Brandenburgische Architektenkammer seit mehr als 30 Jahren aktiv für Baukultur

Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung hat anlässlich des Sommerfests der Brandenburgischen Architektenkammer eine positive Bilanz der Zusammenarbeit des Landes mit der Architektenkammer gezogen. Seit 1991 wirken die Architektinnen und Architekten für hochwertiges Planen und Bauen in Brandenburg.

„Die Brandenburgische Architektenkammer hat in den zurückliegenden Jahrzehnten sehr erfolgreich gearbeitet und wesentlich zur Förderung der Baukultur beigetragen. Überall im Land ist sichtbar, wie Gebäude und Gebäudeensembles in einem ausgewogenen Verhältnis von Funktion und Gestaltung zur Unverwechselbarkeit der Städte und Gemeinden beitragen. Das baukulturelle Erbe wurde saniert und Neubau in hoher Qualität kam hinzu. Die Menschen leben wieder gerne in ihren Städten und die zahlreichen Gäste wissen die Vielfalt brandenburgischer Städte und Gemeinden zu schätzen. Gute Beispiele wurden seit 1995 mit dem Architekturpreis und seit 2009 gemeinsam mit der Brandenburgischen Ingenieurkammer mit dem Brandenburgischen Baukulturpreis ausgezeichnet,“ sagte Rainer Genilke im Vorfeld der Veranstaltung.

Als Körperschaft des öffentlichen Rechts nimmt die Architektenkammer seit ihrer Gründung im Jahr 1991 eine Vielfalt an Aufgaben wahr. Dazu gehört der Einsatz für gutes Planen und Bauen, etwa bei der Fortbildung der Berufsangehörigen, der Befassung mit Baugeschichte, der Unterstützung von Wettbewerben sowie für eine transparente Vergabe von Planungsleistungen gerade auch durch öffentliche Auftraggeber. Die Architektenkammer ist die Interessenvertretung für den Berufsstand und stützt sich vor allem auf das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitglieder. Über 1280 Architektinnen und Architekten sind Mitglied in der Kammer. Sie vereint die vier Fachrichtungen Architektur, Stadtplanung, Landschaftsarchitektur und Innenarchitektur.

Die Brandenburgische Architektenklammer ist ein verlässlicher Partner des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung und steht gemeinsam mit der Brandenburgischen Ingenieurkammer für hohe baukulturelle Qualität des Bauens im Land ein. Baukultur umfasst dabei den gesamten Baubestand sowie die Planung und Gestaltung von Neubauten, Infrastrukturen, öffentlichem Raum und Landschaft.

Dabei müssen sich alle Beteiligten auf einen Wandel der Rahmenbedingungen wie beispielsweise die Corona-Pandemie und den seit Februar wütenden Krieg in der Ukraine einstellen. Für die gewachsenen Herausforderungen durch den Klimawandel, die Energie- und Mobilitätswende, den demografischen Wandel und die Digitalisierung sind neue Herangehensweisen nötig.

Ein Beitrag zur Bewältigung der Herausforderungen ist auch die im Jahr 2019 gegründete „Baukulturinitiative Brandenburg“ des Ministeriums für Infrastruktur und Landesplanung, der Brandenburgischen Architektenkammer und der Brandenburgischen Ingenieurkammer. Diese Initiative unterstützt den baukulturellen Diskurs in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit.  Die Baukulturinitiative führt Veranstaltungen, Projekte und Vorhaben durch, fördert die Zusammenarbeit in Netzwerken und erarbeitet Handlungsempfehlungen, um das Thema Baukultur in der Planung und beim Bauen noch besser zu verankern.

Die Brandenburgische Architektenkammer ist auch im Wettbewerbswesen aktiv. Sie registriert und begleitet Planungswettbewerbe und sichert somit die baukulturelle Qualität des Baugeschehens im Land. Gemeinsam mit der Ingenieurkammer und dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung richtet sie Werkstattveranstaltungen aus, um für Planungswettbewerbe und deren erfolgreiche Durchführung zu werben.

Zur Baukultur gehört aber auch die Beteiligung der Menschen vor Ort, was zur Stärkung der Demokratie beiträgt, beispielsweise durch die Veranstaltungsreihe „Baukultur vor Ort“ der Brandenburgischen Architektenkammer und der Brandenburgischen Ingenieurkammer, wobei Objekte von beispielhafter Qualität öffentlich präsentiert werden.

Die baukulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen gehört ebenfalls zur Arbeit der Architektenkammer. Mit dem Projekt „Die Stadtentdecker“ wird Schülerinnen und Schüler seit 2013 die Möglichkeit gegeben, sich an der Stadtentwicklung zu beteiligen. Angeleitet von den projektbegleitenden Architektinnen und Architekten und mit Unterstützung der Lehrkräfte setzen sie sich unter einem bestimmten Schwerpunkt mit ihrer Stadt oder Gemeinde auseinander. Ihr Lebensumfeld und soziales Zentrum wird zum Erkundungsraum, indem sie die vorhandene oder fehlende Qualität ihrer gebauten Umgebung analysieren, dokumentieren und bewerten und eigene Ideen, Wünsche und Gestaltungsvorschläge erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Projekte präsentieren die jungen Entdeckerinnen und Entdecker öffentlich der Stadtgesellschaft, den Politikern und Verwaltungsspitzen.

Seit 2020 stehen jährlich für 15 Projekte insgesamt 82.500 Euro zur Verfügung. Die Projekte werden jeweils mit höchstens 85 Prozent und maximal 5.500 Euro Zuschuss gefördert. Seit 2013 fanden 72 Stadtentdecker-Projekte in 24 Brandenburger Kommunen statt. Das Projekt erfährt bundesweite Aufmerksamkeit, zuletzt beim Bundeskonvent der Baukultur Anfang Mai 2022 in Potsdam. Es wurde als vorbildliches Projekt für Baukultur und für lokale Demokratie („Engagement lohnt sich!“) vorgestellt.

%d Bloggern gefällt das: