Bilanz 2020 – Rund 285 Tonnen Kampfmittel gefunden

Stübgen: Brandenburg hat weiterhin höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland

Potsdam – Der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) hat eine vorläufige Bilanz für dieses Jahr gezogen: Bis Ende November wurden in Brandenburg rund 285 Tonnen Kampfmittel gefunden, teilte das Innenministerium heute in Potsdam mit. Im Ergebnis der Kampfmittelräummaßnahmen durch den KMBD konnten bisher rund 92 Hektar aus dem Kampfmittelverdacht entlassen werden.

Innenminister Michael Stübgen: „Die Fachleute des KMBD haben auch in diesem Jahr wieder ganze Arbeit geleistet. Trotz mehrwöchiger Unterbrechungen aufgrund der Pandemie konnten mehr Kampfmittel gefunden werden als im Jahr zuvor. Dennoch ist Brandenburg weiterhin das Bundesland mit dem höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten in Deutschland. Deshalb bleibt die Kampfmittelsuche eine Aufgabe, die uns und nachfolgende Generationen noch lange beschäftigen wird.“

Rund 350.000 Hektar zivil genutzter Fläche stehen in Brandenburg unter Kampfmittelverdacht. Oranienburg, Potsdam, die Oder-Neiße-Linie und der Bereich südlich Berlins bilden dabei die lokalen Schwerpunkte. Der KMBD hat bis Ende November über 5.600 Anfragen von Grundstückseigentümern auf Kampfmittelbelastung bearbeitet und wurde zudem im Rahmen der Gefahrenabwehr rund 2.600 Mal zu einem Kampfmittelfund gerufen.

Außerdem beauftragte er über 226 Kampfmittelräummaßnahmen für landeseigene, kommunale und private Liegenschaften und wurde auch als Geschäftsbesorger für Dritte wie Kommunen oder den Bund tätig. Ferner wurde im Dezember 2020 eine Kooperationsvereinbarung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geschlossen. Danach verpflichtet sich der Bund zu einer verstärkten Kampfmittelräumung auf bundeseigenen Liegenschaften im Land Brandenburg und stellt hierfür bis 2035 insgesamt 229 Millionen Euro zur Verfügung.

Brandenburg musste für die Kampfmittelräumung bis Ende November 2020 insgesamt 12,9 Millionen Euro aufwenden – davon 7,5 Millionen Euro für die Beseitigung von Kampfmitteln und 5,4 Millionen Euro für Personal- und Sachkosten. Allein für die Kampfmittelbeseitigung in Oranienburg mussten 5,2 Millionen Euro aufgewendet werden.

Im Ergebnis wurden in diesem Jahr (Stand: 30. November) im Land Brandenburg rund 285 Tonnen Kampfmittel gefunden. Darunter befanden sich unter anderem:

  • ca. 2.005 Stück Nahkampfmittel
  • 260 Stück Minen
  • 90.221 Stück Granaten
  • 4.853 Stück Brandbomben
  • 1.322 Stück Sprengbomben über 5 kg
  • 5.265 Stück Panzerabwehrraketen/ Raketen
  • 1.580 Stück Waffen/Waffenteile
  • 343.422 Stück Handwaffenmunition.

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