Ausbau regenerativer Energie in der Landeshauptstadt Potsdam / Freiflächensolaranlage „Energiepark Satzkorn“ im Potsdamer Norden geplant

Freiflächensolaranlage „Energiepark Satzkorn“ im Potsdamer Norden geplant

Im Norden Potsdams ist die Errichtung einer großen Freiflächensolaranlage geplant, mit dem Projektnamen „Energiepark Satzkorn“. Dieser Energiepark soll auf Flächen westlich des Ortsteils Satzkorn und südlich der Dorflage von Kartzow im Ortsteil Fahrland entstehen. Zur Information für Anwohnerinnen und Anwohner bietet die Verwaltung gemeinsam mit dem Vorhabenträger EnBW Energie Baden-Württemberg AG am 25. Februar eine Bürgersprechstunde an.

Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, sagt: „Der geplante Solarpark kann einen bedeutenden Teil zur Erreichung der Klimaschutzziele der Landeshauptstadt Potsdam beitragen. Zum Schutz des Klimas und Verringerung des CO2-Ausstoßes soll die Nutzung regenerativer Energie auch in Potsdam weiter ausgebaut werden. Potsdam hat hier nicht nur die Chance, an einem Projekt mitzuwirken, das eine umweltverträgliche Energiegewinnung ermöglicht, sondern ist im besten Fall auch Vorbild für andere Kommunen.“

Entlang der Bahnstrecke bietet sich ein rund 76 Hektar großes Gelände für den Bau eines Solarparks mit etwa 65 Megawatt Leistung an. Umgerechnet entspricht dies rund 65,7 Millionen Kilowattstunden jährlich. Das deckt den Verbrauch von etwa 31.285 Zwei-Personen-Haushalten, die in Deutschland dem Durchschnitts-Haushalt entsprechen. Durch den umweltfreundlich erzeugten Strom können mehr als 41 Tonnen CO2 jährlich vermieden werden. Ein Korridor von 200 Metern entlang der Bahnlinie erfüllt die Anforderungen für eine Förderung durch das EEG. Dadurch bestünde die Möglichkeit, den Energiepark zu zwei Dritteln ohne Förderung und zu einem Drittel mit Förderung zu realisieren.

Um das Vorhaben planungsrechtlich zu ermöglichen, muss ein Bebauungsplan aufgestellt und die Darstellung des Flächennutzungsplans angepasst werden. In den hierfür vorgesehenen Bebauungsplan soll auch eine circa 1,5 Hektar umfassende Fläche für eine weitere Freiflächensolaranlage an der Landesstraße L204 (Gemarkung Marquardt) einbezogen werden.

Eine Versiegelung des Bodens soll nur in geringem Umfang stattfinden, die Höhe der Solarmodultische soll etwa drei Meter betragen. Momentan wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt, sie soll nach einem Betriebszeitraum von 30 Jahren auch wieder der landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden. Die befristete Nutzung und der anschließende Rückbau der Solaranlage wird durch die Landeshauptstadt Potsdam durch Verträge mit der Vorhabenträgerin sichergestellt.

Im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen öffentlichen Beteiligung zur Planung wird für Potsdamerinnen und Potsdamer die Möglichkeit bestehen, umfangreich zur Planung Stellung zu beziehen. Im Geltungsbereich des Bebauungsplanes sind ebenfalls Flächen für Ausgleichmaßnahmen und die landschaftsplanerische Einbettung des Vorhabens enthalten. Ziel ist die möglichst verträgliche Integration der Freiflächensolaranlage in die vorhandenen Landschaftsstrukturen und die vorhandenen Biotopvernetzungen sowie die Sicherung eines ausreichenden Abstandes zu den vorhandenen Ortslagen Satzkorn und Kartzow.

Da die Pandemiesituation keine größeren öffentlichen Veranstaltungen zulässt, ist eine Bürgersprechstunde für ortsansässige Bürgerinnen und Bürger zum Vorhaben geplant.  Entsprechende Einladungen werden als Postwurfsendungen an die Einwohnerinnen und Einwohner von Satzkorn und Kartzow verteilt. „Eine frühzeitige Einbindung der Anwohner ist sehr wichtig, um schon in den frühen Planungsphasen auf Bedürfnisse, Bedenken und Anregungen eingehen zu können. Unserer Erfahrung nach ist dies unerlässlich, damit so ein Solarpark den Schritt vom Plan in die Realität überhaupt schaffen kann“, erklärt der EnBW-Projektleiter Konstantin Schulz.

Am Donnerstag, 25. Februar, von 14 Uhr bis 19 Uhr im Gemeindehaus Satzkorn, in der Dorfstraße 2, 14476 Potsdam, können sich interessierte Anwohner in einer Bürgersprechstunde in Einzelgesprächen von der künftigen Projektbetreiberin zum geplanten Vorhaben persönlich informieren lassen. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und gemäß der aktuell gültigen Corona-Verordnung des Landes Brandenburg ist eine vorherige persönliche Anmeldung und Terminabstimmung nötig. Alle Informationen dazu sind im Einladungsschreiben enthalten.

Ergänzend dazu wird es die Möglichkeit geben, ohne eine Anwesenheit vor Ort, telefonisch Ideen und Anmerkungen einzubringen. Im weiteren Verlauf des Projektvorhabens und des Planungsprozesses sind weitere Bürgersprechstunden und Anhörungen zur Information und Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger vorgesehen.

Der Vorhabenträger EnBW Energie Baden-Württemberg AG ist einer der größten Energieversorger Deutschlands. Seit 2008 baut und betreibt die EnBW deutschlandweit Solarparks. Auch in Brandenburg ist sie seit Jahren als starker Projektpartner aktiv. Ende 2020 ging der erste förderfreie Solarpark Weesow-Wilmersdorf schrittweise in Betrieb und dieses Jahr folgen weitere Projekte in Gottesgabe und Alttrebbin. EnBW ist aktives Mitglied im Bundesverband Neue Energiewirtschaft und Unterzeichner der Selbstverpflichtung „Gute Planung von PV-Freilandanlagen“.

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