Baukulturpreis 2021 für Amtsgericht Königs Wusterhausen

Der diesjährige Brandenburgische Baukulturpreis geht nach Königs Wusterhausen. Überreicht durch Bauminister Guido Beermann erhielten Abelmann Vielain Pock Architekten aus Berlin die Auszeichnung für die Sanierung und Erweiterung des Amtsgerichts Königs Wusterhausen. Bereits zum siebten Mal wurde der Baukulturpreis verliehen.

Die feierliche Übergabe des von der Architektenkammer und der Ingenieurkammer ausgelobten Brandenburgischen Baukulturpreises fand in Potsdam statt. Schirmherr ist Guido Beermann, Minister für Infrastruktur und Landesplanung. Die Auszeichnung würdigt alle zwei Jahre Qualität und Engagement beim Bauen im Land Brandenburg. Für den mit 21.000 Euro dotierten Preis wurden neben dem Baukulturpreis drei Sonderpreise und ein Initiativpreis vergeben. 30 Projekte aus den Jahren 2019 bis 2021 wurden von den beteiligten Architektur- und Ingenieurbüros eingereicht.

Sonderpreise erhielten mit der Sanierung der Gewölbebrücke über die Schwarze Elster bei Neudeck ein Denkmal der Ingenieurbaukunst, mit dem Alexander Haus in Potsdam ein Sommerhaus aus den 1920er Jahren, das heute als Ort der Bildung und Versöhnung genutzt wird und mit der Mensa Klosterfelde in Wandlitz ein Neubau in Holzbauweise, der als Beitrag zum Bauen ohne Beton überzeugte. Der Initiativpreis ging an den Verein Hof Prädikow e.V. für die Entwicklung der „Scheune Prädikow“ als einen Ort des gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens im ländlichen Raum.

Die Jury des Baukulturpreises wird alle zwei Jahre mit Experten aus anderen Bundesländern und der Brandenburgischen Hochschulen neu besetzt. Nur die beiden Präsidenten vertreten ständig Architekten- und Ingenieurkammer und sichern somit Kontinuität.

Bauminister Guido Beermann: „Ich gratuliere zum Gewinn des diesjährigen Baukulturpreises und der Sonder- und Initiativ-Preise.  Mich beeindruckt die hohe Qualität, die in den Projekten zum Ausdruck kommt. Wir wollen mit dem Preis honorieren, dass baukulturelle Traditionen erhalten werden und Modernes geschaffen wird. Baukultur ist ein gemeinsames Anliegen der Brandenburgischen Architektenkammer, der Brandenburgischen Ingenieurkammer und des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung – in diesem Sinne arbeiten wir seit 2019 in der Baukulturinitiative Brandenburg zusammen. Unsere Innenstädte sind vom Wandel geprägt und stehen gerade jetzt vor großen Herausforderungen. Wir wollen gemeinsam pfleglich mit dem Gebäudebestand umgehen, alte Bauten behutsam an künftige Anforderungen wie beispielsweise den Klimaschutz anpassen und beim neuen Bauen darauf achten, dass beides zusammenpasst. Die erfolgreiche Stadtsanierung in Brandenburg zeigt, dass unsere Städte und Gemeinden durch die Pflege der Baukultur unverwechselbar bleiben und attraktiv für die Menschen sind.“

Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer: „Beiträge zu einer hohen Baukultur im Land Brandenburg können sehr vielgestaltig sein. Die im Baukulturpreis 2021 ausgezeichneten Bauten illustrieren das und sind gleichzeitig Ergebnis und Botschafter einer lebendigen Baukultur, die man anfassen, begehen und somit auf einer sehr persönlichen Ebene erleben kann. Ich freue mich, wenn viele Brandenburgerinnen und Brandenburger der Einladung folgen und sich am Beispiel dieser Projekte ein Bild davonmachen, welcher Mehrwert sowohl für jede Einzelne und jeden Einzelnen als auch die Gesellschaft erzielt wird”.

Matthias Krebs, Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer: „Die Ansprüche an Bauwerke in der heutigen Zeit sind vielfältig: sie sollen eine hohe Funktionalität aufweisen, gleichzeitig energieeffizient und ressourcenschonend sein, sowie eine generationengerechte Planung aufweisen. Die Baukultur geht aber noch weiter und schaut ganzheitlich nicht nur auf das Bauwerk, sondern auch auf die Nutzung desselben, die Einbettung in das Stadtbild und auf den Gewinn für die Bürgerinnen und Bürger. Gerade in diesen Zeiten ist die Nutzung des öffentlichen Raumes besonders wichtig für die Menschen geworden. Die diesjährigen prämierten Bauwerke verbinden alle diese Punkte auf hervorragende Art und Weise und sind sehr gute Beispiele für eine hohe Baukultur.“

Gewinnerprojekte 2021

Baukulturpreis (9.000 Euro): Sanierung und Erweiterung des Amtsgerichts Königs Wusterhausen

Das Amtsgericht in Königs Wusterhausen ist eines der größten erstinstanzlichen Gerichte

im Land Brandenburg und damit ein besonderer öffentlicher Ort mit Geschichte, erbaut im Jahr 1894 in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss.  Das gesamte Ensemble wurde vor Beginn der Arbeiten an einem Erweiterungsbau unter Denkmalschutz gestellt. Das erweiterte Ensemble des Amtsgerichtes Königs Wusterhausen steht in vielerlei Hinsicht

für ein hohes Maß an Baukultur. Die sensible, städtebauliche Einpassung des großen Bauvolumens des Erweiterungsbaus bereichert den öffentlichen Raum durch eine sorgfältige Detaillierung der Fassaden.

Architektur: Abelmann Vielain Pock Architekten Partnerschaft mbB Berlin

Bauherr: Brandenburgischer Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen, Potsdam

Sonderpreis (3.000 Euro): Gewölbebrücke über die Schwarze Elster

Die Bogenbrücke über den Mittellauf der Schwarzen Elster bei Neudeck (Elbe-Elster) ist eine ingenieurtechnische Meisterleistung aus dem Jahr 1905.  Die drei schlanken Bögen der Betonbrücke fügen sich harmonisch in das Landschaftsbild des Flusslaufes ein. Mit der Sanierung der Brücke ist ein beispielgebender, behutsamer Bauwerksumbau, der nicht nur eine vollwertige Nutzung des Bauwerks sichert, sondern auch das ursprüngliche Erscheinungsbild der Stampfbeton-Bogenbrücke für die Nachwelt erhält, gelungen.  Beim Deutschen Brückenbaupreis 2020 wurde die Sanierung mit einer Auszeichnung gewürdigt.

Architektur: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg, Dienststätte Cottbus, Dipl.-Ing. Carsten Richter von IB PROKON – Bauplanung GmbH, Kolkwitz

Bauherr: Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg

Sonderpreis (3.000 Euro): Alexander Haus Potsdam

Das 1927 erbaute Haus ist keines der Standard Sommerhäuser der 1920er Jahre, sondern wurde von seinem Bauherrn Dr. Alexander, damaliger Präsident der Berliner Ärztekammer, selbst entworfen. Dem gemeinsamen Engagement von Groß Glienicker Bürgerinnen und Bürgern sowie der Familie Alexander, seit 2013 organisiert im Alexander-Haus-Verein, ist es zu verdanken, dass dieses sorgfältig restaurierte Haus ein Ort der Bildung und Versöhnung geworden ist.

Sanierung / Architektur: Hertzberg Weber Architekten, Potsdam

Bauherr: Alexander-Haus e.V., Berlin.

Sonderpreis (3.000 Euro): Mensa Klosterfelde, Gemeinde Wandlitz

Am Schulstandort Klosterfelde wurde für die Gemeinde Wandlitz eine Mensa für Schule und KiTa geplant. Über die Mensanutzung hinaus wird der Neubau als Gemeindesaal für Veranstaltungen und als Bürgerhaus genutzt – in Verbindung mit der angrenzenden Festwiese. Das in Holzbauweise errichtete Gebäude ist beispielgebend für neues Bauen ohne Beton.

Architektur: Renner Architekten, Berlin

Bauherrin: Gemeinde Wandlitz.

Initiativpreis (3.000 Euro): Scheune Prädikow

Das Projekt wurde in einem partizipatorischen Planungsprozess mit der Dorfgemeinschaft entwickelt. Gewünscht war Gastronomie und ein Ort für Veranstaltungen und Heimstatt für Vereine und Initiativen. Mit einem Coworking-Bereich sowie der Möglichkeit der Anmietung von Seminar- und Workshopflächen wird die „Scheune Prädikow“ darüber hinaus eine wichtige Rolle als Arbeitsort einnehmen.

Architektur: Hütten & Paläste, Berlin

Entwicklung / Betrieb: Verein Hof Prädikow e.V.

Bauherrin: Stiftung trias, Hattingen (Ruhr)

Eine Ausstellung zum Brandenburgischen Baukulturpreis ist für die Woche vom 22. bis 29. Oktober 2021 in der Geschäftsstelle der Bundesstiftung Baukultur, Schiffbauergasse 3 in Potsdam zu sehen. Die Ausstellung kann zudem digital auf der Website der Baukulturinitiative Brandenburg (https://baukultur-brandenburg.de/) betrachtet werden. Zum Baukulturpreis ist außerdem eine Broschüre erschienen, die auf Anfrage versendet wird von der Brandenburgischen Architektenkammer (Telefon 0331-275910, info@ak-brandenburg.de) oder der Brandenburgischen Ingenieurkammer (Telefon 0331-743180, info@bbik.de).

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