Dahme-Spreewald: 3Todesfälle / 137 positive Fälle der Corona-Infektion / 35 nachgewiesene Covid-19-Erkrankte genesen / Corona-Kontaktbeschränkungen an Ostern

Landrat mahnt Corona-Kontaktbeschränkungen an Ostern einzuhalten

Bereits 35 Covid-19-Erkrankte genesen / Neue Quarantäneverordnung tritt in Kraft

 

Der Krisenstab des Landkreises Dahme-Spreewald hat sich mit Blick auf das bevorstehende Osterwochenende am heutigen Gründonnerstag mit etlichen Schwerpunktthemen zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie befasst. Das Gesundheitsamt informierte dabei über die aktuelle Ausbreitung der Atemwegserkrankung Covid-19. In Dahme-Spreewald sind bereits 35 nachgewiesene Covid-19-Erkrankte genesen. Vom Labor bestätigt wurden tagesaktuell 137 positive Fälle der Corona-Infektion im Kreisgebiet: in Königs Wusterhausen (42), Lübben (16), Zeuthen (14), Mittenwalde (10), Schönefeld (10), Amt Schenkenländchen (9), Gemeinde Heidesee (7), Wildau (7), Amt Unterspreewald (5), Eichwalde (3), Gemeinde Schulzendorf (3), Amt Lieberose/Oberspreewald (3), Stadt Luckau (3), Gemeinde Bestensee (3), Gemeinde Heideblick (1) und Gemeinde Märkische Heide (1). Nach wie vor sind drei Todesfälle zu beklagen. Momentan befinden sich vier Personen in stationärer Behandlung, die übrigen in häuslicher Isolation. Es sind 300 Quarantänen verhängt worden und 206 als Verdachtsfall eingestufte Personen warten auf ein Testergebnis.

                                    

Landrat: Einschränkungen über Ostern dringend nötig

Landrat Stephan Loge appelliert im Rahmen einer Videobotschaft nochmals an die Bevölkerung Dahme-Spreewalds, sich insbesondere am Osterwochenende an die von der Landesregierung verordneten Maßnahmen zu halten: „Auch wenn es gerade zum Osterfest schwerfällt: Familientreffen oder -feiern sind auf die Mitglieder des eigenen Hausstandes zu beschränken. Die Ostereiersuche im großen Freundes- beziehungsweise Bekanntenkreis ist auf das kommende Jahr zu verschieben und auch private Ausflüge – auch auf Gewässern unseres Landkreises − sollten vermieden werden“. Die Feuerschale und das Grillen im eigenen Garten sind zwar in den meisten Kommunen grundsätzlich zulässig, sofern sich die Teilnahme auf Familienangehörige aus dem eigenen Hausstand beschränkt. Aber aufgrund der derzeitigen Trockenheit und hohen Waldbrandgefahrenstufe 4 bittet der Landrat darum, auf diese kleinen Privat-Osterfeuer zu verzichten. Zudem sprach er den vielen Helferinnen und Helfern dieser Tage seinen Dank aus. Loge: „Ich wünsche Ihnen trotz alledem frohe Ostertage. Bleiben Sie gesund oder werden es schnell wieder“.

 

Neue Quarantäneregeln für Ein- und Rückreisende ab Karfreitag

Der Corona-Krisenstab des Landkreises weist darauf hin, dass Bund und Länder sich in dieser Woche im Kampf gegen das neuartige Coronavirus auf einheitliche Quarantäneregeln für Ein- und Rückreisende verständigt haben. Das Brandenburger Kabinett hat heute die „Verordnung zu Quarantänemaßnahmen für Ein- und Rückreisende zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und COVID-19 in Brandenburg“ (kurz: SARS-CoV-2-Quarantäneverordnungbeschlossen. Diese wurde ebenfalls heute im Gesetz- und Verordnungsblatt veröffentlicht, tritt damit am morgigen Freitag, 10. April in Kraft und mit Ablauf des 19. April 2020 außer Kraft.

 

Nach dieser neuen Quarantäneverordnung sind Personen, die aus einem Staat außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in das Land Brandenburg einreisen, verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Häuslichkeit oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich dort 14 Tage lang abzusondern. Sie dürfen in dem Quarantänezeitraum keinen Besuch von anderen Personen empfangen, die nicht ihrem Hausstand angehören. Des Weiteren sind die betroffenen Personen verpflichtet, unverzüglich das für sie zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren und auf die häusliche Quarantäne hinzuweisen. Außerdem müssen sie sich dort beim Auftreten von Krankheitssymptomen ebenfalls unverzüglich melden. Ausnahmen gelten für bestimmte Berufsgruppen sowie Ein- und Auspendler.

