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#Coronavirus – Was Sie zum neuen Virus aus China wissen sollten

Mit dem über­raschend großen Covid-19-Ausbruch in Italien steigt die Sorge vor neuen Fällen von Coronavirus-Infektionen in Deutsch­land. Welt­weit sind mitt­lerweile zehn­tausende Infektionen bekannt und mehr als 2000 Menschen gestorben. Was weiß man über den neuen Erreger? Was sind die Warnzeichen einer Infektion? Wie kann man sich schützen? test.de beant­wortet die wichtigsten Fragen zum Virus, der auch die Fachbezeichnung „2019-nCoV“ trägt.

Behand­lungs­möglich­keiten

Aktuellste Infos

Was für Auswirkungen hat der Ausbruch in Italien?

Von dem Ausbruch betroffen sind Regionen im Norden des Landes wie die Lombardei und Venetien, wo teil­weise ganze Gemeinden sicher­heits­halber abge­riegelt wurden. Durch diesen Ausbruch steigt wegen des Reise­verkehrs auch das Risiko, dass Covid-19 nach Deutsch­land einge­schleppt wird. Das Risiko, dass anderswo in Europa ähnliche Cluster wie in Italien auftreten könnten, werde zurzeit als moderat bis hoch betrachtet, schreibt die europäischen Präventions­behörde ECDC.

Für den Fall, dass weitere Infektionen in Deutsch­land auftreten, seien behördlich die nötigen Schutz­verkehrungen getroffen, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium. Außerdem kann sich jeder Einzelne schützen: durch einfache Maßnahmen, die hier­zulande bereits seit Bekannt­werden der ersten Coronavirus-Infektionen in China empfohlen werden, darunter regel­mäßig Hände waschen (genauere Infos siehe weiter unten Punkt „Schutz­maßnahmen“). Wer Reisepläne für Italien hat und nun absagen oder umdis­ponieren möchte, sollte sich bei den jeweiligen Anbietern wie dem Bahn­unternehmen oder Hotel bezüglich der Konditionen erkundigen. Eine Reisewarnung für Italien hat das Auswärtige Amt bisher nicht ausgesprochen.

Was weiß man über die bisher aufgetretenen Coronavirus-Fälle in Deutsch­land?

Nach dem großen Ausbruch in Italien gab es auch in Deutsch­land einige Neuinfektionen. Das haben Labor­analysen bestätigt. Zuvor gab es bereits 16 bestätigte Coronavirus-Fälle. Die meisten von ihnen konnten inzwischen wieder als geheilt aus dem Kranken­haus entlassen werden. Mehrere Mitarbeiter des Auto­mobil­zulieferers Webasto im Land­kreis Starn­berg sowie einige ihrer Familien­angehörige hatten sich mit dem Erreger 2019-nCoV infiziert. Der erste Fall war am 27. Januar bekannt geworden. Ein Webasto-Mitarbeiter hatte sich bei einer Chinesin angesteckt, die an einer Fort­bildungs­ver­anstaltung der Firma in Deutsch­land teil­genommen hatte. Sicher­heits­halber wurden viele Mitarbeiter des Auto­mobil­zulieferers und Kontakt­personen auf das Virus getestet.

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Wie bedrohlich ist welt­weit betrachtet die Lage?

Bereits am 30. Januar hat die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) wegen des neuartigen Coronavirus den interna­tionalen Gesund­heits­notstand ausgerufen. Damit sind vermehrte Hilfen für China verbunden, um den Ausbruch direkt vor Ort wieder in den Griff zu bekommen, sowie Empfehlungen an sämtliche Staaten, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst schnell einzudämmen. Die „größte Sorge“ sei, dass sich das Virus auf Länder mit weniger gut ausgestatteten Gesund­heits­systemen ausbreite, sagte WHO-Direktor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das Risiko für die Bevölkerung in Deutsch­land schätzen Experten als gering bis mäßig ein. Die nötigen Schutz­vorkehrungen seien getroffen, heißt es beim Bundesgesundheitsministerium.

Infos zum Coronavirus

Was weiß man über das Virus 2019-nCoV?

