Afrikanische Schweinepest: Länderübergreifender Austausch mit Schweinehaltern

Die Leiterin des Krisenstabs zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP), Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz) und Agrarstaatssekretärin Silvia Bender (Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz) haben sich heute in einem länderübergreifenden Dialog mit den Mitgliedern aus den Interessengemeinschaften der Schweinehalter Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen zur Situation in den von der ASP betroffenen Gebieten sowie den Fachebenen ausgetauscht. Bei der digitalen Konferenz zeigten die Staatssekretärinnen Verständnis für die schwierige Lage der Branche.

Anna Heyer-Stuffer: „Ich danke den Branchenvertreterinnen und -vertretern für den offenen Austausch. Mir ist klar, dass die Sorgen in den Schweinehaltenden Betrieben groß sind. Der Preis für Schweinefleisch ist mit dem Ausbruch der Seuche und dem Exportstopp vor allem nach China eingebrochen, zudem gilt es, die Gefahr eines Übergriffs auf Hausschweinbestände zu vermeiden. All das setzt die Branche derzeit unter starken Druck. Ich warne aber auch davor, falsche Erwartungen zu erzeugen. Auch wenn unsere Maßnahmen zügig vorangehen und erste Erfolge zeigen, sage ich klar: wir stehen erst am Anfang der Seuchenbekämpfung, bei der wir nur erfolgreich sein können, wenn alle an einem Strang ziehen. Belgien hat zwei Jahre benötigt, um seuchenfrei zu sein. In Brandenburg haben wir es allerdings mit einer rund achtmal größeren Fläche zu tun.“

Silvia Bender: „Seit Beginn der Seuche stehen wir im engen Kontakt mit den schweinehaltenden Betrieben im Land, um unter anderem Lösungen für den zwischenzeitlichen Schlachtstau zu finden und bei finanziellen Einbußen zu helfen. Aktuell erarbeiten wir eine Beihilfe für zusätzliche Veterinärleistungen oder längere Transportkosten. Zudem fordern wir gemeinsam mit allen Ländern zusätzliche Förderprogramme vom Bund, damit die schwierige Zeit genutzt werden kann, um tierwohlgerechtere Ställe zu bauen. Klar ist aber auch: die vollständige Entnahme des Schwarzwildbestandes in den weißen Zonen und Kerngebieten wird dauern. Allein die Fläche der drei Kerngebiete umfasst rund 43.000 Hektar mit einer sehr hohen Wildschweinpopulation.“

Zwischen den betroffenen Ländern gibt es einen regelmäßigen Austausch auf Staatssekretärsebene um Fortschritte und Maßnahmen im Kampf gegen die ASP abzustimmen, weshalb an dem Gespräch auch die Fachebenen aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen beteiligt waren.

Die Errichtung eines festen Zaunes entlang der brandenburgisch-polnischen Grenze geht weiter gut voran. Von insgesamt rund 250 Kilometern sind etwa 150 Kilometer fertiggestellt. Im Süden des Landes, wo der Infektionsdruck aus Polen am stärksten ist, gibt es seit Mitte Dezember einen geschlossenen Zaun zwischen Frankfurt (Oder) und der sächsischen Grenze. Beim Bau müssen immer wieder Schwierigkeiten überwunden werden wie munitionsbelastete Flächen, Überschwemmungsgebiete oder Deichaufweichungen. Die erste Weiße Zone um Neuzelle ist mit einem doppelten festen Zaun umschlossen, dort hat die Entnahme der Wildschweine begonnen. Um das zweite Kerngebiet im Landkreis Märkisch-Oderland ist der äußere Ring der Weißen Zone geschlossen, im dritten und größten Kerngebiet im Landkreis Oder-Spree werden beide Ringe derzeit gebaut.

Stabiles Seuchengeschehen

 

Von landesweit geplanten rund 600 festen Zaunkilometern sind etwa 340 Kilometer fertiggestellt. Die Grenzländer, insbesondere Brandenburg, tragen damit die Hauptlast bei der Eindämmung der ASP in Deutschland und dem Ziel, die weitere Ausbreitung der Seuche nach Westen zu verhindern: „Derzeit haben wir ein stabiles Seuchengeschehen. Alle neuen Ausbrüche der vergangenen Wochen fanden innerhalb der drei Kerngebiete statt. Das gemeinsame Ziel bleibt, die Infektionsketten durch die getroffenen Maßnahmen zu unterbrechen“, so Anna Heyer-Stuffer.

Insgesamt 497 ASP-Fälle

Das Nationale Referenzlabor für Afrikanische Schweinepest – das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – hat bei weiteren Wildschweinen den amtlichen ASP-Verdacht bestätigt:

Fundort Anzahl bestätigte ASP-Fälle bei
Wildschweinen
(Stand: 19. Januar 2021)
Landkreis Spree-Neiße 31
Landkreis Oder-Spree 312
Landkreis Märkisch-Oderland 154
Land Brandenburg gesamt 497

Der erste ASP-Ausbruch beim Schwarzwild ist im Land Brandenburg am 10. September 2020 amtlich festgestellt worden.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine), die fast immer tödlich verläuft und unheilbar ist. Es gibt keine Möglichkeit, die Schweine durch eine vorbeugende Impfung zu schützen. Die Erkrankung kann direkt von Tier zu Tier oder indirekt über kontaminierte Gegenstände (Kleidung, Schuhe, Fahrzeuge) und Futter in andere Gebiete durch den Menschen übertragen werden. Für den Menschen und andere Tierarten ist die ASP nicht ansteckend oder gefährlich.

Mehr Informationen: https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/themen/verbraucherschutz/veterinaerwesen/tierseuchen/afrikanische-schweinepest/

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