Afrikanische Schweinepest: Keine weiteren infizierte Funde; Ausweitung der Pufferzone Richtung Spremberg geplant

Mit Stand des gestrigen Tages wurden keine weiteren Fälle von Afrikanischer Schweinepest gemeldet. Die Zahl der labordiagnostischen bestätigten Funde von infiziertem Wild stagniert bei 14 im Kerngebiet. Die Bemühungen, die Seuche weiterhin einzudämmen dauern an: Künftig soll die Pufferzone noch einmal vergrößert und in Richtung Spremberg ausgeweitet werden. Auch die Suche nach infizierten Wildschweinen geht weiter: Derzeit liegt der Schwerpunkt der Fallwildsuche auf dem  Gebiet des „Muskauer Faltenbogens“. Ab dieser Woche kommen im besonders unwegsamen Gelände noch einmal Fährtensuchhunde zum Einsatz. Am 30. November und 1. Dezember wird zudem ein Helikopter der Polizei das Gebiet der Weißen Zone überfliegen, um weitere verendete Tiere aufzuspüren.

Landrat Harald Altekrüger: „Auch wenn wir bereits seit mehreren Woche keine neuen Funde im Landkreis zu verzeichnen haben, bedeutet das keine Entwarnung. Das verdeutlichen auch die Entwicklungen in unseren Nachbar-Landkreisen. Wir bleiben weiterhin in Alarmbereitschaft. Die bewährten Maßnahmen gegen die Ausbreitung werden in hoher Intensität aufrechterhalten. An oberster Stelle bleibt das Ziel, das Auftreten neuer Fälle zu verhindern, um die landwirtschaftlichen Betriebe zu schützen.“

Hintergrund: Gemäß der Strategie des Landes Brandenburg zur Bekämpfung der ASP wurde eine sogenannte „weiße Zone“ um das erste Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen circa fünf Kilometer breiten Streifen, der das Kerngebiet wie ein Halbkreis auf dem Gebiet der Landkreise Oder-Spree, Spree-Neiße und Dahme-Spreewald umschließt. Das gesicherte Gebiet hat eine Fläche von rund 285 Quadratkilometern und wird mit zwei festen Zaun-Reihen  gesichert – einem äußeren und einem inneren. Parallel wird an der brandenburgisch-polnischen Seite entlang Oder und Neiße ebenfalls ein fester Wildschutzzaun gebaut.
Das Konzept einer „weiße Zone“ beziehungsweise „Zone Blanche“ wurde im Jahr 2018 in Belgien entwickelt. Dort hatten die Behörden feste Zäune hin zur französischen Grenze aufgestellt, um eine Ausbreitung der Seuche nach Westen zu verhindern. Frankreich etablierte zeitgleich ein eigenes Zaunsystem, so dass ein Korridor geschaffen wurde, der mit jagdlichen Maßnahmen im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung weitgehend wildschweinfrei gehalten werden konnte.

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