Bürgermeisterin unterstützt Regeln für Reiter in Phöben

Der kleine Phöbener Wald gleicht zunehmend einem wilden Reitplatz. Nicht nur die Hauptwege, auch viele Pfade sind durch die Hufe der Pferde aufgewühlt und versandet. Die Reiter haben sogar völlig neue Schneisen in den Wald geschlagen, an mehreren davon wurden auch noch Sprunghindernisse aufgestellt.

Die schützende dünne Schicht aus Streu und Humus ist vielerorts verloren und die märkische Sandscholle freigelegt. Teilweise sind Wege bereits ausgespült und Wurzeln ragen bizarr ins Freie. Der Wald leidet – und für Spaziergänger, Jogger und Radfahrer ist kein Durchkommen mehr. Bei vielen Phöbenern wächst der Unmut darüber. Die fehlende Balance der Interessen droht, zu Konflikten zu führen.

Werders Bürgermeisterin Manuela Saß hat sich vorige Woche mit Revierförsterin Maria Goldberg und dem Phöbener Ortsvorsteher Carsten Mendling vor Ort ein Bild von der unhaltbaren Situation gemacht. „Die bisherigen gemeinsamen Bemühungen, hier Lösungen zu finden, haben leider nur kleinteilige Fortschritte gebracht“, resümierte die Bürgermeisterin.

Jetzt will sie einen neuen Anlauf unterstützen, der alle Beteiligten mitnehmen soll: die Markierung und Kommunikation eines attraktiven Wegerunds für Reiter, der den Rest des Phöbener Waldes entlasten soll. Ein rechtlicher Rahmen dafür besteht: Das brandenburgische Waldgesetz erlaubt das Reiten im Wald nur auf zwei oder mehrspurigen Wirtschaftswegen und Waldbrandschutzstreifen, wie sie oft an Siedlungsrändern, Verkehrs- oder Bahnachsen zum Brandschutz angelegt werden.

„Im rund 150 Hektar großen Phöbener Waldgebiet sind diese erlaubten Wege von unerlaubten und neu entstanden Wegen nicht mehr zu unterscheiden“, sagt Ortsvorsteher Mendling. „Zudem ist einigen Reitern offenbar nicht bekannt, dass sie auf engeren Pfaden nichts zu suchen haben.“ Das alles soll geändert werden.

Mit der Revierförsterei Ferch wurde jetzt begonnen, die tatsächlichen alten Wirtschaftswege wieder neu zu definieren. Sie könnten bei Bereitschaft der Waldbesitzer  mit neuen oder bereits bestehenden Waldbrandschutzstreifen am Ortsrand zum attraktiven Wegerund für Reiter verknüpft werden.

Geschlossene Waldbrandschutzstreifen sind angesichts der klimatischen Veränderungen für Phöben ohnehin angezeigt, so Carsten Mendling. In Abstimmung mit den Waldbesitzern könnten diese erlaubten Wege für die Reitergemeinde klar markiert und in den Reiterhöfen mit Karten und Flyern bekannt gemacht werden.

Mit Reitmarken könnten die Reiterhöfe nach außen darstellen, dass sie sich ihrer Verantwortung für Natur und Landschaft, in denen sie ihren Sport ausüben, bewusst sind. Mit Nummern auf den Reitmarken ließen sich Reiterhöfe, Tiere und Reiter im Falle von Verstößen gegen das Waldgesetz identifizieren und gegebenenfalls auch sanktionieren.

„All diese guten Ideen setzen sehr viel Bereitschaft der Beteiligten zu Kommunikation und Kooperation und eine Menge Vorbereitung voraus. Sie lassen sich nur ein einer gemeinsamen Kraftanstrengung des Landesbetriebes Forst mit der Stadt und den beteiligten Waldbesitzern und Reiterhöfen umsetzen“, sagt Bürgermeisterin Saß.

Gerade Phöben biete sich mit seinen vier regionalen Reiterhöfen und schätzungsweise rund 400 Pferden hervorragend für einen Modellversuch mit den Bausteinen Attraktivierung, Markierung und Kommunikation an, der auch in anderen Reitzentren im Miteinander von Reitsport und Landschaftsschutz helfen könne.

Die Bürgermeisterin hat sich mit diesem Vorschlag an Minister Axel Vogel vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg gewandt.

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