Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam zum Tag gegen antimuslimischen Rassismus am 1. Juli

Am 1. Juli ist der Tag gegen antimuslimischen Rassismus. Nicht nur an diesem Tag ist es wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass Muslim*innen und Personen denen die Zugehörigkeit zum Islam zugeschrieben wird, von einer besonderen Form von Ausgrenzung, Anfeindungen und verbaler und physischer Gewalt betroffenen sind.

„Alle Formen von Rassismus sind für Betroffene Teil ihres Alltages, in der Öffentlichkeit, im Privaten und in Institutionen, beispielsweise der Schule“, sagt Dr. Amanda Palenberg, Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam. PAWLO Masoso e.V. und die Beauftrage für Migration und Integration der Landeshauptstadt Potsdam haben einen Arbeitskreis Schule und Rassismus gegründet. Hier arbeiten verschiedene Multiplikator*innen, vor allem betroffene Personen, daran, die verschiedenen Dimensionen des großen Themenkomplexes zu diskutieren und konkrete Lösungsansätzen zu planen. In der heutigen Sitzung ging es vor allem um die Situation von Lehrerinnen mit Kopftüchern in Brandenburg.

„In Brandenburg gibt es kein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an allgemeinbildenden Schulen. Allerdings sieht die Realität ganz anders aus“, sagt Razan Alshash, Projektleiterin der Vernetzungsstelle Muslimisches Gemeindeleben (RAA Brandenburg). „Es gibt nur wenige praktizierende Lehrerinnen mit Kopftüchern in Potsdam und Brandenburg. Die Bewerbungen der Lehrerinnen werden häufig abgelehnt“, schildert Ebtesam Almostafa Alfaraj vom Muslimas Netzwerks Brandenburg aus eigener Erfahrung. „Viele wissen nicht, dass sie das Recht hätten zu unterrichten, da es an Vorbildern fehlt. Und auch viele Schulleiter*innen zeigen eine rassistische Haltung gegenüber den Bewerberinnen. Ihnen werden, im Gegensatz zu Angehörigen anderer Religionen, Kompetenzen und Professionalität abgeschrieben und nicht zugetraut, neutral zu unterrichten“, ergänzt Nouria Asfaha, Sprecherin des Muslimas Netzwerk Potsdam. Hiermit beschäftigt sich eine Projektgruppe des Muslimas Netzwerkes Brandenburg.

„Muslimisch gelesene Frauen erleben häufig verbale und physische Aggressionen auf der Straße – sowohl subtil als auch offen! Für Schwarze Frauen wirken anti-Schwarzer Rassismus, anti-muslimischer Rassismus und sexistische Zuschreibungen zusammen. Hier spricht man von Mehrfachdiskriminierung“, bemerkt Marianne Ballé Moudoumbou von panafrikanischen Frauenverein PAWLO Masoso e.V.

Das Engagement der Akteur*innen unterstützt die Beauftragte für Migration und Integration der Landeshauptstadt als Mitglied des Arbeitskreises Schule und Rassismus: „Für Empowerment, Integration und den Kampf gegen Rassismus ist es wichtig, dass Diversität in pädagogischen Berufen, vor Allem an Schulen, mehr repräsentiert wird, um allen Kindern Vorbilder zu bieten und Vielfalt zu normalisieren. Um das zu erreichen arbeiten die verschiedenen Communites in Potsdam zusammen, das ist toll!“

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