Betrugsversuche mit sogenanntem Schockanruf

Brandenburg an der Havel – 

Donnerstag, 17.12.2020 – 

Bei mindestens drei Brandenburgern riefen gestern Betrüger mit dem sogenannten Schockanruf an. In einem Fall meldete sich die angebliche Enkeltochter und gab an, in einen Unfall verwickelt worden zu sein, bei dem jemand zu Tode gekommen sei. Ein Rückruf bei der echten Enkelin ergab, dass es keinen Unfall gab und der Betrugsversuch flog auf. Im zweiten Fall wurde der angerufenen Brandenburgerin mitgeteilt, dass deren Nichte in einen Unfall verwickelt sei und man sie in Haft genommen habe. Nun solle die Angerufene 40.000,-Euro Kaution zahlen. Dies passierte nicht, vielmehr informierte die Brandenburgerin die Polizei. Dank einer aufmerksamen Bankmitarbeiterin blieb einer weiteren Brandenburgerin möglicherweise ein großer Schaden erspart. Diese Dame hatte zuvor einen Anruf eines angeblichen Polizisten erhalten. Dieser teilte mit, dass die Schwiegertochter der Angerufenen in Berlin einen Unfall verursacht habe, bei dem auch eine Person zu Tode kam. Die Schwiegertochter müsse nun vor Gericht und ins Gefängnis. Damit die Schwiegertochter Weihnachten zu Hause sein könne, müsse die Angerufenen nun 20.000,-Euro Kaution zahlen. Als sie bereits bei der Bank war und mit einer Bankangestellten darüber sprach, flog auch hier der Betrugsversuch auf.

Bei diesen so genannten „Schockanrufen“ nutzen die Täter die Schreckmomente aus, indem sie ihre Opfer anrufen und sich als Angehörige (Tocher, Enkeltochter) in einer dramatischen Situation ausgeben. Meist geben Sie emotional an, dass es einen Verkehrsunfall gegeben habe, bei denen ein Mensch ums Leben gekommen sei und sie nun bei der Polizei seien. Sie würden eine Untersuchungshaft oder ein Strafverfahren nur vermeiden können, wenn das Opfer Ihnen eine meist hohe Summe (i. d. R. mehrere zehntausend Euro) als Kaution hinterlegen würde.

Für gewöhnlich wird das Telefon dann an einen angeblichen Polizisten weitergegeben, um durch eine akustische Drohkulisse den Druck weiter zu erhöhen. Die Kombination aus Schock, Drohungen und Mitleid gegenüber dem vermeintlichen Angehörigen soll die oftmals älteren Opfer dazu bringen, den Wahrheitsgehalt nicht zu hinterfragen und Geld herauszugeben. Die Täter sprechen oft akzentfrei und agieren rhetorisch begabt.

Anbei finden sich Hinweise, die Bürger bei allen Formen des Telefonbetruges beachten sollten. Diese so genannten „Schockanrufe‘“ reihen sich neben Enkeltrickbetrügereien und Anrufen falscher Polizisten ein, die alle das Ziel haben, an Wertgegenstände und/ oder Bargeld der meist älteren Opfer zu gelangen und können in ihrer Form auch stark variieren.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht ausfragen. Geben sie keine Details Ihrer familiären oder finanziellen Verhältnisse preis!
  • Lassen Sie sich von einem Anrufer nicht drängen und unter Druck setzen. Vereinbaren sie einen späteren Gesprächstermin, damit sie in der Zwischenzeit die Angaben z.B. durch einen Anruf bei Ihren Verwandten oder bei der örtlichen Polizei überprüfen können!
  • Notieren Sie sich die eventuell auf dem Sichtfeld Ihres Telefons angezeigte Nummer des Anrufers!
  • Bevor Sie jemandem ihr Geld geben wollen: Besprechen Sie die Angelegenheit mit einer Person Ihres Vertrauens. Wenn Ihnen die Sache „nicht geheuer ist“, informieren Sie bitte ihre örtliche Polizeidienststelle!
  • Übergeben Sie kein Geld an Personen, die Ihnen nicht persönlich bekannt sind!
  • Haben sie bereits eine Geldübergabe vereinbart? Informieren Sie noch vor dem Übergabetermin die Polizei! Sie erreichen sie unter der Nummer 110!
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