marco Sawatzky, Ehrenamtlicher Betreuer

  1. Hilfe für Migranten(beirat)

eingereicht von: Herrn Asil Dhan Kanish für Herrn Ormarkil Abdul Hamid

  1. Nachgefragt! Kinder fragen – Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler antworten!

eingereicht von: proWissen Potsdam e. V.

  1. Start with a Friend e. V./ Standort Potsdam

eingereicht von: Start with a Friend e. V.

  1. Begegnungscafé Babelsberg

eingereicht von: Begegnungscafé Babelsberg EJF – Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk gemeinnützige AG – KJHV „Eva Laube“

  1. VIW-Vitamin P – PAWLO-Palanca – Chancenpatenschaften

eingereicht von: Adna Benkadi, PAWLO e. V. in Kooperation mit Palanka e. V.

  1. Kulturlotsin

eingereicht von: Oskar. DAS BEGEGNUNGSZENTRUM IN DER GARTENSTADT, Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH

  1. Jugendliche Senioren

eingereicht von: Living Quarter GmbH und Soziale Stadt ProPotsdam gGmbH

  1. Jala El Jazairi – engagierte syrische Potsdamerin

eingereicht von: Frau Hala Kindelberger

  1. Integrative und inklusive Arbeit mit Familien mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrungen im EJF Familienzentrum Bisamkiez

eingereicht von: EJF Familienzentrum Bisamkiez EJF gAG

  1. Frauen-Fahrrad-Fahrschule

eingereicht von: Hand in Hand Potsdam e. V.

Weitere Infos zum Integrationspreis sowie zu den Siegern und Platzierten der Vorjahre finden Sie auf www.potsdam.de/Integrationspreis

%d Bloggern gefällt das: