Bund-Länder-Vereinbarung zum „Klimaschutz durch Moorbodenschutz“ unterzeichnet – Umweltminister Vogel sieht darin gute Grundlage für den Moorschutz

Potsdam – Mit der Unterzeichnung der Bund-Länder-Zielvereinbarung „Klimaschutz durch Moorbodenschutz“ ist aus Sicht von Umweltminister Axel Vogel eine gute Grundlage geschaffen worden, um deutschlandweit mehr für den Moorschutz zu tun, die Bedeutung der Moore für den Klimaschutz zu stärken und konkrete Maßnahmen zum Moorschutz umzusetzen. Brandenburg arbeitet bereits an einem Moorschutzprogramm, das bis Ende des Jahres vorliegen soll.

 

Axel Vogel: „Es ist erfreulich, dass der Bund gemeinsam mit den Ländern eine Zielvereinbarung zum Moorschutz getroffen hat. Sie bildet eine Grundlage dafür, dass alle im Hinblick auf den Moorschutz an einem Strang ziehen und sich für den Erhalt der Moore und für Projekte zur Wiedervernässung einsetzen werden. Moorschutz ist die Klimaschutzmaßnahme mit den geringsten CO2-Vermeidungskosten und insofern für das Land Brandenburg ein prioritäres Handlungsfeld im Bereich Klimaschutz. Moorschutz ist eine vielschichtige und anspruchsvolle Aufgabe, die einen Handlungsrahmen braucht. Die föderale Politik- und Verwaltungsstruktur bedingt eine enge Abstimmung von Bund und Ländern. Deshalb ist es gut, dass die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern nun getroffen wurde.“

Durch die Unterzeichnung der Bund-Länder-Zielvereinbarung ist es möglich, über Jahre hinaus mithilfe umfangreicher Bundesmitteln Moorschutz-Aktivitäten in Brandenburg voranzutreiben – eine große Chance für die nachhaltige Entwicklung des Landes und ein guter Weg für einen effektiven Klimaschutz. Mit der Unterzeichnung der Bund-Länder-Vereinbarung zum Moorbodenschutz besteht auch Planungs- und Rechtssicherheit für ein im Rhinluch nahe Kremmen vorbereitetes zehnjähriges Pilotprojekt. Hier sollen Versuchsflächen eingerichtet werden, um alternative Moornutzungen mit Paludikulturen (Rohrkolben, Schilf) zu erproben. Nahe den Versuchsflächen entsteht eine Beratungsstelle für die nachhaltige Moorbewirtschaftung und Vermarktung der Moorbiomasse.

Intakte Moore binden enorme Mengen an Kohlenstoff und sind für die Klimaneutralität unverzichtbar. Entwässerte Moore hingegen sind heute aber auch noch große CO2‑Quellen, die häufig mehr als 30 Tonnen CO2‑Äquivalente pro Hektar und Jahr ausstoßen.

Brandenburg als eines der moorreichsten Bundesländer setzt sich bereits aktiv für den Schutz der Moore und damit für mehr Klimaschutz ein. Aktuell erarbeitet das Umwelt- und Klimaschutzministerium ein Moorschutzprogramm sowie den Klimaplan zur Definition von Treibhausgasreduktionszielen. Ein zentraler und praxisorientierter Baustein für beide Strategien ist dabei das Klimamoor-Projekt.

„Moore werden bis heute vielerorts entwässert. Die negativen Folgen für Umwelt, Klima, Wasserhaushalt, Gewässer und Boden sind groß. Der Klimawandel verschärft die Probleme zusätzlich. Wir wollen die Emissionen aus den Moorböden deutlich absenken und einen Teil der Moore wieder als natürliche Treibhausgas-Senken entwickeln. Eine torfschonende Bewirtschaftung soll hohe CO2-Emmissionen vermeiden“, erklärt Umweltminister Axel Vogel. „Bis 2030 wollen wir durch den Moorschutz in Brandenburg jährlich bis zu 700.000 Tonnen CO2-Äquivalente einsparen.“

Mit dem Klimamoor-Projekt unterstützt das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz aktuell Landnutzerinnen und Landnutzer bei einer standortgerechten und existenzsichernden Bewirtschaftung von Mooren. Aus dem Zukunftsinvestitionsfonds des Landes werden dafür 7,2 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das vom Landesamt für Umwelt beauftragte Klima-Moor-Team (ARGE Klimamoor) setzt unter anderem Investitionen in die Sanierung und Modernisierung von Stauanlagen und Flächenkäufe um und stimmt die Vorhaben mit Flächennutzenden und -eigentümern ab, die von den höheren Wasserständen betroffen sind.

Noch in diesem Jahr wird das Ministerium zudem die Klima-Moorschutzrichtlinie des Landes „Klima-Moorschutz investiv“ auflegen. Das bis zum Jahr 2026 15,6 Millionen Euro umfassende Programm wird aus dem Zukunftsinvestitionsfonds (ZIFoG) finanziert und fördert unter anderem den Erwerb von moorangepasster Landtechnik, die Verwertung von Biomasse aus nassen Mooren, Baumaßnahmen an Stauanlagen sowie den Aufbau von regionalen Vermarktungsketten für neue Moorprodukte und eine entsprechende Beratung von Landnutzern.

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