Bericht des zahnärztliches Dienstes

Bericht des Zahnärztlichen Dienstes Schuljahr 2017/18

(vorgestellt auf der Sitzung des ASGA am 28.05.2020)

Vorweg eine kurze Information: Die Berichtszahlen basieren auf der offiziellen Landesstatistik, die den Gesundheitsämtern mit zeitlicher Verzögerung zur Verfügung gestellt werden. Aus diesem Grund wird auf die Daten des Schuljahres 2017/2018 zurückgegriffen.

Gesundheit ist unser höchstes Gut und insbesondere für Kinder eine wichtige Basis für ein chancengleiches Aufwachsen. Dazu gehört auch das Thema Mund- und Zahngesundheit.

Im Schuljahr 2017/18 waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zahnärztlichen Dienstes insgesamt in 128 Einrichtungen präsent und haben 95 Prozent aller Kinder untersucht. In konkreten Zahlen ausgedrückt heißt das, dass von den insgesamt 15.137 gemeldeten Kindern 14.386 untersucht wurden. Damit haben wir im Landesvergleich einen erfreulich hohen Betreuungsgrad erzielt – trotz jährlich steigender Kinderzahlen und mit der gleichen Anzahl an Mitarbeitern.

94,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Kinder wurden gruppenprophylaktisch betreut. Anspruch haben alle Kinder bis zum 12. Lebensjahr und darüber hinaus Kinder und Jugendliche bis zum 16. Lebensjahr, die ein überdurchschnittlich hohes Kariesrisiko haben. Im Mittelpunkt der Gruppenprophylaxe steht die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Aber auch die Schulung von Multiplikatoren, wie Eltern, Erzieher, Lehrer, Familienpaten oder Hebammen spielt eine große Rolle, denn vor allem jüngere Kinder können die Bedeutung der Mund- und Zahngesundheit verständlicherweise noch nicht im erforderlichen Maße wertschätzen.

Dabei ist es gerade bei den Jüngsten wichtig, auf gesunde Zähne zu achten. Milchzähne haben nicht nur eine Kaufunktion, sondern dienen als Platzhalter für die bleibenden Zähne, spielen eine große Rolle bei der Sprachentwicklung und der Persönlichkeitsentwicklung. Obwohl wir in der Uckermark insgesamt eine positive Entwicklung der Mund- und Zahngesundheit verzeichnen können, besteht gerade bei den Drei- bis Fünfjährigen stärkerer Handlungsbedarf aufgrund frühkindlicher Karies, verursacht insbesondere durch exzessiven Gebrauch von Nuckelflaschen mit zuckerhaltigen Getränken.

Eltern haben auch die Verantwortung für die Zähne ihrer Kinder.

Zähneputzen ist kein Instinkt, sondern muss gemeinsam mit den Kindern zum Ritual werden. Ab dem 1. Zahn müssen die Zähne mindestens zweimal täglich geputzt werden Um Ängsten vorzubeugen, sollten regelmäßige Zahnarztbesuche schon stattfinden, bevor Handlungsbedarf besteht.

Um frühkindliche Karies zu verhindern, wurde das Präventionsprogramm „Kita mit Biss“ ins Leben gerufen, an dem seit 2013 auch viele Kitas in der Uckermark teilnehmen. Aktuell sind es 57 Kitas und 10 Tagespflegestellen. Um „Kita mit Biss“ zu werden, müssen folgende Qualitätsstandards erfüllt sein:

  • zuckerfreier Vormittag sowie das Anbieten zuckerfreier Getränke und kauintensiver Obst- und Gemüsezwischenmahlzeiten,
  • Zähneputzen nach den Hauptmahlzeiten,
  • Abstellen von Lutsch- und Nuckelgewohnheiten ab dem 3. Lebensjahr und
  • Verzicht auf Nuckelflaschen, sobald die Kinder aus der Tasse trinken können.Der Zahnärztliche Dienst setzt sich nachhaltig dafür ein, dass gesunde Zähne, gesunde Ernährung und letztlich ein gesundes Aufwachsen für alle Kinder im Landkreis möglich sind. Gemeinsam mit Eltern und den vielen anderen an der Betreuung und Behandlung von Kindern beteiligten Akteuren verfolgt der Zahnärztliche Dienst das Ziel, für alle Kinder Chancengleichheit unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zu erreichen.
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