Arbeitsmarktlage im Landkreis Uckermark – August 2021

Der Arbeitsmarkt zeigt sich ähnlich dem Vormonat auch im August wenig dynamisch. Die Arbeitslosenquote liegt in der Uckermark insgesamt weiterhin bei 10,0 %, erfährt aber im Rechtskreis des SGB II einen leichten Anstieg. Diese Entwicklung ist in erster Linie auf die saisontypisch gestiegenen Arbeitslosenzahlen im Bereich der unter 25Jährigen zurückzuführen. Viele junge Menschen beenden in diesen Monaten ihre Ausbildung und haben noch keine Anschlussperspektive gefunden.

Arbeitslosigkeit steigt leicht an

Im August 2021 waren im Jobcenter Uckermark 4.527 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Arbeitslosenquote im SGB II von 7,7 Prozent und einem Anstieg um 24 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat August 2020 ist der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis des SGB II um 267 Personen gesunken.

Zahl der Hilfebedürftigen und der Bedarfsgemeinschaften weiter gesunken

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sinkt im Monat August 2021 um 161 auf 8.856 Personen. Dies sind 683 weniger als noch im August 2020.

Auch bei den Bedarfsgemeinschaften ist ein Rückgang zu verzeichnen. Im August 2021 bezogen 7.086 Bedarfsgemeinschaften vom Jobcenter Uckermark Leistungen. Das sind 93 Bedarfsgemeinschaften weniger als noch im Juli 2021. Im Vorjahresmonat waren hingegen noch 576 Bedarfsgemeinschaften mehr auf Leistungen nach dem SGB II angewiesen.

Arbeitskräftenachfrage

Im Monat August verzeichnete das Jobcenter Uckermark insgesamt eine hohe Arbeitskräftenachfrage, die regional sehr unterschiedlich ausgeprägt war. Während im Raum Templin und Prenzlau täglich Bedarfe von Arbeitgebern gemeldet wurden, war die Nachfrage in Schwedt und Angermünde eher zurückhaltend. Arbeitskräfte wurden besonders stark in der Pflegebranche, im Hotel- und Gaststättengewerbe und im Dienstleistungssektor nachgefragt. Die Besetzungsverfahren sind nach wie vor sehr langwierig. Obwohl viele Arbeitgeber bereit sind Kompromisse einzugehen, können viele Stellen nicht mehr besetzt werden.

Erfolgreiche Umsetzung des Teilhabechancengesetzes seit 1. Januar 2019

Das Teilhabechancengesetz ist zum 1. Januar 2019 in Kraft getreten und hat mit dem Förderinstrumentarium des § 16 i SGB II sehr arbeitsmarktfernen Menschen, bei denen durch eine Häufung von Vermittlungshemmnissen keine oder nur sehr geringe Chancen auf Teilhabe am Arbeitsmarkt bestehen, die Möglichkeit einer Beschäftigung eingeräumt.

Nach mehr als 2 ½ Jahren der Umsetzung kann das Jobcenter Uckermark eine positive Bilanz ziehen. Im gesamten Förderzeitraum konnten 129 Menschen in eine geförderte Beschäftigung vermittelt werden, von denen lediglich 18 vorzeitig abgebrochen wurden. In vier Fällen konnte bereits eine Überleitung in ungeförderte Beschäftigung realisiert werden. Von der Förderung profitieren sowohl Männer (60 %) als auch Frauen (40 %), Jüngere und Ältere. Die Beschäftigungen sind überwiegend arbeitsmarktnah, so dass eine Überleitung in ungeförderte Jobs möglich ist, und finden sich in den unterschiedlichsten Branchen wieder. Zu den Einsatzfeldern gehören die Dienstleistung, der grüne Bereich aber auch das Handwerk und das Sozialwesen. Gegenwärtig üben 106 Menschen eine nach § 16i SGB II geförderte Beschäftigung aus. Das Jobcenter Uckermark freut sich über die Bereitschaft der Arbeitgeber, diese Chancen zu ermöglichen.

Umsetzung des Kinderfreizeitbonus

Mit dem in Kraft treten des Kitafinanzhilfenänderungsgesetzes zum 01. Juli 2021 wurde die Grundlage für die Gewährung des Kinderfreizeitbonus für Leistungsberechtigte nach dem SGB II geschaffen. Gemäß § 71 Abs. 2 SGB II erhalten Leistungsberechtigte, die für den Monat August 2021 Anspruch auf Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld und das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, eine Einmalzahlung in Höhe von 100 Euro. Die Familien können in eigener Verantwortung entscheiden, wofür sie den Kinderfreizeitbonus einsetzen. Bislang hat das Jobcenter Uckermark den Kinderfreizeitbonus für 2.532 Kinder zur Auszahlung gebracht.

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