Behandlung neurologischer Langzeitfolgen durch Covid-19

Oberlinhaus bietet ambulante neurologische Rehabilitation für Long-Covid-Betroffene 

COVID-19 geht häufig bereits während der akuten Phase mit neurologischen Symptomen wie z.B. Geruchs- und Geschmacksstörungen einher. Auch neurologische Komplikationen können während oder direkt nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten, wie z.B. Schlaganfälle durch ein Blutgerinnsel, Hirnblutungen oder Veränderungen der Hirnfunktion. Ein Teil der Corona-Genesenen leidet auch nach überstandener Infektion an anhaltender Müdigkeit und Erschöpfung, dem so genannten Fatigue-Syndrom. Die Langzeitfolgen, zu denen außerdem Schmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Gang- und Gleichgewichtsstörungen, Gefühlsstörungen sowie Sprach, Sprech- und Schluckstörungen gehören, können auch nach milden Verläufen auftreten. In einigen Fällen tritt auch das Guillain-Barré-Syndrom auf – eine entzündliche Erkrankung der Nerven – hervorgerufen durch eine Überaktivität des Immunsystems. Für die neurologische Nachbetreuung dieser Long-Covid-Folgen bietet das Oberlin Rehazentrum in Potsdam-Babelsberg eine ambulante neurologische Rehabilitation an.

„Die ambulante neurologische Rehabilitation mit 30 Reha-Plätzen ist das einzige ganztätige Angebot dieser Art in Potsdam“, sagt Sibylle Niemann, Chefärztin der ambulanten neurologischen Rehabilitation im Oberlin Rehazentrum. Erst 2019 wurde der neurologische Versorgungsauftrag vom RZP Rehazentrum Potsdam auf das Oberlin Rehazentrum übertragen. „Durch das Modell der ambulanten neurologischen Rehabilitation profitieren unsere Patienten tagsüber von einer verzahnten ärztlichen, physio-, sport-, ergo- und sprachtherapeutischen, diätetischen und sozialen Betreuung sowie Versorgung und können am Abend wieder in ihr gewohntes Zuhause zurückkehren.“ Die ganztägige ambulante neurologische Rehabilitation umfasst in der Regel 15-20 Tage, jeweils 6 bis 8 Stunden, finanziert über die Deutsche Rentenversicherung oder jeweils 4 bis 6 Stunden über die gesetzlichen und privaten Krankenkassen – inklusive Ruhezeiten.

Das Team im Oberlin Rehazentrum setzt sich zusammen aus Fachärztinnen für Neurologie, Therapeuten für Ergotherapie, Logopädie, medizinischer Trainingstherapie, Neuropsychologie, Physiotherapie und medizinischen Pflegefachkräften sowie Sozial- und Ernährungsberatern. Es wird ein ausgewogenes Therapieprogramm aus Einzel- und Gruppenbehandlungen sowie Schulungs- und Beratungseinheiten angeboten. „Im Rahmen der neuropsychologischen Betreuung unterstützen wir beim Bewältigen emotionaler Folgen der Erkrankung. Zudem wird die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten ermittelt und gefördert“, erklärt Sibylle Niemann. Darüber hinaus erhalten Rehabilitanden Informationen zur der beruflichen Reintegration wie der stufenweisen Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess bzw. über Umschulungsmaßnahmen, Beantragung von Schwerbehinderung oder Rente.

Mehr Informationen: https://oberlin-rehazentrum.de/long-covid

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