Betrugsversuche mit „Schockanruf“

#Potsdam, Groß Glienicke, Fahrland – 

Donnerstag, 04.03.2021 – 

 

In zwei Fällen haben gestern wieder Betrüger versucht, mit dem sogenannten Schockanruf an Geld zu kommen. Zunächst erhielt gegen 16:10 Uhr ein Mann in Groß Glienicke den Anruf seiner angeblichen Enkelin. Diese erzählte, dass sie bei der Polizei in Berlin sitze, da sie einen Unfall hatte und nun Geld benötige, um wieder entlassen zu werden. Zufällig war jedoch die Tochter des Angerufenen, also die Mutter der vermeintlichen Enkelin, bei dem Anruf dabei. Sie übernahm das Telefon und fragte ihre angebliche Tochter nach deren Geburtsdatum, was diese wiederum erst falsch beantwortete und dann das Telefonat beendete.

Kurz darauf klingelte bei einem Fahrländer das Telefon. Hier meldete sich ebenfalls eine angebliche Enkelin. Mit verheulter Stimme berichtete sie, dass etwas Schlimmes passiert sei und übergab das Telefon an einen angeblichen Polizisten. Dieser erklärte dann, dass die Enkelin bei einem Unfall einen Fußgänger getötet habe. Die Enkelin sei nun in Untersuchungshaft und benötige 23.000,-Euro für die Kaution. Als der Angerufene angab, sich erstmal mit Familienangehörigen dazu abstimmen zu wollen, beendete der angebliche Polizist das Telefonat. In beiden Fällen ermittelt nun die Kriminalpolizei.

Bei diesen so genannten „Schockanrufen“ nutzen die Täter die Schreckmomente aus, indem sie ihre Opfer anrufen und sich als Angehörige (Tocher, Enkeltochter) in einer dramatischen Situation ausgeben. Meist geben Sie weinend an, dass es einen Verkehrsunfall gegeben habe, bei denen ein Mensch ums Leben gekommen sei und sie nun bei der Polizei seien. Sie würden eine Untersuchungshaft oder ein Strafverfahren nur vermeiden können, wenn das Opfer Ihnen eine meist hohe Summe (i. d. R. mehrere zehntausend Euro) als Kaution hinterlegen würde.

Für gewöhnlich wird das Telefon dann an einen angeblichen Polizisten weitergegeben, um durch eine akustische Drohkulisse den Druck weiter zu erhöhen. Die Kombination aus Schock, Drohungen und Mitleid gegenüber dem vermeintlichen Angehörigen soll die oftmals älteren Opfer dazu bringen, den Wahrheitsgehalt nicht zu hinterfragen und Geld herauszugeben. Die Täter sprechen oft akzentfrei und agieren rhetorisch begabt.

Anbei finden sich Hinweise, die Bürger bei allen Formen des Telefonbetruges beachten sollten. Diese so genannten „Schockanrufe‘“ reihen sich neben Enkeltrickbetrügereien und Anrufen falscher Polizisten ein, die alle das Ziel haben, an Wertgegenstände und/oder Bargeld der meist älteren Opfer zu gelangen und können in ihrer Form auch stark variieren.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis!
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin, damit sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder bei der örtlichen Polizei überprüfen können!
  • Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers!
  • Bevor Sie jemandem ihr Geld geben wollen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle!
  • Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind!
  • Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei! Sie erreichen sie unter der Nummer 110.
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