Das Virus wird inzwischen auch als „Sars-CoV-2“ bezeichnet, die von ihm ausgelöste Krankheit als „Covid-19“ (für „Corona virus disease 2019“). Bekannt ist der Erreger, seit chinesische Behörden im Dezember 2019 die Welt­gesund­heits­organisation (WHO) informierten, dass in der zentralchinesischen Metro­pole Wuhan in der Provinz Hubei vermehrt Menschen an Lungen­entzündungen mit unklarer Ursache erkrankt seien. Kurz darauf identifizierten chinesische Wissenschaftler ein neuartiges Virus als Ursache. Es zählt zu den Coronaviren.

Zwei Publikationen im Fachmagazin The Lancet haben die Labor­ergeb­nisse und weitere Daten von früh infizierten Menschen ausgewertet und fest­gestellt, dass viele von ihnen Kontakt zu einem Markt in Wuhan hatten. Dort wurden Fische und wilde Tiere wie Ratten, Dachse, Füchse und Schlangen verkauft. Das Coronavirus ist vermutlich von mindestens einem Tier auf mindestens einen Menschen überge­sprungen. Danach kam es zu Über­tragungen von Mensch zu Mensch.

Was sind Coronaviren über­haupt?

Es gibt hunderte Typen von Coronaviren. Sie können laut Robert-Koch-Institut sowohl Menschen als auch Tiere infizieren und verschiedene Krankheiten auslösen, darunter auch nur Erkältungen. Das neue Virus gehört zu den sogenannten Beta-Coronaviren. Zwei von ihnen haben in den vergangenen Jahren Epidemien von Atemwegs­erkrankungen ausgelöst: Sars (Severe acute respiratory syndrome) und Mers (Middle East respiratory syndrome). Bei der Sars-Epidemie in den Jahren 2002 bis 2003 infizierten sich etwa 8 000 Menschen mit dem Virus, mehr als 750 starben. Laut WHO war es über Schleichkatzen auf den Menschen überge­gangen. Das Mers-Virus stammt ursprüng­lich von Drome­daren. Bis heute sind etwa 2 400 Menschen daran erkrankt, von denen etwa jeder Dritte gestorben ist.

Der Name Coronavirus leitet sich von dem lateinischen Wort „Corona“ für „Krone“ ab, weil die Viren auf ihrer Oberfläche kronen­artige Moleküle tragen. Derzeit gibt es laut Medienbe­richten vermehrt Sorgen oder auch Scherze, ob das Virus etwas mit der Biermarke „Corona Extra“ zu tun hat. Das ist natürlich nicht der Fall. Der Name des Biers bezieht sich auf die spanische Krone („Corona“).

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Welche Symptome verursacht das Virus?

Die neuartige Variante befällt vor allem die Atemwege und kann Symptome wie Husten, Fieber, Atemnot verursachen. Inzwischen hat sich heraus­gestellt, dass die Infektion in den meisten Fällen sehr mild verläuft. Allerdings kann sie im schlimmsten Fall zu tödlichen Lungenentzündungen führen. Ältere Menschen sowie Personen mit chro­nischen Vorerkrankungen wie Immun­schwäche, Blut­hoch­druck, Herz-Kreis­lauf-Erkrankungen, Diabetes, Leber- und Atem­erkrankungen scheinen empfindlicher für schwere Verläufe zu sein, so die Europäische Seuchenschutzbehörde ECDC. Nach chinesischen Auswertungen zu den dortigen Fällen litten die meisten der bisherigen Todes­opfer an Vorerkrankungen.

Anste­ckungs­gefahr

Wie anste­ckend ist das Virus?

Sehr wahr­scheinlich läuft die Anste­ckung vor allem über engen Kontakt und Tröpf­chen­infektionen, etwa über Husten, Niesen und Auswurf. Laut Robert-Koch-Institut gehen Wissenschaftler derzeit von einer Inkubations­zeit – also der Phase von der Anste­ckung bis zum Krank­heits­ausbruch – von bis zu 14 Tagen aus.

Wie hoch ist das Risiko, dass Infektionen in Deutsch­land auftreten?

Mit weiteren Erkrankungen ist nach Einschät­zung des RKI zu rechnen – etwa wenn sich Reisende in China, Nord­italien oder anderswo infizieren und nach Deutsch­land zurück­kehren. Insofern rät das RKI inzwischen: Personen, die sich in einem vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet aufgehalten haben, sollten in der ersten nach ihrer Ankunft in Deutsch­land unnötige Kontakte vermeiden und viel zu Haue bleiben – falls das möglich ist. Zudem ist auf Warnzeichen zu achten (siehe nächste Frage).

„Sehr wichtig ist Aufmerk­samkeit gegen­über Verdachts­fällen und ein rasches Handeln mit Isolierung und Virus­diagnostik“, sagt Professor Winfried Kern, Leiter der Infektiologie am Uniklinikum Freiburg und Mitglied im Arznei­mittel­experten­kreis der Stiftung Warentest. Eine gute Vorbereitung der Kliniken sei also entscheidend. Behörden teilten bereits mit, dass sie gegen eine mögliche Ausbreitung des Coronavirus gewappnet seien. Unter anderem sollen Flugzeuge, die einen Verdachts­fall an Bord haben, umge­leitet werden und in Hamburg, Düssel­dorf, Frank­furt, München oder Berlin landen. Dort stünden alle nötigen medizi­nischen Kapazitäten bereit, schreibt der Flughafenverband ADV.

Welche Warnzeichen deuten auf eine Anste­ckung hin – und was sollten Betroffene dann tun?

Wichtig ist vor allem, dass Risik­opersonen zügig handeln. Das sind Menschen mit Atemwegs­beschwerden wie Luft­not, Husten, Fieber, die kürzlich in China oder einer anderen Ausbruchs­region waren oder wissen, dass sie mit jemandem Kontakt hatten, der nach­weislich an der neuen Infektion erkrankt ist. Sie sollten ihr lokales Gesund­heits­amt, ihren Arzt beziehungs­weise eine Notaufnahme kontaktieren und fragen, ob und wann eine ärzt­liche Abklärung möglich ist. Solche Risik­opersonen sollten sich möglichst nicht in der Öffent­lich­keit aufhalten, engen Kontakt mit Mitmenschen vermeiden und gegebenenfalls eine Atemmaske aufsetzen, bis der Verdacht abge­klärt sei. Über­prüfen lässt er sich, indem Ärzte einen Schnell­test veranlassen, ob tatsäch­lich eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus vorliegt. Den Test haben Berliner Virologen um Professor Christian Drosten von der Berliner Charité bereits kurz nach Auftreten der ersten Fälle entwickelt.

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Kann man sich über Gegen­stände infizieren?

Eine Infektion über importierte Waren wie Lebens­mittel, Mobiltelefone, Spielzeug etwa aus China ist nach Einschät­zung des RKI sowie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) unwahr­scheinlich. Die Behörden erläutern, dass das Virus dafür erstens auf Waren gelangt und zweitens nach dem langen Trans­port noch aktiv sein müsste. Ein biss­chen anders könnte die Situation aussehen, wenn Viren hier­zulande auf Gegen­stände und Oberflächen über­tragen werden, etwa beim Husten auf eine Hand­fläche geraten und von dort weiter auf eine Türklinke. Laut einer neuen Studie, die Forscher der Universitäten in Greif­wald und Bochum im Journal of Hospital Infection veröffent­lichten, können Coronaviren dort einige Tage über­leben – für Tröpf­chen­infektionen nichts Ungewöhnliches. Umso wichtiger ist es daher, dass Menschen nicht direkt in die Hand husten oder niesen und häufig die Hände waschen (siehe nächster Punkt: Schutz­maßnahmen).

Schutz­maßnahmen

Wie kann man sich vor einer Anste­ckung schützen?

Einen Impf­stoff gegen die neuartigen Coronaviren gibt es bislang nicht. Allerdings helfen laut dem RKI allgemeine Maßnahmen, die auch sonst vor Infektionen schützen. Konkret bedeutet das:

Hände waschen. Mehr­mals täglich gründlich mit warmem Wasser und Seife, gut abtrocknen. Wichtig ist das vor allem nach der Ankunft zu Hause oder am Arbeits­platz, nach dem Besuch der Toilette, nach dem Kontakt mit Tieren, vor den Mahl­zeiten, vor und nach der Zubereitung von Speisen, vor und nach dem Kontakt mit Kranken.

Im Kranken­haus Hygiene­regeln beachten. Für Besucher, Patienten und Personal in Krankenhäusern und Pfle­geheimen gelten oft strengere Hygiene­regeln – Anweisungen vor Ort beachten.

In die Armbeuge oder ein Taschentuch niesen oder husten. Taschentücher sollten Sie direkt entsorgen. Der Rat, die Hand vor den Mund zu halten, gilt als wissenschaftlich über­holt. Denn auf diese Weise werden Krank­heits­erreger leicht weiterverbreitet, etwa beim Händeschütteln oder Türklinken-Drücken.

Vorsichtig grüßen. Es muss nicht unbe­dingt ein Hand­schlag oder eine Umarmung sein.

Gesicht schonen. Achten Sie darauf, sich möglichst wenig ins Gesicht zu fassen, damit Viren gegebenenfalls nicht auf diese Weise von den Händen in die Nähe der Atemwege gelangen.

Richtig desinfizieren. Wer zusätzlich Desinfektions­mittel für Flächen oder Hände benutzen will, sollte darauf achten, dass sie wirk­sam gegen Coronaviren sind. Erkenn­bar ist das laut RKI an der Auslobung „begrenzt viruzid“ (wirk­sam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid Plus“ oder „viruzid“.

Abstand halten. Nach Möglich­keit sollten Sie etwa ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen mit Erkältungs­symptomen halten.

Tipp. Die aufgeführten Maßnahmen sind jetzt im Winter doppelt wichtig. Sie schützen auch vor Erkältung und Influenza. Kürzlich erst teilte das RKI mit, dass die aktuelle Grippewelle ange­laufen ist. Mehr dazu in unserem Special Grippewelle.

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Können Mund­schutz oder Atemmaske vor einer Anste­ckung schützen?

Seit das neuartige Coronavirus Thema ist, sieht man auch in Europa vermehrt Menschen mit Atem­schutz­masken. Mancher­orts sind sie bereits ausverkauft – als Vorbeugemaß­nahme für die Allgemeinheit hier­zulande allerdings unnötig, wie Infektions­mediziner betonen. „Dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in der Öffent­lich­keit das eigene Risiko einer Anste­ckung signifikant verringert, ist nicht wissenschaftlich belegt“, heißt es beispiels­weise beim Robert-Koch-Institut. Weit­aus wichtiger seien allgemeine Schutz­maßnahmen (siehe vorhergehende Frage). Sinn­voll ist ein Mund-Nasen-Schutz vor allem in besonderen Situationen, etwa für Verdachts­fälle auf eine Infektion mit dem neuartigen Virus. „Symptomatische Patienten sollten auf dem Weg zur ärzt­lichen Abklärung in der Klinik, Ambulanz oder Praxis eine Maske tragen“, erläutert Experte Winfried Kern. Auch medizi­nisches Personal schütze sich per Maske im Umgang mit Erkrankten.

Behand­lungs­möglich­keiten

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Welche Behand­lungs­möglich­keiten gibt es?

Eine spezi­fische Therapie gegen die Viren selber steht derzeit nicht zur Verfügung. Es ist wichtig, dass bestätigte Verdachts­fälle eine Zeit lang isoliert bleiben, damit sie keine weiteren Personen anste­cken. Schwerkranke Patienten müssen im Kranken­haus isoliert und behandelt werden, je nach den Symptomen beispiels­weise durch die Gabe von Sauer­stoff oder Infusionen. Zudem sollten Ärzte auch Grund- und Begleit­erkrankungen der Patienten im Blick haben, da sie das Risiko für schwere Krank­heits­verläufe erhöhen.

Was bei Reisen zu beachten ist

Wo kann ich mich über die aktuelle Situation welt­weit informieren?

Die Zahlen der bestätigten Infektionen und Todes­fälle verändern sich täglich. Das deutsche Robert-Koch-Institut passt daher seine Hintergrund­informationen regel­mäßig an und informiert gesondert zu Risikogebieten. Updates zur interna­tionalen Lage bietet zudem beispiels­weise eine interaktive Karte von Forschern vom Center for Systems Science and Enginee­ring (CSSE) an der US-amerikanischen Johns Hopkins University. Die Karte zeigt, dass bislang immer noch die große Mehr­zahl der Infektionen aus China gemeldet wird.

Wo erfahre ich, ob die Reise in ein anderes Land derzeit sicher ist?

Das Auswärtige Amt gibt zu den einzelnen Ländern entsprechende Hinweise – auch bezüglich der gesundheitlichen Situation. Wer dort ein Land auswählt, kann beispiels­weise unter Rubrik „Aktuelles“ oder „Gesundheit“ sehen, wie die lokale Situation für Reisende aussieht. In China, wo das Coronavirus erst­mals auftrat, sind derzeit verschiedene Städte sicher­heits­halber abge­riegelt. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die Provinz Hubei. Insgesamt rät es derzeit von nicht notwendigen Reisen nach China ab.

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