Beelitz wappnet sich gegen Waldbrandgefahr

Die Stadt Beelitz schöpft derzeit sämtliche Möglichkeiten aus, um der auch weiterhin bestehenden Waldbrandgefahr zu begegnen. Derzeit werden Waldwege ausgebaut, Schutzsstreifen erneuert und kontinuierlich aufgelockert, außerdem sind bereits sämtliche Löschwasserstellen auf dem Stadtgebiet überprüft, gewartet und – wo nötig – instand gesetzt worden. Auch die Feuerwehren in der Region haben sich organisatorisch auf die latente Gefahr eingestellt und rücken in Zukunft grundsätzlich mit den größtmöglichen Löschwasserfahrzeugen an, wenn ein Waldbrand im Bereich Fichtenwalde-Busendorf gemeldet wird.

„Nachdem die Landesforst unseren Antrag auf generelle Sperrung der Wälder bei Waldbrandgefahrenstufe 5 abgelehnt hat und in Anbetracht des fortschreitenden ungehinderten Kahlfraßes des Waldes durch die Nonne müssen zumindest wir tun, was in unserer Macht steht, um die Bürger zu schützen“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Mit der Stadtwehrführung, dem Kreisbrandmeister, dem Stadtförster und dem Ordnungsamt sind die Möglichkeiten der Kommune noch einmal erörtert worden. „Es ist eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit den Beteiligten auf dieser Ebene: Es wird nicht gefragt, was nicht geht, sondern getan, was möglich ist.“

So haben die Stadtwehren von Beelitz, Werder (Havel) sowie die Feuerwehren von Borkheide, Borkwalde, Schwielowsee und Seddiner See ihre Alarm- und Ausrückeordnung miteinander abgestimmt. „Dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert, haben wir am letzten Wochenende beim Brand an der Landesstraße 90 gesehen“, erinnert Stadtwehrführer Mathias Jahn. Dort war am Sonntag der Wald auf knapp zwei Hektar entflammt, schnell hätte sich das Feuer weiter ausbreiten können. „Aber nach anderthalb Stunden hatten wir den Brand unter Kontrolle. Mit den Kameradinnen und Kameraden aus den Nachbarkommunen sind wir sehr gut aufgestellt.“

Unterdessen werden nun auch die Waldwege vor allem westlich von Fichtenwalde befestigt, damit Löschfahrzeuge zum einen künftig noch besser an Brandstellen herankommen, zum anderen aber auch als Schutzstreifen, um von dort das Ausbreiten von Bränden verhindern zu können. Insgesamt werden 18 bis 20 Kilometer Wegstrecke auf eine Breite von 3,50 Meter mit Recyclingmaterial ausgebaut, um auch die Begegnung von Feuerwehrfahrzeugen zu ermöglichen. Bereits seit Jahresanfang werden zudem die Walbrandschutzstreifen auf Vordermann gebracht und kontinuierlich mit Traktor und Pflug freigehalten. „Bis zum vergangenen Jahr war das noch Sache des Landes gewesen, passiert ist allerdings kaum etwas“, so Ordnungsamtsleiter Bernd Rüdiger Ahlfeld. Seit diesem Jahr haben Kommunen die Möglichkeit, diese wichtigen Streifen zumindest auf ihren Flächen intakt zu halten.

Zudem hat sich auch in Sachen Löschwasserbrunnen zumindest etwas getan: Vor gut einer Woche hat die Stadt die Fördermittelzusage für die Schaffung von fünf Brunnen in und um Fichtenwalde aus Potsdam erhalten, das Land beteiligt sich mit 100 000 Euro. Begonnen werden kann mit dem Bau aber frühestens in vier Wochen, denn der Auftrag muss mit entsprechenden Fristen öffentlich ausgeschrieben – was bereits geschehen ist – und dann auch offiziell vergeben werden.

Über die Vorhaben hat der Bürgermeister gestern auch die Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung informiert – und durchgängig Zustimmung erhalten. „Ich bin sehr froh, dass wir uns alle in der Stadt darüber einig sind, was wir tun müssen, um so ein schreckliches Erlebnis wie im vergangenen Juli zu verhindern.“ Vor allem die Feuerwehren, aber auch die privaten Waldbesitzer, die unter dem Dach der Forsthof Beelitzer Heide GmbH arbeiten und sich am Wegebau auch finanziell beteiligen, würden sich dabei sehr stark engagieren, würdigt der Bürgermeister.

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