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Brandenburg holt Gold und Silber im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Potsdam – Heute wurden die Ergebnisse des Bundeswettbewerbs

„Unser Dorf hat Zukunft“ verkündet. Dissen im Landkreis Spree-Neiße gewinnt Gold, Silber ging an Garlitz im Landkreis Havelland. Auch der Sonderpreis für „Kultur im Dorf“ geht an Garlitz. Am 26. Bundeswettbewerb beteiligten sich bundesweit knapp 1.900 Dörfer.

„Ich gratuliere unseren beiden Gewinnern! Sie haben gezeigt, dass es sich lohnt, sich gemeinsam für sein Dorf zu engagieren. Dieser Dorfwettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes, denn er zeigt eindrucksvoll, dass der ländliche Raum dort eine große Zukunft hat, wo er den Menschen

ein attraktives Lebensumfeld bietet, weil viele vor Ort bereit sind, ihre Heimat aktiv mit zu gestalten“, so Minister Jörg Vogelsänger.

Dissen – Geschichte weist den Weg

Dissen, niedersorbisch Dešno, gehört zum Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden und beweist, dass das Orts-Motto „Geschichte weist den Weg in die Zukunft“ keine Sackgasse ist. Trotz seiner Eigenwerbung als Museumsdorf, ist Dissen mit seinen 600 Einwohnern ein sehr lebendiges Dorf.

Beispielgebend sind die umfangreichen Bestrebungen zur Revitalisierung und Pflege der wendischen Kultur und deren Einbindung in den Alltag. Wendische Ortsteilnamen auf den Straßenschildern sind ebenso zu finden wie der ursprüngliche wendische Hofname.

In Dissen haben die Bürger erkannt, dass die Erhaltung des dörflichen Ortsbildes für eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung entscheidend sein kann. Die seit dem 18. Jahrhundert kaum veränderte Gemeinde ist mit ihren fünf Ortsteilen durch geschlossenen Vierseithöfe geprägt. Einmalig in

Brandenburg sind die Torhaushöfe die eine kompakte, wehrhafte Bauweise symbolisieren und nur durch das Tor den Zugang gewähren. In Dissen sind 35 Hofstellen erhalten.

Die Dissener bekennen sich zur Entwicklung eines sanften, kleinteiligen und nachhaltigen Tourismus. Mit dem Ziel, als Erholungsort offiziell anerkannt zu werden. Weithin bekannt ist Dissen für die Nachbildung eines wendischen Dorfes „Stary lud“ (Begegnungen mit dem alten Volk) und dem

ortseigenem Naturkundezentrum/Storchenhof, das gemeinsam mit dem Heimatmuseum Projekttage für Schulkinder und Touristen zum „Slawischen Leben“ ausrichtet. Die renaturierte Spreeaue ist als artenreicher Lebensraum erlebbar.

Garlitz – Geschichten vom Dorfanger

Garlitz wurde erstmals 1161 erwähnt. Das Dorf, mit seinen 400 Einwohnern, prägt ein breiter Anger, der durch alte Eichen und großzügige Grünflächen geschmückt wird. Gemäß dem Gemeindemotto „Starke Gemeinschaft und reges Leben im geschichtsträchtigen Dorf“ wurde ein „Garlitzer

Geschichtenweg“ angelegt.Im Rahmen ihres „Garlitzer Stammtischs“ haben die Einwohner Ideen erarbeitet, wie sich das Dorf weiter entwickeln soll. Die ortsansässigen Vereine und Interessengruppen sorgen hier für ein ausgeprägtes „Wir-Gefühl“. So gibt es auf dem Dorfanger den „Vorlese-Sessel“,

auf dem „Vorlese-Omis“ und „Vorlese-Opis“ in den Sommerferien für Kinder – und zu späterer Stunde auch für Jugendliche beziehungsweise jung Gebliebene – Geschichten vortragen.

Überregional ist Garlitz durch das angrenzende Großtrappenschutzgebiet bekannt geworden. Der Schutz der umliegenden Landschaft und der Natur ist Anliegen für die Garlitzer, die dafür sorgen, dass die  land- und forstwirtschaftlichen Flächen umweltverträglich bewirtschaftet werden.

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