ASP-Bekämpfung: Bund ist jetzt in der Pflicht

„Die wirtschaftliche Lage der brandenburgischen Schweinehalter ist alarmierend und in den Restriktionsgebieten der Afrikanischen Schweinepest (ASP) sogar katastrophal.“ Zu dieser Aussage kommt Johannes Funke, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag. „Daher begrüße ich die Bundesratsinitiative des Landes Brandenburg ausdrücklich, die vorsieht, den Bund politisch und finanziell deutlich mehr in die Pflicht zu nehmen.“ Der Initiative hätten sich bereits im Vorfeld die Bundesländer Berlin, Thüringen und Sachsen angeschlossen. Der Bundesrat berät am heutigen Freitag, 25. Juni 2021 dazu.

„Es ist hoch anzuerkennen, dass sich das Geschehen bislang auf abgegrenzte Gebiete entlang der Oder beschränkt, während der Infektionsdruck aus Osteuropa unvermindert hoch bleibt“, so Funke. Das belege, dass die getroffenen Maßnahmen und die Zusammenarbeit von Verwaltungen, Jägern, Landwirten und vielen Helfern bislang funktioniert haben. „Nun muss der Bund schnell mit ins Boot und helfen, die verbliebenen Schweinehalter durch die schwierige Zeit zu bringen“, erklärt Funke weiter. Speziell bei der Freilandhaltung von Hausschweinen könne das Gebot der Stunde jedoch nur Aufstallen oder Wegfahren heißen. „Letztlich ist eine Seuche nur durch entschlossenes Handeln in den Griff zu bekommen.“ Perspektivisch sei allerdings eine deutlich bessere Akzeptanz der Schweinehaltung und wesentlich mehr Planbarkeit für die Landwirte erforderlich. „Die Vorschläge der Borchert-Kommission sind dafür sicher eine geeignete Grundlage.“

Im Land Brandenburg wurde der erste ASP-Fund bei Schwarzwild am 10. September 2020 amtlich festgestellt. Inzwischen ist die Zahl der bestätigten ASP-Fälle auf über 1.000 Funde bei Schwarzwild angewachsen. Bislang ist kein ASP-Fall bei Hausschweinen festgestellt worden.

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