Afrikanische Schweinepest: Kreisverwaltung bildet Jägerinnen und Jäger zu Bergungstrupps aus

18 Jägerinnen und Jäger aus der Region erweitern kurz entschlossen ihr Einsatzfeld und bilden sich in der Bergung von Fall- und Unfallwild weiter.  Möglich machen das der Kreisjagdverband Spree-Neiße sowie die Naturschutz-, Jagd- und Fischereibehörden der Kreisverwaltung. Nach Abschluss wird die speziell ausgebildete Jägerschaft den Landkreis Spree Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa beim Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest unterstützen.

Im Seminar lernen die Teilnehmenden, wie verendete Wildschweine sachgerecht geborgen werden. Neben theoretischen Inhalten, wie das korrekte Handhaben von Bergehilfen und Desinfektionsmitteln wird es auch ganz praktisch: Am eigenen Leib können sie unter professioneller Anleitung das Ein- und Auskleiden der persönlichen Schutzausrichtung trainieren. Künftig werden die 18 Jägerinnen und Jäger dann als Bergungstrupps während Suchaktionen in den Restriktionszonen auf Abruf bereit stehen. Die Weiterbildung ist freiwillig.

Landrat Harald Altekrüger: „Das Bergen von Kadavern in einer Infektionslage erfordert besondere Kenntnisse und Fertigkeiten. Mit den Jägerinnen und Jägern erhalten wir ortskundige Unterstützung, die bereits mit den außergewöhnlichen Herausforderungen der Arbeit mit Tierkadavern vertraut ist.  So danke ich im Namen des Landkreises allen Jägerinnen und Jägern von Herzen für Ihre Bereitschaft, ein Teil ihrer Freizeit der Seuchenbekämpfung zu widmen. Ihr Einsatz ist wertvoll und bleibt nicht ungesehen.“

Hintergrund zur Afrikanischen Schweinepest: Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Viruserkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die nicht heilbar ist und nahezu in jedem Fall tödlich verläuft. Ein Impfschutz für Schweine ist nicht vorhanden. Für Menschen und andere Tierarten ist die Seuche nicht ansteckend oder gesundheitsschädigend.

Das Virus wird zum einen direkt über Tierkontakte und zum anderen indirekt über kontaminiertes Material übertragen, beispielsweise über Fleisch und Wurstwaren von infizierten Tieren. Auch unachtsam entsorgte Reste von kontaminiertem Reiseproviant können bereits ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Wichtig ist, dass Essensreste immer  in geschlossenen Müllbehältern entsorgt werden, wo sie für Wildschweine nicht zugänglich sind. Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es sich auch über Gegenstände verbreiten, zum Beispiel  über Transportfahrzeuge, Schuhwerk oder Werkzeuge. Reisende, Spaziergänger und Wanderer sowie Transporteure sollten sich besonders vorsichtig verhalten und Hygieneregeln beachten.

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