Brandenburgs wendigster Schwimmer ist Wildtier des Jahres 2021 – Minister Vogel spendiert Fischottern Monatsmahlzeit

Potsdam – Er besitzt den dichtesten Pelz und bleibt beim Tauchen trocken, er legt 20 Kilometer auf einer Nachtwanderung zurück und ist ein flinker Schwimmer: Der von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres 2021 gekürte Fischotter kommt zwar brandenburgweit vor, gilt aber dennoch als gefährdet – anders als in ganz Deutschland, wo die früher stark bejagte Art in weiten Teilen ausgestorben ist. Mit der Kür zum Wildtier des Jahres soll auf die Gefährdung der Art und ihrer Lebensräume – naturnahe, saubere Fließgewässer mit naturnahen Ufer- und Auenbereichen – aufmerksam gemacht werden.

 

Der Fischotter, der größte Vertreter unter den Marderartigen, besiedelt mit seiner semiaquatischen Lebensweise wie auch der Biber naturnahe Gewässer sowie angrenzende Auengebiete und ist auf ungenutzte Gewässerufer angewiesen. Im Märkischen profitiert er vom Gewässerreichtum und unzerschnittenen Landschaftsteilen – hier wie in Mecklenburg-Vorpommern und eingeschränkt auch in Ostsachsen liegt der Verbreitungsschwerpunkt der Art.

Umweltminister Axel Vogel: „Die frühzeitigen Schutzbemühungen des Landes, das Verbot seiner Jagd und eine zunehmend bessere Wasserqualität tragen dazu bei, dass sich der Rückgang der Bestände nicht weiter fortsetzt. Da insbesondere der Straßenverkehr den Fischotter gefährdet, werden wir zusammen mit dem Landesstraßenbetrieb auch zukünftig Schutzmaßnahmen ergreifen. Ein Zehntel der über 1.000 Durchlässe an Brandenburgs Straßen sind heute mit speziellen Querungshilfen ausgestattet und reduziert so die Anzahl der im Straßenverkehr getöteten Tiere.“

In Teichwirtschaften kann der Fischotter zu Konflikten führen, und in Fischreusen kommen jedes Jahr Tiere zu Tode. Teichwirtschaften sind aber auch wertvolle Lebensräume. „Damit Teichwirte mit dem Fischotter besser umgehen können, setzte unser Ministerium im September 2020 eine Richtlinie in Kraft, die einen Ausgleich für Fraßschäden bei Teichwirten in Haupt- und Nebenerwerb ermöglicht“, so Axel Vogel. 2020 wurden Schäden durch Fischotter, Kormoran, Grau- und Silberreihe in Brandenburgs Teichwirtschaften in Höhe von 450.000 Euro ausgeglichen. Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, Fischteiche mit Elektrozäunen abzusichern

 

Mit rund 70.000 Haaren pro Quadratzentimeter zählt der Fischotterpelz zu den dichtesten im Tierreich. Mit Schwimmhäuten ausgestattet, kann der flinke Fischjäger bis zu sieben Minuten unter Wasser bleiben und seiner Hauptbeute nachjagen. Als echte Familientiere kümmern sich die Mütter rund ein Jahr um ihren verspielten Nachwuchs, bevor diese den Familienverband verlassen und sich auf die Reise nach einem eigenen Revier begeben. Durch seine nachtaktive und heimliche Lebensweise sind Beobachtungen von Fischottern in der Natur leider nur sehr selten möglich. Der Fischotter ist eine nach Bundesnaturschutzgesetz und nach der EU-Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) streng geschützt Art.

Umweltminister Axel Vogel hat dem Zoo Eberswalde sowie dem Wildpark Schorfheide persönlich je 250 Euro gespendet, um die zurzeit coronabedingt geschlossenen Einrichtungen zu unterstützen. Der Eberswalder Zoo kann nach eigener Angabe davon einen guten Monat Futter für ein Fischotterpärchen finanzieren.

Artenschutzprogramm Brandenburg für Fischotter und Elbe-Biber: https://mluk.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/aspbiber.pdf

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