#Corona: IHK Potsdam für langen Atem bei Sonntags- und Feiertagsöffnungen

Gewerbliche Wirtschaft erwartet klare Positionen des Landes

Potsdam, 7. Mai 2020 – „Die regionale Wirtschaft erwartet vom Land bei allen Beschlüssen ganz klare Positionen zu sämtlichen Lockerungsvorschlägen. Nur so können Unternehmen sich auf die aktuelle Lage einstellen und womöglich retten, was zu retten ist.“ Das sagt Peter Heydenbluth, Präsident der Industrie- und Handelskammer Potsdam, im Vorfeld der für diesen Freitag angekündigten Kabinettsentscheidung in Brandenburg.

Die stufenweise Öffnung im Beherbergungsgewerbe sei richtig, um zum Sommer wieder komplett zu öffnen. Das gelte auch für die Gaststätten, so Heydenbluth. Laut einer aktuellen Umfrage der IHK Potsdam rechnet fast jedes zweite Unternehmen im Gastgewerbe mit einem Umsatzrückgang für das Gesamtjahr von mehr als der Hälfte. Dazu gebe es gerade im Tourismus noch zahlreiche Betriebe, die von den angekündigten Erleichterungen noch immer nicht profitieren und deren Existenz bedroht ist. Dazu gehören Reisebusunternehmen und Reisebüros genauso wie die Fahrgastschifffahrt und auch Taxiunternehmen, die von besonders langen Vorlaufzeiten für die Wiedereröffnung berichten.

Diese Dramatik setzt sich im Einzelhandel fort: Mehr als jedes dritte Geschäft berichtet über einen Rückgang der Kundenfrequenz von über 50 Prozent – jedes zehnte hat nahezu keine Kunden. Zwar ist die Aufhebung der umstrittenen 800-Quadratmeter-Regelung für Verkaufsflächen im Einzelhandel richtig. „Jedoch“, so Heydenbluth, „dürfen die flexiblen und liberalen Ladenöffnungszeiten nicht jetzt schon wieder eingeschränkt werden. Der Handel hatte noch gar keine Chance, wieder richtig zum Laufen zu kommen. Wie sollen denn die lediglich gestundeten Mieten und Kredite abbezahlt werden?“ Deshalb fordere die Kammer bis Ende des Jahres 2021 die tolerante Handhabe bei den Sonntags- und Feiertagsöffnungen.

„Wir gehen davon aus, dass alle Vorgaben der Abstandsregelungen und Schutzmaßnahmen verantwortungsvoll von unseren Unternehmen umgesetzt werden, um ein Aufflammen der Infektionswelle und damit einen erneuten Shutdown zu vermeiden“, so der IHK-Präsident.

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