Abfalltrennung in Corona-Zeiten: Wie Bürger die Stadtentsorgung (STEP) beim sicheren Recycling unterstützen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtentsorgung Potsdam (STEP) haben auch in der schwierigsten Phase der Corona-Pandemie zuverlässig ihren Job erfüllt, und tun das auch weiterhin. „Wir fühlen uns dabei nicht als Helden, wünschen uns aber ebenso wie viele andere Bereiche der sogenannten kritischen Infrastruktur Verständnis für unsere Arbeit“, unterstreicht STEP-Geschäftsführer Dr. Burkhardt Greiff. „Vor allem durch eine richtige Trennung des Abfalls können uns alle Bürger bei der Erfüllung unseres Entsorgungsauftrages unterstützen.“ Bei einem Pressetermin am 17. Juni 2020 stellte die STEP ihre notwendigen Maßnahmen zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen vor.

Diese haben es in sich: Durch Homeoffice und Kurzarbeit sind die Abfallmengen der Haushalte deutlich gestiegen. Familien kochen zu Hause, bestellen deutlich mehr Pizza oder Burger als üblich und holen sich Speisen „to go“ im Restaurant nebenan. Da der Einzelhandel zu großen Teilen schließen musste, wurden Bekleidung, Schuhe und viele weitere Artikel im Internet bestellt. Verpackungen und Abfälle, die sonst in den Sammelbehältern von Firmen oder Händlern, in Kitas oder Schulen erfasst werden, landen jetzt vermehrt in den blauen, gelben, braunen oder schwarzen Tonnen der Haushalte oder werden zu den Glascontainern gebracht.

Entsorgungsmengen
Im Vergleichszeitraum Januar bis April 2019 zu 2020 ergab sich eine starke Steigerung bei den Entsorgungsmengen. Die Sammlungen erhöhten sich beim Restabfall um ca. 295 Tonnen, beim Bioabfall um 80 Tonnen, beim Sperrmüll um 89 Tonnen, bei Leichtverpackungen (LVP) um 99 Tonnen und Pappe, Papier und Karton (PPK) auf 87 Tonnen. Die Sammlung der einzelnen Bereiche erfolgte dabei jeweils mit gleicher Personal- und Fahrzeugstärke wie im Jahr 2019.

Die richtige Trennung ist in dieser Situation das A und O, damit die STEP diese zusätzlichen Mengen sachgerecht und umweltfreundlich recyceln kann. „Man kann es nicht oft genug betonen: Papier und Verpackungsabfälle, Metall und Elektroschrott sind wertvolle Rohstoffe, die unsere Wirtschaft dringend braucht“, erläutert Florian Freitag, ebenfalls Geschäftsführer der STEP. „Unser ausgefeiltes Erfassungssystem bietet die Gewähr dafür, dass möglichst viel davon wieder in die Wirtschaftskreisläufe gelangt – und somit die Umwelt entlastet wird.“ Hier wird Nachhaltigkeit konkret.
Unter den Verbrauchern in der Stadt gibt es große „Müllmythen“. Diese sind:
Blaue Tonne
Hier gehören nicht rein: Taschentücher, Backpapier, verschmutze Pappverpackungen, Essensreste
Gelbe Tonne
Hier sind fehl am Platz: Zahnbürsten, Bratpfannen oder ausgediente Tupperware
Biotonne
Hier gehören nicht rein: biologisch abbaubare Plastiktüten, diese zersetzen sich nie zu 100% und stellen Störstoffe beim Kompostierungsprozess dar
Restabfalltonne
Hier sind fehl am Platz: Batterien,Kfz-Kleinteile, Kunststoffstühle oder Balkonkästen

Altpapier und Glas – Rohstoffe für die Industrie
Als plötzlich Toilettenpapier in den Regalen knapp wurde, erlebten viele Verbraucher einen unerwarteten Einschnitt: Nicht nur Hamsterkäufe, sondern auch unterbrochene Lieferketten waren die Ursache. Umgekehrt ist für die gesamte Papierindustrie die stabile Belieferung mit Altpapier existenziell. Ein Beispiel für gelungenes Recycling, das mit dem Wurf ausgedienter Zeitungen und Kartons seinen Anfang nimmt. Ganz ähnlich ist es beim Glas, das möglichst sortenrein als Weiß-, Grün- oder Braunglas erfasst werden soll. Verunreinigungen erschweren den Einsatz in den Papier- oder Glasfabriken, auch wenn es inzwischen vorbereitende Technologien gibt. Die STEP erfasst für die Dualen Systeme Deutschland die Wertstoffe in der Landeshauptstadt Potsdam, die Qualitätsstandards vertraglich einfordert. Altmetall wird sortiert und ersetzt wertvolle Erze. Auch die Bioabfälle werden weiter genutzt – in der Kompostieranlage der Pro Arkades Jühnsdorf im Süden Berlins entsteht daraus Gartenerde – in der sonstiger Abfall natürlich nichts zu suchen hat.

Elektroschrott und Schadstoffentsorgung
Beim Recycling von Elektroaltgeräten, Handys und Batterien können nicht nur Stahl, Aluminium, Kupfer oder Blei wiederverwendet werden, sie enthalten oft Lithium, Coltan oder Gold. Das gehört nicht in den Hausmüll oder gar in die Umwelt, sondern in die Hände der Fachleute der STEP. Sie beurteilen wie mit den erfassten Abfällen und Wertstoffen weiter verfahren wird und führen die Schadstoffe der sicheren Entsorgung zu.

Über den Umgang mit haushaltsüblichen Schadstoffen wie Spraydosen, Farbresten, Altöl, Batterien, nicht verbrauchten Medikamenten, Energiesparlampen oder Leuchtstoffröhren informiert die STEP in ihren Info-Broschüren und auf der Internetseite.
Haushaltsübliche Kleinmengen können Potsdamer Haushalte kostenfrei an den Wertstoffhöfen oder mehrmals im Jahr am Schadstoffmobil abgeben, das regelmäßig durch alle Stadtbezirke tourt. Die Termine sind digital und in der Tagesspresse zu finden.

Anders ist es bei gefährlichen Abfällen, die vor allem beim Bauen anfallen – zum Beispiel teerhaltige Dachpappe, Dämmstoffe und Asbestzement. Deren Annahme durch die STEP ist für Verbraucher kostenpflichtig.

Hygienekonzept für den Gesundheitsschutz
Für den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den STEP-Fahrzeugen,
auf den Wertstoffhöfen und der Kompostierungsanlage ebenso wie für ihre Kundinnen und
Kunden setzt die STEP ein Hygienekonzept um. „Die damit verbundenen Verhaltensregeln
bedeuten manche Umstellung“, so Dr. Greiff. „Bei der sach- und umweltgerechten
Wiederverwertung der Abfälle und der sicheren Restmüllentsorgung gibt es jedoch keine
Abstriche!“
Übrigens: Der getragene Mund-Nasenschutz gehört immer in den Restmüll.
Für weitere Fragen steht die STEP gerne unter 0331 6617166 zur Verfügung.
www.step-potsdam.de

 

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