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Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt

Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt

Fr 08.05.2020 20:15, rbb Fernsehen | sowie Di 05.05.2020, 20:15 ARTE

Film von Volker Heise

Dokumentarfilm (180 Min.)
Buch und Regie: Volker Heise
Produzent: Thomas Kufus, zero one film
Koproduzent: Marc Bauder, bauderfilm
Redaktion: Rolf Bergmann, rbb, Christian von Behr, rbb/ARTE, Peter Gottschalk, ARTE

Berlin 1945: Die Stadt verwandelt sich erst in einen Kriegsschauplatz, dann in ein Trümmerfeld in dem das letzte Aufgebot aus jungen Menschen sinnlos stirbt. Kurz darauf wird der Beginn einer neuen Zeit eingeläutet – mit Siegern und Besiegten, mit neuen Gedanken und Fahnen über den Köpfen. Und während sich das ganze Ausmaß der untergegangenen Diktatur erst langsam entblättert, zeichnet sich am Horizont schon eine neue Teilung ab.

Zusammengesetzt aus Tagebüchern, Dokumenten und Archivmaterial vieler verschiedener Akteure, wird „Berlin 1945“ zum vielstimmigen Tagebuch einer Großstadt, eine direkte Vergangenheitserfahrung aus der Perspektive der Zeitgenossen. Die Vielstimmigkeit macht erlebbar, wie unterschiedlich die Erfahrungen waren, wie wenig man voneinander wusste, wie zerrissen die Menschen waren. Der Film legt Bezüge offen, die bis in das heutige Stadtbild und in unsere eigene Gegenwart hineinreichen: Im Jahr 2020, 75 Jahre nach der Kapitulation, wird der 8. Mai einmalig ein offizieller Feiertag für Berlin.

Zu Beginn des Jahres 1945 wiegt Berlin sich in der Illusion, den Krieg zu überstehen. Jeden Tag Bombenangriffe, jeden Tag werden Leichen bestattet und Brände gelöscht. Jeden Tag geht der Alltag weiter, während die Front näher rückt. Der Tod trifft Frauen und Männer, Alte und Junge, Kinder und Greise, Nationalsozialisten ebenso wie die Zwangsarbeiter, die auf ihre Befreiung warten. Eine Zeit der unklaren Frontverläufe, niemand hat den Überblick. Zivilisten verstecken sich, SS-Männer erschießen Deserteure, Rotarmisten hoffen darauf, nicht in den letzten Tagen zu fallen. Der Krieg zieht der Stadt entgegen und schließt den Kreis: Er kehrt zurück an seinen Ausgangspunkt und kennt kein Erbarmen.

Am 30. April weht die Rote Fahne über dem Reichstag und Adolf Hitler nimmt sich das Leben. Es dauert noch zwei Tage, bis sich die Stadt ergibt. Der Nationalsozialismus ist besiegt, Deutschland ist besiegt, Berlin ist besiegt. Eine Niederlage, die eine Befreiung ist. Während Engländer, Franzosen und Amerikaner noch darauf warten, in Berlin einzurücken, setzen die Sowjets Bürgermeister ein, organisieren die Lebensmittelversorgung und machen sich auf die Suche nach den Kriegsverbrechern. Die Jüdische Gemeinde findet sich neu zusammen, es gibt nur wenig Überlebende. Auf der Potsdamer Konferenz wird über das Schicksal der Stadt entschieden. In die Ruinen kehrt das Leben zurück, die Theater eröffnen wieder, Orchester spielen unter freiem Himmel. Doch das Band, das die Alliierten zusammengehalten hat, zerreißt – und der Kalte Krieg beginnt. Der Winter steht vor der Tür.

Regisseur Volker Heise erzählt das Jahr 1945 in Berlin mit Archivmaterial aus den Blickwinkeln der Zeitgenossen, eine multiperspektivische, emotionale Seherfahrung: Geschichte wird lebendig.

„Berlin 1945“ ist eine Produktion von zero one film in Koproduktion mit bauderfilm, Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) in Zusammenarbeit mit ARTE, gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg, Weltvertrieb rbb media/Autentic Distribution.

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