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AOK-Experteninterview: Dr. Sabine Pricelius zu Nahrungsergänzungsmitteln

Ein gesunder Mensch braucht nicht zusätzlich Zink und Co.

Mit dem Herbst kommt oft die erste Erkältungswelle. In den Schaufenstern von Apotheken, Reformhäusern und Drogerien stapeln sich Präparate mit Herstellerversprechen für eine erkältungsfreie Zeit. Diverse Nahrungsergänzungsmittel sollen eine positive Wirkung aufs Immunsystem haben. Aber ist da wirklich was dran? Wir haben mit Dr. Sabine Pricelius, Fachärztin für Innere Medizin und Naturheilverfahren am Centrum für Gesundheit der AOK Nordost gesprochen.

 

Frau Dr. Pricelius, helfen Zink und Co. wirklich bei der Infekt-Vorbeugung?

Nahrungsergänzungsmittel sind sinnvoll, wenn Menschen tatsächlich unter einem „echten“ Mangelzustand leiden. Ursache dafür können bestimmte Krankheiten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder eine einseitige Ernährung sein. Ein an sich gesunder Mensch, der sich ausgewogen ernährt, braucht keine Nahrungsergänzungsmittel.

Können Nahrungsergänzungsmittel auch schädlich sein?

Viele Nahrungsergänzungsmittel schaden vor allem dem Portemonnaie. Menschen mit schweren Grunderkrankungen sollten aber auf jeden Fall mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie Nahrungsergänzungsmittel nehmen. Gerade die freiverkäuflichen Präparate enthalten oft eine Fülle an unterschiedlichen Vitaminen und Nährstoffen. Da kann es gelegentlich zu unerwünschten Interaktionen der Nährstoffe und Vitamine untereinander kommen. Außerdem überschreiten die Hersteller oft die von den Fachgesellschaften empfohlenen Höchstdosen der Nahrungsergänzungsmittel.

Wie kann ich dann Infekten am besten vorbeugen?

Zunächst einmal muss gesagt werden: Zwei bis fünf Infekte pro Jahr bei Erwachsenen und bis zu acht Infekte bei Kindern im Vorschulalter sind völlig normal und nicht das Ergebnis einer erhöhten Infektanfälligkeit. Wer sein Immunsystem unterstützen möchte, kann das mit altbewährten Mitteln tun: ausreichend Schlaf, Sport, eine ausgewogene Ernährung und vor allem ein gesundes Maß an Stress. Stress per se ist nicht schlecht, denn er macht uns kurzfristig leistungsfähiger und spornt an. Der Körper schüttet evolutionsbedingt in einer Stresssituation vermehrt Cortisol aus, um in Sekundenschnelle vom Ruhe- in den Flucht- bzw. Kampfmodus umschalten zu können. Aber dafür werden alle in einer solch akuten Stresssituation unnötigen Körperfunktionen – auch die regenerativen – heruntergefahren. Deshalb führt Dauerstress zu einer Schwächung des Immunsystems.

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