 

Das Gesundheitsamt Dahme-Spreewald fordert daher alle auf dem Land-, See- oder Luftweg aus einem Staat außerhalb der Bundesrepublik Deutschland in den Landkreis Einreisenden auf, sich an diese vorgenannten Vorgaben zu halten. Die Personen haben sich direkt nach Ankunft in häusliche Absonderung zu begeben und unterliegen während der nächsten 14 Tage der Beobachtung durch das Gesundheitsamt. Dort haben sich die Einreisenden unverzüglich per E-Mail an gesundheitsamt@dahme-spreewald.de oder telefonisch unter 03375 26-2146 zu melden − das gilt bereits ab dem morgigen Karfreitag.

 

Vermietung von Booten im Landkreis untersagt

Die Einhaltung der Maßnahmen der SARS-CoV-2-Eindämmungsverordnung im Landkreis war auch Gegenstand die wöchent liche Sonderberatung mit den Bürgermeistern und Amtsdirektoren der Dahme-Spreewald-Kommunen. Die Verwaltungsspitze war sich mit den Hauptverwaltungsbeamten einig, dass der Verleih von Booten und Kanus zu vorwiegend touristischen Zwecken auch in Dahme-Spreewald untersagt ist. Die Auffassung wird durch das Brandenburger Gesundheitsministerium bestätigt, das dazu anhält, beliebte Ausflugsorte auch auf Wasserstraßen und Gewässern zu meiden sowie Ansammlungen von Menschen in mehreren Booten auf einer kleinen Wasserfläche (Schleusen, Knotenpunkte etc.) als verboten klassifiziert. Analoge Untersagungen gelten auch in den benachbarten Spreewald-Landkreisen, Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz. Zur Freizeitaktivität Angeln erklären das Kreisordnungsamt und der Landesanglerverband übereinstimmend, dass diese weiterhin grundsätzlich möglich ist, aber das Aufbauen und Verweilen in Wetterschutzvorrichtungen gegen die Eindämmungsverordnung verstößt. „Wir weisen bezüglich der am Osterwochenende verstärkt stattfindenden Kontrollen drauf hin, dass sich Mitarbeiter der örtlichen Ordnungsämter und anderer Behörden gegenüber Bürgern auch entsprechend auszuweisen haben“, sagt Ordnungsamtsleiterin Silvia Enders.

 

Landwirtschaftsbetriebe stellen Hygiene für Erntehelfer sicher

Der Corona-Krisenstab hat sich auch zu den Effekten der am heutigen Donnerstag erstmals aus Rumänien eingeflogenen Erntehelfer auf den Dahme-Spreewald-Kreis verständigt. Um drohende Ernteausfälle zu verhindern, hatten sich das Bundeslandwirtschaftsministerium und Bundesinnenministerium kürzlich darauf verständigt, dass in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa unter strengen Auflagen auf dem Luftweg nach Deutschland einreisen dürfen. Uwe Schieban vom Vorstand des Bauernverbandes Südbrandenburg erklärt in der heutigen Stabssitzung, dass sich die betreffenden Agrarbetriebe in der Verantwortung sehen, die geltenden Vorgaben von Bund und Land umzusetzen. Als Arbeitgeber sind die Landwirtschaftsunternehmen einerseits für die Gewährleistung eines standardisierten Gesundheitschecks der einreisenden Saisonarbeitskräfte am Flughafen durch medizinisches Fachpersonal verantwortlich. Andererseits sind auch die strikten Hygieneregeln gemäß Eindämmungsverordnung bei der Arbeit, Unterkunft sowie Verpflegung während der faktischen Quarantäne der ersten 14 Tage im Betrieb sicherzustellen. 

 

Informationen für Bürger und Unternehmer

Aktuelle Informationen für Bürger zur neuartigen Coronavirus-Thematik gibt es im Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/coronavirus . Der Landkreis Dahme-Spreewald hat weiterhin ein Bürgertelefon eingerichtet, das täglich von 8 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 03375 26-2146 zu erreichen ist − dies gilt auch an den Osterfeiertagen. Relevante Informationen zu Unterstützungsangeboten für Betriebe im Landkreis hat Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald (WFG) auf ihrer Homepage www.wfg-lds.de zusammengestellt. Für grundlegende Fragen steht den Unternehmern das Team der WFG telefonisch von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 16 Uhr unter der Rufnummer 03375 5238-0 zur Verfügung. Für Gefahrenmeldungen zur Corona-Lage ist auch die kostenfreie KATWARN-App zu nutzen, weitere Infos zum Download sind auf der Internetseite www.katwarn.de abrufbar.

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