Werbeanzeigen

AOK Nordost-Vorstand Frank Michalak zu digitalen Präventionslösungen

„Schnellere Reaktion auf die Entwicklungen der digitalen Praxis notwendig“

 „Digitale Präventionslösungen für morgen werden nach Leitfaden-Kriterien von gestern bewertet“, betonte AOK Nordost-Vorstand Frank Michalak auf dem Hauptstadtkongress. In seinem Vortrag zum Thema „Digitale Strategien für die Zukunft der Prävention aus Sicht einer Gesundheitskasse“ nahm er vor allem die Qualitätssicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung in den Fokus. Die Zentrale Prüfstelle für Prävention (ZPP) führt die Prüfung und Zertifizierung von Präventionsangeboten nach § 20 Abs. 1 SGB V zentral und kassenartenübergreifend durch. Der Leitfaden Prävention regelt die Qualitäts-anforderungen an Präventionsangeboteder GKV. Er schafft dadurch Transparenz und einheitliche Standards. „Jedoch nehmen die Leitfadenkriterien die Vielfalt digitaler Angebote noch nicht zur Kenntnis. Der Leitfaden Prävention ist zu träge gegenüber dem rasanten Wandel in Digitalisierungsprozessen“, so Michalak.  Deshalb sei der Leitfaden derzeit als Leitplanke für den Ausbau der Qualität im Prozess der Digitalisierung von Prävention und Gesundheitsförderung kaum geeignet. „Eigentlich müsste der Leitfaden Regeln für die Digitalisierung der Prävention aufstellen anstatt ihr hinterherzulaufen!“, sagte Michalak.

Mit Blick auf den Referentenentwurf eines Gesetzes für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation (Digitale Versorgung-Gesetz) von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sagte Frank Michalak: „Eine gesetzliche Positiv-Liste wie Spahn sie für digitalen Therapie-Leistungen einführen will, ist für digitale Präventionsangebote nicht erforderlich. Denn durch das Zertifizierungsgebot für Leistungen der Individualprävention im SGB V ist die Qualitätssicherung grundsätzlich bereits gelöst. Das Potential digitaler Präventionsangebote ist jedoch viel größer, als es die klassischen Qualitätskriterien hergeben. Deshalb müssen, wie gesagt, die Kriterien des GKV-Spitzenverbandes im Leitfaden Prävention dringend auf einen aktuellen Stand gebracht werden.“

Die AOK Nordost ist mit zahlreichen digitalen Angeboten im Präventionsbereich aktiv. Beispielsweise mit dem kostenfreien und anonymen Online-Portal „Selbsthilfe Alkohol“ (www.aok.de/nordost/selbsthilfealkohol), das die AOK Nordost gemeinsam mit den salus kliniken betreibt. Hier kann jeder innerhalb von zwei Minuten durch einen kurzen Selbsttest herausfinden, ob hinsichtlich des eigenen Alkoholkonsums Änderungsbedarf besteht. Mithilfe des Online-Selbsthilfe-programms können Betroffene dann ihren Alkoholkonsum gezielt reduzieren oder ganz aufgeben. Ein weiteres Beispiel ist SQUIN (www.squin.de ) – ein Online-Gruppen-Training zur Rauchentwöhnung. Bei dem verhaltenstherapeutischen Training werden wissenschaftlich erfolgreiche Methoden mit Spiele-Elementen und Community-Funktionen kombiniert.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: