Bilanz und Ausblick Kommunaler Immobilien Service

KIS-Werkleiter: 2021 werden entscheidende Weichen für Schulentwicklung gestellt

KIS investiert 2020 bis 2023 über 308 Millionen Euro in die bauliche Infrastruktur

Der Kommunale Immobilien Service (KIS) als Eigenbetrieb der Landeshauptstadt Potsdam sorgt seit 2005 mit seinen ca. 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür, dass die öffentliche Infrastruktur mit der dynamischen Entwicklung der Landeshauptstadt Schritt hält. Die Zeit zwischen den Jahren nutzt der KIS traditionell, um das nun zu Ende gegangene Jahr zu resümieren und einen Ausblick auf das neue Jahr zu geben. Pandemiebedingt wurde in diesem Jahr auf ein Pressegespräch verzichtet.

Auch für den KIS war das Jahr 2020 kein normales Jahr, sondern ein Jahr der besonderen Herausforderungen.  Es begann mit der Cyber-Attacke auf die IT der Stadtverwaltung und den damit einhergehenden digitalen Lockdown. Gute zwei Monate musste improvisiert werden, um den Ausfall der digitalen Kommunikation möglichst zu kompensieren. Dank des Engagements und der Kreativität von Mitarbeitenden des KIS konnten die meisten Prozesse auch unter den erschwerten Bedingungen aufrechterhalten werden. Wesentliche Auswirkungen gab es nur im Bereich der Bauprojekte. Hier waren über mehrere Wochen die Durchführung von Vergabeverfahren über den digitalen Vergabemarktplatz leider nicht mehr möglich. Dies führte insbesondere beim Projekt Schulzentrum am Stern zu spürbaren Projektverzögerungen.

Kaum war der digitale Lockdown überwunden, kam die nächste Herausforderung, der Corona-Lockdown. Hier stand und steht der KIS aktuell wieder vor der Herausforderung, nicht nur den eigenen Geschäftsbetrieb und die Projektarbeit weiterzuführen, sondern zusätzlich Corona-bedingte Dienstleistungen zu erbringen, meistens sehr kurzfristig. So mussten innerhalb von wenigen Tagen die Abstrichstellen in der Jägerallee und in der Pietschkerstraße hergerichtet werden. Für die zur Unterstützung des Gesundheitsamts zur Verfügung gestellten Bundeswehrsoldaten mussten erst zwei, dann vier Etagen im Haus 2 wieder in Betrieb genommen werden, verbunden mit der Beschaffung von Büromöbeln für ca. 120 Arbeitsplätze und den damit verbundenen Umzügen. Die Reinigungsdienstleitungen waren an die neuen verschärften Hygieneanforderungen anzupassen. Durch die Hausmeister und Handwerker des KIS wurden Abstandsmarkierungen, Absperrungen und die Ausweisungen von neuen Wegeführungen vorgenommen.

Kurz vor Jahresende galt es dann, die Metropolishalle anzumieten, für den Ausbau als Landesimpfzentrum vorzubereiten und die für den Betrieb erforderlichen Reinigungs- und Sicherheitsdienstleitungen zu organisieren. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit Betreiber der Halle und seiner professionellen Leitungsbereitschaft konnte auch diese Aufgabe kurzfristig gelöst werden.

Parallel galt es die „normalen“ Herausforderungen des Wirtschaftsplanes 2020 zu meistern. Bernd Richter, Werkleiter des KIS: „Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist trotz der zusätzlichen Corona-Anforderungen und unter den Bedingungen des Lockdowns auch die wesentlichen Ziele des Wirtschaftsplanes 2020 erreicht zu haben. Dies ist dem besonderen Engagement meiner Kolleginnen und Kollegen zu verdanken.“

Wie in den vergangenen Jahren waren auch 2020 Investitionen der wesentliche Schwerpunkt der Arbeit des Kommunalen Immobilien Service. Der Großteil dieser Investitionen floss wie in den vergangenen Jahren in den Ausbau und die Sanierung der Potsdamer Bildungsinfrastruktur.

Für Schulen und Sportstätten sah und sieht der Wirtschaftsplan 2020 allein 39,9 Millionen Euro für die bauliche Infrastruktur der Landeshauptstadt Potsdam vor.

