Afrikanische Schweinepest: Landkreis ruft Jäger und Schweinehalter zu erhöhter Vorsicht auf

Erste ASP-Befunde in Mecklenburg-Vorpommern 150 Kilometer entfernt vom Havelland

 

In der vergangenen Woche gab es erstmals Befunde der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Frischlingen in Mecklenburg-Vorpommern, rund 200 Kilometer entfernt von der polnischen Grenze und drei Kilometer entfernt von der Ländergrenze nach Brandenburg. Der Landkreis Prignitz ist Teil der ASP-Sperrzone II und in die neu einzurichtende Kernzone involviert. Zwischen dem Ausbruchherd in der Nähe der Autobahn 24 und dem Havelland liegen ungefähr 150 Kilometer. Der ASP-Krisenstab des Landkreises Havelland ruft daher alle Jäger, Schweinehalter und Naturfreunde zu erhöhter Vorsicht auf.

 

Jagdausübungsberechtigte sind bereits seit 2020 verpflichtet, ihre Jagdreviere auf tot aufgefundenes Schwarzwild regelmäßig zu kontrollieren und bei Totfunden Tupferproben zur Untersuchung zu geben. Hierfür erhalten Jäger eine Aufwandsentschädigung von 50 Euro. Sollten Spaziergänger durch Zufall tote Stücke Schwarzwild entdecken, bittet der Landkreis um Mitteilung an das Veterinäramt oder die Bürgerservicebüros der Kreisverwaltung. Das Veterinäramt wird dann eine Probennahme veranlassen.

Auch Schweinehalter sind nunmehr zur Vorbereitung auf eine Schweinepestsituation aufgerufen. „Wenn Schweinehaltungen noch nicht beim Veterinäramt angemeldet sind, sollte das umgehend nachgeholt werden“, sagt Amtstierärztin Dörte Wernecke. Umzäunungen von Grundstücken sollten zudem wild-dicht instandgesetzt werden. „Grünfutter aus Gebieten, in denen sich Schwarzwild aufhalten kann, soll nicht mehr verfüttert werden und auf Kleidungswechsel und Schuhwechsel sowie Schuhdesinfektion beim Betreten der Ställe muss geachtet werden“, so Wernecke weiter. „Im zurückliegenden Jahr mussten in Brandenburg bereits mehrere Hausschweinebestände gekeult werden, weil der Erreger aus dem Schwarzwildbestand in die Schweinehaltungen eingeschleppt wurde.“

 

Seit September 2020 ist in Deutschland, insbesondere im Land Brandenburg, die Afrikanische Schweinepest im heimischen Schwarzwildbestand angekommen. Im Jahr 2014 wurde die Krankheit in Estland, Lettland und Litauen in die EU eingetragen. Seitdem breitet sie sich kontinuierlich nach Westen aus. Im Land Brandenburg waren bislang acht Landkreise der Oder/Neiße-Region und die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) betroffen.

Der ASP-Krisenstab des Landkreises bereitet sich seit längerem auf eine mögliche Ausbruchssituation vor. Dafür wurden Zaunmaterial beschafft sowie Teams zur Bergung und Beprobung von Schwarzwild aus der Natur ausgebildet. Außerdem wurden eine Suchhundestaffel aufgestellt sowie Probeflüge zur Suche nach Kadavern mit einer Drohne geübt. Der Krisenstab trifft sich regelmäßig zur Analyse der aktuellen Situation und informiert Jäger, Landwirte und andere Betroffene über einzuleitende Maßnahmen.

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