Brandenburger IHKs: BER ist Wachstumstreiber für die Hauptstadtregion

Mit der Flughafeneröffnung ist ein Meilenstein erreicht – Jetzt sollte das Zeitfenster genutzt werden, um eine bessere Verkehrsanbindung, mehr Langstreckenverbindungen und Standortvorbereitungen für weitere Ansiedlungen voranzutreiben

Potsdam, 31. Oktober 2020 – „Die Brandenburger Wirtschaft freut sich, dass der Flughafen Berlin Brandenburg erfolgreich an den Start gegangen ist und die Hauptstadtregion nun endlich internationalen Anschluss an moderne Flughäfen anderer Metropolen gefunden hat. Auch wenn sich manche Entwicklung durch die verspätete BER-Eröffnung verzögert und die durch die Corona-Pandemie verursachte Luftfahrtkrise anhält, werden sich die Prognosen langfristig erfüllen: Der Flughafen BER ist ein Wachstumstreiber für die Hauptstadtregion.“ Das sagt Peter Kopf, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger Industrie- und Handelskammern. „Für die erste Ausbaustufe sehen wir den BER auch gut angebunden, doch mit Rückkehr zu den Ursprungsfluggastzahlen gibt es klaren Handlungsbedarf. Das Zusammenwirken und die Vernetzung aller Verkehrsträger spielt eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Optimierung von Reiseketten und ist entscheidend für den internationalen Wettbewerb. Das jetzt offene Zeitfenster muss effektiv für die weiteren baulichen Planungen genutzt werden, um die bekannten Engpässe bei der Verkehrsinfrastruktur im Flughafenumfeld zu beseitigen. Alle Kernforderungen der IHK-Verkehrsstudie bleiben daher weiterhin erhalten.“

Die Ausrichtung auf den öffentlichen Nahverkehr mit geplanten 70 Prozent der Passagiere bzw. Arbeitnehmer ist im internationalen Vergleich richtungsweisend. Um diese Zahlen zu erreichen, besteht jedoch Nachbesserungsbedarf für Gesamtbrandenburg. Viele Brandenburger Reisende erreichen den BER nur mit der Bahn bei mindestens einem Umstieg. Zudem braucht es mehr attraktive Buslinien, die die Menschen aus dem Umland schnell zum Flughafen bringen. Auch die Fernverkehrsverbindungen müssen weiter ausgebaut werden, damit der BER aus anderen Regionen mit Fernbuslinien und schnellen ICE- und IC-Zügen erreichbar wird.

„Mit einem ICE-Zubringer könnten auch mehr Flugverbindungen auf der Langstrecke gewonnen werden. Der Bedarf an mehr internationalen Direkt- und Langstreckenverbindungen vor allem in den asiatischen Raum ist da“, sagt Peter Kopf. Das belegt eine Studie aus dem Jahr 2019, in der sich fast drei Viertel der befragten Berlin-Brandenburger Geschäftsleute unzufrieden mit dem außereuropäischen Geschäftsreiseangebot zeigten. Die wirtschaftliche Entwicklung werde dadurch gehemmt. „Die Anbindung an einen internationalen Flughafen mit attraktiven Langstreckenflügen ist neben moderner Infrastruktur, urbaner Nähe, verfügbaren Fachkräften und einer engen Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft schließlich ein wichtiges Ansiedlungsargument für Unternehmen mit hoher Wertschöpfung und gut bezahlten Jobs“, ergänzt er.

Dass das Umfeld innerhalb einer Autostunde diesbezüglich bereits enorm profitiert hat, zeigen aktuelle Ansiedlungen von Tesla und die Entwicklungen wichtiger Dienstleister im Luft- und Raumfahrt- sowie Logistiksektor. Aber auch der Immobilienbereich und kreative mittelständische Unternehmen mit internationaler Vernetzung, die die Entwicklungen in der Flughafenregion mit ihren IT- und Techniklösungen begleiten, sind hier aufzuführen. „Die BER-Eröffnung richtet den Blick auf all diese positiven Entwicklungen und öffnet den Fokus für weitere nationale oder internationale Standortentscheidungen von Unternehmen. Eine zukunftsorientierte Flächenpolitik muss jetzt von Land und Region dynamisch und konsequent umgesetzt werden, um für größere Ansiedlungen vorbereitet zu sein.“

Stimmen aus der Wirtschaft zur Flughafeneröffnung

 

Peter Heydenbluth, Präsident der IHK Potsdam, Geschäftsführer ERV GmbH Entsorgung-Recycling-Verwertung, Velten:

„Die Eröffnung des BER bringt uns unserem Ziel näher: Die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg in Deutschland und in Europa an die Spitze zu bringen. Nun fehlen noch die wichtigen und von uns immer wieder geforderten Langstreckenverbindungen zu den Weltmetropolen sowie das Bekenntnis großer Fluggesellschaften, diesen Weg mit beschreiten zu wollen.“

 

Carsten Christ, Präsident der IHK Ostbrandenburg, Geschäftsführer MAYER Kanalmanagement GmbH:

„Die Eröffnung des BER wird – neben der TESLA-Ansiedlung – unsere Region in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Ich freue mich insbesondere darauf, dass Brandenburg dadurch bunter und vielfältiger wird. Die Nähe zu einem internationalen Großflughafen wird Investoren anlocken, die unsere Region weiter nach vorn bringen. Dazu wird der BER internationale Fachkräfte anziehen, welche wir so dringend benötigen. Ich heiße alle Menschen willkommen, die unsere Region und unsere Unternehmen bereichern wollen. Eine zunehmende Internationalisierung ist der Schlüssel zur Zukunft und der BER wird einen großen Teil dazu beitragen.“