Hinzu kommen weitere 2,8 Millionen Euro Investitionen in Kitas und Hort. Somit ergibt sich im Jahr 2020 ein Gesamtvolumen von 42,7 Millionen Euro für die Kinder- und Bildungslandschaft der Landeshauptstadt Potsdam. Die Gesamtinvestitionen des KIS lagen 2020 bei 53,8 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2023 sollen insgesamt 308,2 Millionen Euro investiert werden, laut WP 2020.

Bürgermeister Burkhard Exner: „Unsere Anstrengungen haben sich selbst unter den Pandemiebedingungen nicht verringert. Investitionen in die Bildungsinfrastruktur waren und sind weiterhin oberste Priorität für uns.“

Rückblickend auf das Jahr 2020 konnten durch den KIS mehrere Projekte abgeschlossen werden. So wurde u.a. die Grundschule Am Jungfernsee an den Roten Kasernen Ost inklusive einer neuen Sporthalle fertiggestellt und im Frühjahr an die Schule übergeben.

Auf dem derzeit größten Bauprojekt, dem Schulzentrum am Stern des KIS in der Gagarinstraße ging es ebenfalls tatkräftig voran. Hier konnte das Teilprojekt „Sanierung und Erweiterung des Bestandsschulgebäudes“ abgeschlossen werden.

Auch im Sportbereich gab es mehrere wichtige Meilensteine zu verzeichnen. So konnten nach der bereits im Februar erfolgten Inbetriebnahmen der neuen Sporthalle, im Sommer auch die Außensportanlagen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Zeppelin-Grundschule am Schulstandort Haeckelstraße final eröffnet werden.

Für das Jahr 2020 ist zudem ein weiteres wichtiges Projekt des KIS im Bereich des Sportes, in diesem Falle des sogenannten freiwilligen Vereinssportes hervorzuheben. Auf Grund der begrenzten Personalressourcen im Bereich der Projektleiter des KIS war die Umsetzung des Projektes in 2020 zunächst fraglich. Dank der Bereitschaft des Vereins Potsdamer Sport-Union 04 e.V., selbst die Verantwortung für Projektumsetzung zu übernehmen, ist es mit fachlicher Begleitung des KIS nicht nur gelungen die beiden stark sanierungsbedürftigen Kunstrasenplätze zu erneuern, sondern zusätzlich auch noch das Fußballgroßspielfeld in einen modernen Kunstrasenplatz zu verwandeln. Neben der hervorragenden Zusammenarbeit zwischen Verein, der Sportverwaltung der Landeshauptstadt und dem KIS ist hier bemerkenswert, dass die neu gestalteten Hockeyplätze nunmehr über den sog. Tokio-Rasen verfügen, der vom Hersteller speziell für die Hockeyplätze der Olympischen Spiele in Tokio entwickelt wurde und zu 60% aus Zuckerrohr gewonnen wird. Aber auch der neue Fußballplatz ist ein besonderer, denn er steht nach seiner Fertigstellung durch die PSU nun auch mehreren anderen Fußballvereinen zur Verfügung.

2020 erfolgte mit der erfolgreichen Durchführung eines Architekturwettbewerbs der Startschuss für ein weiteres Leuchtturm-Projekt im Bereich des Sports, das Sportforum Am Schlaatz. Nach den architektonisch und funktional anspruchsvollen Entwürfen des Architekturbüros huber staudt architekten bda aus Berlin wird in den kommenden Jahren ein für den Schul- und Vereinssport gemeinsam nutzbarer neuer Standort entwickelt. Einen Baubeginn gab es hingegen bereits in 2020 für die „Historische Sporthalle Kurfürstenstraße“. Ab Herbst 2022 soll die denkmalgeschützte Halle wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.

Im Kita-Bereich konnte der KIS im zurückliegenden Jahr die Kita in der Burgstraße, der Hort am Nuthepark neben der Kita Sausewind und die Kita „Pipapo“ in Fahrland übergeben werden. Fertiggestellt wurde weiterhin der Erweiterungsbau der Kita Ginsterweg.

Nicht nur im Bereich der großen Investitionsvorhaben war der KIS 2020 erfolgreich.

Zum Jahresbeginn übernahm der KIS im Auftrag der LHP die Verwaltung von fast 1.900 Verträgen des s.g. Finanzvermögens der Landeshauptstadt, im Wesentlichen: Klein- und Erholungsgärten, sowie Garagen gehören dazu.

