Baugrund schaffen – und trotzdem den Wald bewahren

Baulücken schließen statt Rodungsflächen schaffen: In Zukunft sollte der Beelitzer Ortsteil Fichtenwalde weitaus behutsamer entwickelt werden als bisher. Dafür hat sich Bürgermeister Bernhard Knuth jetzt ausgesprochen. Vorschläge, wie sich das umsetzen lässt, möchte er in nächster Zeit mit den Stadtverordneten und dem Ortsbeirat abstimmen. „Immer wieder wird vonseiten der Einwohner darauf hingewiesen, dass der Waldcharakter in Gefahr ist. Das sehe ich ganz genauso. Der hohe Baumbestand ist entscheidend für die hohe Lebensqualität in Fichtenwalde und deshalb sollten wir gemeinsam erörtern, wie man ihn bewahren kann“, so der Bürgermeister.

Fichtenwalde, dessen Einwohnerzahl sich seit der Wende mehr als verdoppelt hat und aktuell bei 3082 liegt, sollte laut Einschätzung des Bürgermeisters nur in vertretbarem Maße weiter wachsen, und das auch nicht willkürlich. Deshalb sollte auf die Ausweisung neuer großer Baugebiete im Ort verzichtet werden. „Wir sollten in Zukunft lieber schauen, wo die Innenbereiche verlaufen und dafür mit einer neuen Klarstellungssatzung Strukturen schaffen“, so Bernhard Knuth. So wäre es sinnvoll, Baugrundstücke zu vermarkten, die bereits erschlossen sind – also an einer fertigen Straße liegen und auch direkt an das Wasser-, Abwasser-, Strom- und Telefonnetz angeschlossen werden können. Damit kann auch dem Wunsch vieler Ortsansässiger entsprochen werden, große Eingriffe in die Baumbestände in Zukunft zu verhindern.

Das Prinzip des maßvollen Wachsens gelte aber nicht nur für Fichtenwalde, sondern für die gesamte Stadt Beelitz. „Zum einen soll der ländliche Charakter unserer Stadt unbedingt erhalten bleiben. Zum anderen kann müsse die vorhandene Infrastruktur – von Kitas und Schulen über Versorgungseinrichtungen bis hin zu den Kapazitäten der Verwaltung – einem stärkeren Wachstum standhalten können. „Wir haben mit dem neuen Wohnquartier in Beelitz-Heilstätten jetzt ein großes Baugebiet, auf das sich das Wachstum konzentrieren sollte. Dass dort durch den Investor bereits von Anfang an für die notwendige Infrastruktur gesorgt wird, ist ein echter Gewinn.“ Erst gestern wurde der Grundstein für die dortige Kita gelegt, zugleich fiel der Startschuss für die Vermarktung der ersten 90 Häuser und 104 Eigentumswohnungen.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Einwohnerzahl in Beelitz kontinuierlich und moderat um rund 1000 auf heute knapp 13000 gestiegen. „Das ist eine Entwicklung, über die wir uns alle freuen können und die unserer Stadt enorm gut tut“, betont Bürgermeister Knuth. Mit dem neuen Quartier in Heilstätten werden nun in den nächsten acht bis zehn Jahren noch einmal rund 4000 Einwohner dazukommen. Und auch in der neuen Beelitzer Mitte, dort wo sich das nun geschlossene Werksgelände der Firma Struik befindet, sind weitere Wohnungen geplant. „Das ist eine große Bereicherung für Beelitz und die gesamte Region, aber es ist auch mit Aufgaben verbunden, denen wir uns erst einmal widmen müssen.“ Denn immerhin gelte es auch, diese neuen Beelitzer in die Stadt zu integrieren – im täglichen Leben, in den Vereinen und auch in den Unternehmen, wenn sie hier arbeiten. Letztendlich sollte sich jeder, der in der Spargelstadt lebt, auch als Beelitzer fühlen können.

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