 

Jens Warnken, Geschäftsführer airkom Druckluft GmbH, Wildau

„Als bekannter Industriedienstleister sind wir in vielen Branchen aktiv, die sich am BER und in der Peripherie angesiedelt haben. Wir versprechen uns neue Kontakte, auch im Servicebereich, da wir aufgrund der BER-Nähe eine schnelle Reaktionszeit gewährleisten können. Auch werden wir die über die Grenzen der Metropolregion hinausgehende Wahrnehmung stärken, dass dieses Projekt trotz Verzögerungen erfolgreich an den Start geht.“

André Reich, Geschäftsführer UNITAX-Pharmalogistik GmbH, Schönefeld

„Von unserem Pharmalogistik-Zentrum schauen wir direkt auf den BER. Wir freuen uns über die Eröffnung, weil wir nun von noch kürzeren Wegen für eilige Arzneimittelsendungen per Luftfracht profitieren. Generell nutzen wir die gute Infrastruktur um den BER herum, wenn wir lebenswichtige Medikamente schnell an Apotheken und Krankenhäuser oder an ihre Ziele im In- und Ausland bringen. Jetzt hoffen wir noch auf eine höhere Frequenz beim ÖPNV, damit unsere Mitarbeitenden uns besser erreichen können.“

Oliver Schwarz, Geschäftsführender Gesellschafter, Vakuplastic Kunststoff GmbH & Co. KG, Schönefeld:

„Wir freuen uns auf den Start des BER, da nun endlich unser Ortsteil Waßmannsdorf an das S-Bahnnetz angeschlossen wird und somit unsere Mitarbeiter und zukünftigen Azubis mit den Öffi’s zu uns kommen können und wir den ÖPNV zur Entlastung der Straße nutzen können. Unsere Messearbeit wird intensiviert werden, da sich die Anreisezeit zum Flughafen von über einer Stunde auf wenige Minuten verkürzt. Wir rechnen damit, unsere Exportzahlen weiter zu verbessern.“

Andrea Vock, Geschäftsführerin UVA Kommunikation und Medien GmbH, Potsdam, Präsidialmitglied der IHK Potsdam:

„Mit der BER-Inbetriebnahme ist für die Hauptstadtregion ein enormer Wertschöpfungsimpuls verbunden. Zusammen mit einer herausragenden öffentlichen Nahverkehrsanbindung wird sich die dynamisch-positive Wirtschaftsentwicklung weiter beschleunigen. Ganz konkret sehe ich den Großflughafen als einen Motor für Industrieansiedlungen, Innovation und Internationalisierung.“

Thomas Huch, Geschäftsführender Gesellschafter Huch GmbH Behälterbau und Verwaltungsgesellschaft, Neuruppin, Präsidialmitglied der IHK Potsdam

„Endlich kommt der lange angekündigte Flughafen Berlin Brandenburg BER ans Netz! Die Eröffnung wird der Region einen Wettbewerbsvorsprung bei internationalen Ansiedlungen und auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung bringen. Das ist auch gut für die regionale Wirtschaft. Der Standort wird mehr in den Fokus gerückt und auch für qualifizierte Arbeitskräfte interessant, die wir dringend brauchen.“

 

Wulf Spitzley, Sprecher der Geschäftsführung PCK Raffinerie GmbH, Schwedt/Oder:
„Die Versorgung der Flugzeuge am BER wird mit Treibstoff von der PCK Raffinerie mit der umweltfreundlichen Bahn erfolgen. Der Flughafen Tegel konnte nur per Tankkraftwagen mit Kerosin versorgt werden. Schönefeld wurde per Kesselwagen beliefert. Wir freuen uns daher über die mit der BER-Eröffnung fortan umweltschonende Logistik unseres Treibstoffs hin zum Hauptstadtflughafen.“

 

Uwe Hädicke, COO/Managing Director des Airports Neuhardenberg:

„Durch den BER wird es endlich einen Aufbruch geben, der Brandenburg und Berlin wettbewerbsfähiger macht. Zugleich setzen wir darauf, dass die Politik Luftfahrt und flugaffine Entwicklung zum Wohle der Volkswirtschaft der Hauptstadtregion nun entspannter betrachten und neu bewerten wird. Flugplätze wie Neuhardenberg sollten ihre Entwicklungspläne realisieren dürfen. Wartungsbetriebe und GA/Business Aviation sollten nicht in Nachbarbundesländern oder im Ausland Alternativen suchen müssen.“

Christian Böttcher, Director Business Development der Hotel Esplanade Bad Saarow GmbH:

„Als zusätzlicher Baustein wird der BER dabei helfen, dass wir zukünftig noch viele weitere Gäste von der tollen Region Scharmützelsee begeistern können. Unser wunderbares Esplanade Bad Saarow liegt nun innerhalb einer Autofahrt von nur noch 45 Minuten zu einem internationalen Flughafen. Auch in Zukunft bauen wir darauf, ein sehr gut erreichbares Hotel mitten in Brandenburg unweit Berlins zu sein. Dies ist für ein wachsendes Tagungs- und Eventgeschäft mit angeschlossener Akademie wichtiger denn je.“

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