Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ wird zwei Jahre alt

Heute wird das kommunale Bündnis Städte Sicherer Häfen zwei Jahre alt. Der humanitären Wertegemeinschaft gehören aktuell 100 Kommunen, Gemeinden und Landkreise an. Die Landeshauptstadt Potsdam koordiniert das stetig wachsende Bündnis mit Unterstützung mehrerer Länderkoordinatorinnen und -koordinatoren.

Das Engagement des Bündnisses zielt ab auf das Ende der humanitären Katastrophe auf dem Mittelmeer und in den Lagern an den europäischen Außengrenzen. Vor diesem Hintergrund solidarisieren sich die Bündnismitglieder mit der zivilen Seenotrettung und der Initiative Seebrücke. Die Kommunen, Gemeinden und Landkreise sind bereit, geflüchtete Menschen, die aus Seenot gerettet wurden, zusätzlich aufzunehmen und ihnen eine Perspektive zu geben. Die Mitglieder des Bündnisses Städte Sicherer Häfen stehen miteinander im ständigen Erfahrungsaustausch und treten mit ihren konkreten Forderungen gegenüber der Bundesregierung und dem Bundesinnenminister mit einer Stimme auf. Weitere Informationen finden Interessierte unter der neuen Website www.staedte-sicherer-haefen.de.

Das Bündnis wurde im Rahmen des im Juni 2019 von der Initiative Seebrücke veranstalteten Kongresses „Sichere Häfen. Leinen los für kommunale Aufnahme“ im Berliner Roten Rathaus gegründet. Initiatoren sind zwölf Kommunen, welche sich seit Sommer 2018 zum „Sicheren Hafen“ erklärt und mit der Initiative Seebrücke sowie der zivilen Seenotrettung auf dem Mittelmeer solidarisiert haben. Eine 13. Kommune trat noch während der Gründung dem Bündnis bei. Im Juni 2020 waren es bereits 57 Mitglieder. Mit Blick auf die Einwohnerzahl der jeweiligen Kommunen, Gemeinden und Landkreise vertreten die aktuell 100 Bündnismitglieder knapp zwei Millionen Bundesbürgerinnen und -bürgern. Gemeinsame Basis des Bündnisses ist die im Juni 2019 verabschiedete und im Februar 2021 aktualisierte „Potsdamer Erklärung der Städte Sicherer Häfen“.

Die Mitglieder werden noch in diesem Jahr zu einem dritten Arbeitstreffen zusammenfinden. Darüber hinaus bemühen sich die Bündnismitglieder aktuell um eine Wiederaufnahme des im Frühjahr 2020 begonnenen Dialoges mit dem Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat.

Da die den europäischen Werten entgegenstehende, humanitäre Krise auf dem Meer und in den Lagern nicht auf nationaler Ebene zu lösen ist, bemühen sich die Mitglieder des Bündnisses aktuell, entsprechende nationale Initiativen auf europäischer Ebene miteinander zu vernetzen und das Engagement zu bündeln. Ein erster Schritt dafür wird die Konferenz „From the Sea to the City“ Ende Juni 2021 in Palermo sein, die gemeinsam vom Bürgermeister von Palermo, Leoluca Orlando, und dem Potsdamer Oberbürgermeister Mike Schubert initiiert wurde.

Das Engagement ist in Zeiten der Pandemie, welche Fluchtursachen und die menschenunwürdige Situation von Geflüchteten in den europäischen Auffanglagern zusätzlich verstärkt hat, wichtiger denn je. Einige der Bündnismitglieder wie die Landeshauptstadt München, die Hansestadt Rostock oder die Stadt Leipzig haben inzwischen Patenschaften für zivile Seenotrettungsmissionen übernommen. Das Bündnis bestärkt aktuell seine Mitglieder, ebenfalls Patenschaften für zivile Seenotrettungsmissionen zu übernehmen, um damit die Seenotretter dabei zu unterstützen, Menschenleben zu retten.

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