7 Tage-Inzidenz in Frankfurt (Oder) bei 121,21

Lage sehr ernst – aber kein Automatismus bei der „Notbremse“

Mit Datum von heute, Donnerstag, 25. März 2021 belegt die 7 Tage-Inzidenz von 121,21 in der Stadt Frankfurt (Oder) eine deutlich gewachsene Dynamik des COVID-19 Infektionsgeschehens. Die Mutation B117 des Virus entwickelt sich auch hier zur dominierenden Infektionsursache, was deutlich beschleunigtes Infektionstempo mit sich bringt. Entsprechend der aktuellen Verordnungslage im Land Brandenburg beginnt nun ein Zeitraum von drei aufeinanderfolgenden Tagen, während denen zu beobachten ist, ob die Inzidenz wieder unter 100 fällt. Andernfalls sind alle zuletzt ermöglichten Lockerungen für eine Zeit von mindestens 14 Tagen zurückzunehmen.

Das betrifft unter anderem die Möglichkeit von Termin-Shopping-Angeboten im Einzelhandel, den kontaktfreien Sport für bis zu zehn Personen unter freiem Himmel und die begrenzte Öffnung von Museen und Bibliotheken.

Durch die enorm hohe Anzahl neu gemeldeter laborbestätigter Infektionen in den vergangenen zwei Tagen ist ein Absinken der 7-Tage-Inzidenz unter die Marke von 100 binnen drei Tagen ab heute jedoch nahezu ausgeschlossen. Allerdings hat Oberbürgermeister René Wilke seine Ankündigung von Anfang März umgesetzt, das Infektionsgeschehen lokal und spezifisch präzise zu beobachten und mit der Expertise der Verantwortlichen des städtischen Gesundheitsamts gemeinsam eine möglichst realitätsnahe Bewertung vorzunehmen.

Aktuell kam es – neben diffundierenden Infektionen – unter anderem zu Ausbrüchen innerhalb klar abgrenzbarer Einrichtungen der Eingliederungshilfe. Diese werden durch Quarantänemaßnahmen so abgeschirmt, dass – bei Einhaltung aller Vorgaben – eine von dort ausgehende weitere Infektionsgefahr unwahrscheinlich ist. Diese spezielle Lage und die eingeleiteten Maßnahmen, ermöglichen eine eigene, angepasste Bewertung der aktuellen 7-Tage-Inzidenz. Denn aktuell ist es so, dass die Stadt Frankfurt (Oder) ohne Berücksichtigung dieser „Cluster“ die Marke der 100er Inzidenz noch nicht überschritten hat. Nur vor diesem Hintergrund kommt die „Notbremse“ für Frankfurt (Oder) aktuell noch nicht zur Anwendung. Denn ein derart massiver Eingriff in das öffentliche Leben und unternehmerische Wirken muss aus Sicht des Oberbürgermeisters gut begründet, fundiert abgewogen und nachvollziehbar sein.

Oberbürgermeister René Wilke: „Allerdings beobachten wir sehr genau und mit zunehmender Besorgnis, ob und wie die Verbreitung des Virus über die gesamte Stadt hinweg innerhalb von Familien und Unternehmen zunimmt. Die Lage ist erneut sehr ernst und ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt weiterhin um große Umsicht und Vorsicht. Nur durch gemeinsames, besonnenes Handeln kommen wir durch die nächsten Wochen. Sollte dieses diffundierende Geschehen für sich genommen die 7-Tage-Inzidenz von 100 übersteigen, ist die Notbremse auch für Frankfurt (Oder) die unausweichliche und notwendige Folge. Wir haben hier verantwortungsvoll abzuwägen zwischen dem nachvollziehbaren und nur zu verständlichen Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger, ein gesellschaftliches Leben, Verdienstmöglichkeiten und klare Zukunftsperspektiven zu sichern und dem unantastbaren Schutz von Leib und Leben.“

Während der kommenden Stunden wird die Weiterentwicklung der Situation durch die Stadtverwaltung permanent beobachtet und bewertet. Sollte die „Notbremse“ in Kraft treten müssen, erfolgt eine Information darüber vorab so früh wie möglich.

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