Werbeanzeigen

390.000 Patienten fordern einheitliche Preise für Arzneimittel

Seit dem gestrigen Dienstag ist es offiziell: Die Online-Petition des
Pharmaziestudenten Benedikt Bühler ist mit zwischenzeitlich rund 390.000
Unterzeichnern die bisher erfolgreichste Unterschriftensammlung, die
jemals im Bundestag eingesendet wurde. Dass es dabei ausgerechnet um
das Versandhandelsverbot von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln
(Rx-Versandhandelsverbot) geht, ist von besonderer Bedeutung. Die
Landesapothekerkammer Brandenburg sieht darin einen deutlichen Auftrag
an die Gesundheitspolitik in Deutschland.
„390.000 Unterschriften, das höchste Ergebnis, das jemals bei einer Online-Petition erreicht wurde,
zeigen ganz deutlich, dass im Hinblick auf das Versandverbot dringend Handlungsbedarf besteht“,
macht Jens Dobbert, Präsident der Landesapothekerkammer Brandenburg, deutlich. „Unsere
gewählten Vertreter müssen jetzt reagieren.“
Hintergrund der Petition von Bendikt Bühler ist das Urteil des Europäischen Gerichtshofes vom
Oktober 2016. Damals wurde die Preisbindung, die in Deutschland für verschreibungspflichtige
Medikamente gilt, für den ausländischen Versandhandel aufgehoben. Damit werden die gleichen
Arzneimittel zu unterschiedlichen Preisen abgegeben.
„Medikamente dürfen jedoch nicht nach dem Marktprinzip Angebot-Nachfrage, sondern müssen
unabhängig davon als „besondere Waren“ gehandelt werden. Wir fordern daher die Wiederherstellung
der Gleichpreisigkeit für Medikamente. Es geht dabei vor allem um den Verbraucher: Ist jemand
krank, soll er in jeder Apotheke das gleiche Medikament für den gleichen Preis bekommen. Niemand
sollte sich in diesem Zustand Gedanken darüber machen müssen, wo er sein Medikament eventuell
günstiger bekommen kann“, so Jens Dobbert.
Die bisher ausgezählten Unterschriften der Patientinnen und Patienten bestärken diese Forderung.
Ein Rx-Versandhandelsverbot ist das wirksame Mittel, die Gleichpreisigkeit wieder herzustellen. „21
von 28 EU-Mitgliedsstaaten haben ein solches Rx-Versandhandelsverbot; bis 2003 galt das auch in
Deutschland.“ fasst der Kammerpräsident zusammen.
Nach der symbolischen Übergabe der rund 390.000 Unterschriften an das Bundesgesundheitsministerium wird nun der Petitionsausschuss über das Anliegen zum Rx-Versandhandelsverbot
beraten.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: