„37°“-Reportage über Menschen, die mit Handicap erfolgreich im Beruf sind

Der Tastsinn der Blinden, eine Inselbegabung bei Autisten oder das feine Gespür von Gehörlosen: Menschen mit Behinderung werden trotz ihrer Talente beruflich häufig unterschätzt und haben auf dem ersten Arbeitsmarkt wenig Chancen. Die „37°“-Reportage „Begnadet anders – Mit Handicap erfolgreich im Beruf“ porträtiert am Dienstag, 19. Oktober 2021, 22.15 Uhr im ZDF, Claudia, Andreas und Camelia, die sich mit ihrer Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt behaupten. Autor Sören Senn zeigt Hürden, die sie überwinden müssen, sowie ihre Rückschläge und Erfolge. Die „37°“-Sendung steht am Sendetag ab 8.00 Uhr in der ZDFmediathek zur Verfügung.

Claudia (39) aus Falkensee in Brandenburg weiß, was es bedeutet, ein Leben lang als „leistungsschwach“ abgestempelt zu werden. Aufgrund einer Erbkrankheit erblindete sie im Laufe ihrer Jugend fast vollständig und fühlte sich zunehmend wertlos. Doch dann hörte die alleinerziehende Mutter zweier Kinder von einer besonderen Tätigkeit: Weil blinde Frauen mit ihrem ausgeprägten Tastsinn kleinste Veränderungen im Brustgewebe identifizieren können, werden sie in der Krebsvorsorge gebraucht. Dank dieser Ausbildung und ihrem ersten festen Job als Medizinisch-Taktile Untersucherin hat Claudia ein Stück Unabhängigkeit erlangt.

Andreas (27) aus Alfter bei Bonn, als Asperger-Autist übervorsichtig und auf absolute Sicherheit bedacht, blieb vom Arbeitsmarkt jahrelang ausgeschlossen, bis sich am Flughafen Köln-Bonn eine Chance für ihn ergeben hat. Jede Nacht müssen bei DHL Airways Tausende Pakete manuell auf Gefahrgut durchleuchtet werden. Für solche sicherheitsrelevanten Aufgaben haben Autisten wie Andreas einen besonderen Faible, viele können Muster präzise erkennen. Deshalb bildet DHL Airways speziell für diese Tätigkeit Menschen mit Autismus-Diagnose aus. Andreas trainierte monatelang für die notwendige Zertifizierung durch das Luftfahrtbundesamt. Doch dann scheiterte er am zweiten Prüfungsteil.

Die gehörlose Camelia (52) hat nach langen, beschwerlichen Jahren als Putzkraft endlich ihre berufliche Erfüllung gefunden. In einer kleinen Düsseldorfer Teemanufaktur arbeiten Hörende und Gehörlose zusammen. Camelia ist inzwischen zur Teamleiterin aufgestiegen. Anders als im privaten Alltag, wo Gehörlose wie Camelia regelmäßig auf unüberwindliche Kommunikationsbarrieren stoßen, hat sie am Arbeitsplatz immer wieder kleine Erfolgserlebnisse. Das motiviert sie, auch im Privaten neue Schritte zu wagen.

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