Beispielhaftes Engagement in Brandenburg und Berlin: Woidke und Giffey verleihen „Band für Mut und Verständigung“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey haben das „Band für Mut und Verständigung“ für herausragendes Engagement für Integration und gegen Fremdenfeindlichkeit verliehen. Ausgezeichnet wurden vier Persönlichkeiten und ein Verein. Bei dem Festakt in der Potsdamer Staatskanzlei betonten Woidke und Giffey: „Mut, Zivilcourage, Zusammenhalt, Miteinander sind für die Geehrten eine Selbstverständlichkeit. Für die Menschen, für die sie sich einsetzen, ist die Arbeit jedoch alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Unsere Gesellschaft profitiert ungemein von Menschen, die sich derart einsetzen und sich für andere Menschen starkmachen.“

 

Das „Band für Mut und Verständigung“ wird seit 1993 vom berlin-brandenburgischen „Bündnis für Mut und Verständigung“ verliehen, dem neben dem Ministerpräsidenten und der Regierenden Bürgermeisterin die Integrationsbeauftragten beider Länder sowie Landesverbände von Gewerkschaften, Kirchen und Wohlfahrtsinitiativen angehören.

Woidke sagte: „Das ‚Bündnis für Mut und Verständigung‘ ist zu einer Zeit ins Leben gerufen worden, als hierzulande viele Menschen von Rechtsextremisten angegriffen wurden. Es ging darum, ein klares Zeichen zu setzen gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Seither ist die Zivilgesellschaft, ist das bürgerliche Engagement gewachsen – auch dank unseres Handlungskonzeptes ‚Tolerantes Brandenburg‘. Doch wir müssen wachsam und wehrhaft bleiben, gerade jetzt. Corona-Pandemie und Energiekrise werden von Querdenkern und Extremisten genutzt, um Stimmung zu machen. Diskriminierung, Hass und Hetze können wir nur begegnen, in dem wir uns weiter stark machen für ein respektvolles Zusammenleben. Wir brauchen das Gemeinsame, das uns trotz aller unterschiedlicher Anschauungen verbindet. Und genau dafür arbeiten die heute geehrten Menschen. Sie kämpfen gegen Diskriminierung und Rassismus, sie setzen sich ein für Integration und Miteinander. Dafür danke ich Ihnen von Herzen. Sie zeigen nicht nur Mut, sie machen auch Mut. Das beeindruckt mich und ich bitte Sie, nicht nachzulassen.“

Giffey unterstrich: „Herzstück unserer demokratischen Gesellschaft ist das weltoffene, respektvolle und friedliche Zusammenleben aller Menschen unabhängig von ihrer Weltanschauung, Herkunft und sexuellen Orientierung. Vielfalt ist unsere Stärke. Das gilt in ganz besonderer Weise für Berlin. Die Erinnerungen an die rassistische Gewalt in den 1990er Jahren sind schmerzhaft, auch heute erleben Menschen mit Migrationsgeschichte und Geflüchtete Benachteiligung, Ausgrenzung und Angriffe. Es ist unser aller Pflicht das zu benennen, zu verurteilen und dagegen vorzugehen. Jede und jeder Einzelne von uns macht mit ihrem und seinem Engagement einen Unterschied. Es ist unabdingbar für unsere Gesellschaft, dass es Menschen wie die heute Geehrten gibt: Sie zeigen in besonderer Weise Herz und Einsatz für ihre Mitmenschen. Dafür braucht es Haltung und Mut. Es hat sich viel getan in den 30 Jahren seit Gründung des Bündnisses. Das verdanken wir Menschen, die durch ihr Engagement unserer Demokratie ein lebendiges Gesicht geben.“

Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger sind:

Hauptpreise:

Marianne Ballé Moudoumbou aus Potsdam wurde für ihr vielseitiges Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung, für ihr klares und mutiges Auftreten bei Missständen sowie für die Einbindung, Motivation und Stärkung von Migrantinnen und Migranten ausgezeichnet. Die Diplom-Dolmetscherin gehörte als Gründungsmitglied dem Vorstand des Zentralrats der Afrikanischen Gemeinde in Deutschland an, ist Sprecherin der Pan-African Women’s Empowerment and Liberation Organization (PAWLO-Germany e.V.) und engagiert sich in zahlreichen anderen Organisationen wie dem Landesintegrationsbeirat Brandenburg.

Stephan Jäkel aus Berlin wurde für seine außergewöhnliche, leidenschaftliche, unablässige Arbeit für queere Geflüchtete sowohl auf der individuellen als auch politischen Ebene sowie für seine klare Haltung verbunden mit Zähigkeit, Ruhe, Herz und Humor geehrt. Er arbeitet unter anderem bei der Schwulenberatung Berlin.

Sonderpreise:

Rainer Max Lingk aus Meseberg (Oberhavel) engagiert sich u.a. für junge Menschen mit Migrationsgeschichte und ermutigt Jugendliche, von sich zu erzählen, Verbindungen zu knüpfen und gegen Missstände aufzutreten. Der Musikwissenschaftler arbeitet mit Jugendlichen auf den Gebieten Musik und Medien, rief die Willkommensinitiative Gransee mit ins Leben. Seit 2016 ist er Musikalischer Leiter der offenen Musikschule „ESTAbien!“ im Kreis Ostprignitz Ruppin.

Ebru Schäfer aus Berlin wurde für ihre kreative und unermüdliche Arbeit für junge Geflüchtete sowie ihren Einsatz für ein gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander geehrt. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für Frauen, Kinder und Familien in Unterkünften für Geflüchtete. Die Mutter von drei Kindern organisiert jedes Jahr eine Weihnachtsaktion. Dafür ruft sie zu Spenden auf, packt Überraschungstüten für Kinder und verteilt diese in den Einrichtungen.

Wir packen’s an e.V. aus Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) wurde für sein beispielhaftes, innovatives, partizipatives und unermüdliches Engagement für Menschen auf der Flucht – an Orten unabhängig und oft weitab der medialen Aufmerksamkeit – sowie für seine Aufklärungsarbeit an Schulen und in der Öffentlichkeit unter Einbeziehung von Geflüchteten ausgezeichnet.

Normalerweise wird das „Band für Mut und Verständigung“ im Wechsel in Brandenburg oder Berlin verliehen. Da in diesem Jahr auch die Preisträgerinnen und Preisträger der beiden Vorjahre gewürdigt werden sollen, nahmen sowohl Ministerpräsident Dietmar Woidke als auch die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey an dem Festakt teil. Moderiert wurde der Festakt von der brandenburgischen Integrationsbeauftragten Doris Lemmermeier und Altbischof Markus Dröge.

Weitere Informationen: https://band-mut-verständigung.de/

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