Auf dem Campus der Stadtverwaltung wurde mit der Einführung eines neuen Wegeleitsystems begonnen, das gerade auch in der Zeit der Corona-Pandemie den Potsdamerinnen und Potsdamern eine bessere Orientierung und somit kürzere und schnellere Wege auf dem Campusgelände ermöglicht. Im kommenden Jahr wird es vervollständigt und mit digitalen Informationsstationen, s.g. digitalen Portiers ergänzt. Das Servicecenter des KIS, das Störungsmeldungen und Kundenanfragen aufnimmt und mögliche Havarie-Aufträge auslöst, hatte im Jahr 2020 über 18.900 Vorgänge zu bearbeiten. Insgesamt erteilte der KIS 2020 über 8.600 Aufträge und bearbeitete ca. 17.000 Rechnungen, seit 2015 übrigens digital.

Ausblick 2021

Auch 2021 wird der KIS sicher noch vor der Herausforderung der Corona-Pandemie stehen, sieht sich aber gut gewappnet.

Gleich zu Beginn des Jahres werden zwei große Architekturwettbewerbe starten, nämlich für die Schulstandorte Pappelallee und Waldstadt Süd. Beide Standorte sind wichtige Bausteine bei der Umsetzung der beschlossenen Schulentwicklungsplanung. Bereits in diesem Jahr (2020) wurde in Vorbereitung auf das Wettbewerbsverfahren zum Standort Pappelallee ein Gemeinschaftsprojekt mit der Fachhochschule Potsdam erfolgreich abgeschlossen.

Bei beiden Wettbewerbsverfahren und bei der nachfolgenden Projektumsetzung spielt das Thema Nachhaltiges Bauen eine große Rolle. Der KIS lässt sich hierbei durch externe Experten begleiten und strebt für beide Projekte eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) an.

Auch bei der Innenbeteiligung der Nutzer geht der KIS neue Wege. Gemeinsam mit Schülern und Lehrern der Gesamtschule Am Schloss hat sich die FHP mit ihren Studierenden intensiv mit der funktionalen und räumlichen Bedarfsplanung der Schule beschäftigt. Im Ergebnis liegt nun der von der FHP entwickelte „LEITFADEN ZUR NUTZER*INNENBETEILIGUNG IN DER „PHASE NULL“ BEIM KOMMUNALEN SCHULBAU“ vor

(https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/2488).

Im kommenden Jahr erfolgt mit der Fertigstellung der Außenanlagen die Gesamtfertigstellung des Campus Am Stern am Schulstandort Gagarinstraße. Auch die langjährigen Sanierungen der Kita „Regenbogenland“ und der Kita „Löwenzahn“ werden in 2021 abgeschlossen.

In der Sportinfrastruktur werden bei den Turnhallen wichtige Projektschritte erreicht. In 2021 ist Planungsbeginn für die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle der Rosa-Luxemburg-Schule in der Burgstrasse, Ende 2023 soll die Halle fertiggestellt sein. Beim Neubau der Turnhalle für die Lennéschule und die Grundschule am Humboldtring beginnt ebenfalls 2021 die Planungsphase, die Fertigstellung ist für das Jahr 2024 geplant.

Auch die Entwicklung des Schulstandortes Nuthewinkel startet, zunächst mit der Errichtung der Interimslösung in Form einer Containeranlage für die neue Grundschule und dem Planungsbeginn für eine neue Kita. Fortgeführt werden die Planungen zur Sanierung und Erweiterung der Waldstadtgrundschule und der Comenius-Förderschule.

Auf dem Campus der Stadtverwaltung wird die Sanierung des Rathaus Potsdam fortgeführt und es erfolgen Brandschutzmaßnahmen im Haus 1 auf dem Verwaltungscampus.

KIS-Werkleiter Bernd Richter zu den Herausforderungen des Jahres 2021: „Corona-bedingt wird auch das kommende Jahr einige Herausforderungen für uns bringen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir diese meistern werden. Für die erfolgreiche Umsetzung des Investitionsprogramms ist wird es entscheidend sein, dass es uns mit Unterstützung des Personalbereichs der Landeshauptstadt auch gelingt, die hierfür notwendigen Fachkräfte zu gewinnen.“

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