„37°“-Reportage begleitet wohnungslose Familien in Deutschland

Trotz Vollzeitjob keine Wohnung: In den Großstädten explodieren die Mieten und immer öfter können sich Geringverdienende oder Familien Wohnraum nicht mehr leisten. Autorin Katrin Wegner begleitet für die „37°“-Reportage „Zuhause gesucht – Wohnungslose Familien in Deutschland“ am Dienstag, 6. Oktober 2020, 22.15 Uhr, ZDF, drei obdachlose Familien in ihrem Alltag bei der verzweifelten Suche nach einer bezahlbaren Wohnung. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Zwei Monate Mietrückstand reichen aus, um die Wohnung zu verlieren. Im Oktober 2019 landete Petra mit ihrem achtjährigen Sohn Deniz und ihrer schwer kranken Mutter im Obdachlosenheim. „37°“ begleitet die Familie über sechs Monate im Wohnungslosenheim, in dem sie sich mit acht anderen wohnungslosen Familien Küche, Toilette und Dusche auf der Etage teilt. Privatsphäre gibt es nicht. Und was als Übergangslösung für wenige Wochen gedacht war, wird für Petra und ihre Familie zu einer Sackgasse: „Wir haben schon 34 Wohnungsabsagen bekommen. Mit einem schlechten SCHUFA-Eintrag haben wir einfach keine Chance.“ Nur ein Vermieter mit Herz könnte ihnen noch eine Zukunft geben.

„Es scheint, als wäre in Deutschland kein Platz für Familien.“ Kinder als Hindernis, eine Wohnung zu finden – das erleben Lorina und ihr Lebensgefährte mit vier Kindern. Sie finden keine neue Wohnung, nach der Kündigung wegen Eigenbedarf stehen sie vor der Obdachlosigkeit. „Schon am Telefon winken Vermieter ab, vier Kinder seien zu viel.“ Und dann flattert die Räumungsklage ins Haus. „Wir wissen einfach nicht, wohin wir sollen. Die Notunterkunft ist voll, ein Albtraum, uns läuft die Zeit davon.“

Insgesamt fehlen 1,9 Millionen bezahlbare Wohnungen in Deutschland – das bekommen auch Chris und Daniela zu spüren. Sie und ihr fünfjähriger Sohn Giulio verloren die Wohnung wegen Eigenbedarf. Beide arbeiten als Gebäudereiniger in Vollzeit, aber ihr Gehalt reicht nicht, um die Mieten zahlen zu können. Außerdem ist der Markt so eng, dass Chris und Daniela bei Besichtigungsterminen oft in langen Schlangen stehen, um eine günstig angebotene Wohnung überhaupt besichtigen zu können. Ihre Wohnungssuche haben sie jetzt aufs Land ausgeweitet, weil es hier günstiger ist.

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