Bilanz der stadtweiten polizeilichen Schwerpunktmaßnahmen zur Bekämpfung von Verkehrsunfällen mit Radfahrenden bei Abbiegevorgängen

#Berlin – Vom 1. bis zum 12. April 2019 hat die Polizei Berlin im Rahmen der Schwerpunkt-aktion im gesamten Stadtgebiet gezielte Maßnahmen zum Schutz von Radfahrenden an verkehrsreichen und unfallbelasteten Kreuzungen sowie Einmündungen durchgeführt. Das Hauptaugenmerk lag hier in der Verkehrssicherheitsarbeit auf Fehlverhaltensweisen von abbiegenden Kraftfahrzeugen gegenüber Radfahrenden.

In der ersten Aktionswoche stand die Aufklärung der Verkehrsteilnehmenden im Fokus der polizeilichen Maßnahmen. Unter Einbeziehung der Verkehrssicherheitsberatenden aller Polizeiabschnitte wurden Informationsgespräche geführt, Flyer mit Verhaltenshinweisen verteilt und mit ausgelegten Planen, Sprühschablonen sowie durch die Verwendung eines Fahrschulbusses in anschaulicher Weise die Gefahren des so genannten „Toten Winkels“ aufgezeigt. Auch ein Unfallszenario wurde dargestellt und somit die besondere Gefahr für Fahrradfahrenden demonstriert. Bei den insgesamt 159 Präventionseinsätzen wurden auch Fahrradcodierungen angeboten, die sehr gefragt waren.

In der zweiten Woche folgten überwiegend an denselben Örtlichkeiten gezielte Verkehrskontrollen zur Ahndung der typischen Fehlverhaltensweisen in Kreuzungsbereichen. 2.662 Kraftfahrende wurden nach einem Fehlverhalten angehalten, daraus resultierten 1.845 Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeigen. Neben 298 Abbiegeverstößen und 165 Rotlichtmissachtungen wurden auch verbotene Handynutzung, Missachtung der Gurtpflicht, Nichtbetätigen des Blinkers und weitere Verstöße angezeigt. Vier Lastkraftwagen hatten bei den Kontrollen kein freies Sichtfeld, auch diese Verstöße wurden geahndet. Selbstverständlich wurden aber auch die Radfahrenden in ihrem Verhalten überwacht, u. a. wenn die Radfahrenden noch bei rotem Ampellicht in Kreuzungsbereiche einfuhren oder verkehrswidrig Gehwege nutzten. Die überwiegend als zivile Beobachtungsposten eingesetzten Polizisten fertigten insgesamt 1.102 Anzeigen (darunter 571 x Rotlicht und 319 x Gehwegfahren).

Fazit: Insgesamt zeigen die konkreten Kontrollerfahrungen und die täglichen polizeilichen Beobachtungen die Notwendigkeit auf, hier auch künftig einen Überwachungsschwerpunkt zu setzen. An vielen Kontrollorten war die Feststellung erschreckend, wie sorglos und leichtfertig Radfahrende die Fahrbahn selbst unmittelbar vor abbiegenden Lkw queren – in Anbetracht der hohen Selbstgefährdung mehr als unverständlich. Die Polizei Berlin rät deshalb eindringlich, sich an Kreuzungen und Einmündungen besonders sensibel zu verhalten, möglichst Blickkontakt zu den Abbiegenden aufzunehmen, das stark eingeschränkte Sichtfeld bei Lkw zu berücksichtigen und im Zweifelsfall lieber auf den eigenen Vorrang zu verzichten. Kraftfahrzeugführende sollten bereits im Vorfeld des beabsichtigten Abbiegevorganges aufmerksam auf den parallelen Radfahrverkehr achten und im Moment des Abbiegens bremsbereit und sorgfältig Rückschau halten.

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