Dahme-Spreewald: EUVET-Expertenteam zur ASP-Lage informiert

Bisher keine ASP-Fälle bei Wildschweinen im Landkreis / Pufferzone eingerichtet

 

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) laufen auch auf dem Dahme-Spreewald-Territorium die Maßnahmen zur Tierseuchenabwehr weiter auf Hochtouren. Im  derzeit festgelegten gefährdeten Gebiet und der Pufferzone des Landkreises gibt es nach wie vor keinen bestätigten ASP-Fall bei Wildschweinen − alle bisher gefundenen Kadaver sind negativ getestet worden. Derzeit sind vier Suchtrupps − unterstützt von ortskundigen Jagdberechtigten sowie Mitarbeitern der Oberförsterei Lieberose − zur Fallwildsuche und Bergung vorwiegend auf dem unwegsamen Areal im gefährdeten Gebiet nahe der Landkreisgrenzen zu Spree-Neiße und Oder-Spree eingesetzt. Zusätzliche Fallwildsuchteams von je zehn Personen zur Intensivierung des Auffindens von toten Wildschweinen werden zum Einsatz ab dem Wochenende gebildet. Die Afrikanische Schweinepest ist eine ansteckende Erkrankung der Haus- und Wildschweine. Für den Menschen ist die anzeigepflichtige Tierseuche ungefährlich.

 

Experten eines EUVET-Teams der Europäischen Kommission waren am gestrigen Dienstag zu Gast im Landkreis Dahme-Spreewald, um sich vor Ort selbst ein Bild von der ASP-Infektionslage zu machen und zu den für die Tierseuchenbekämpfung notwendigen Schutzvorkehrungen fachlich auszutauschen. Das europäische Veterinär-Expertenteam hatte Anfang des Jahres schon die Ausbrüche in Tschechien, Belgien und Polen begleitet. Brandenburgs Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch und Mitarbeiter des Verbraucherschutzministeriums stellten den EU- Veterinärexperten sowie Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft und Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) die Seuchenlage und die in den drei betroffenen Landkreisen eingeleiteten Maßnahmen dar. Dahme-Spreewalds Amtstierärztin Dr. Jana Guth, Mitarbeiter der Veterinär- und der unteren Jagdbehörde informierten im Lübbener Kreistagssaal über die konkrete Fallwildsuche und das Kadavermanagement.

 

Nach einer Inspektion der kreiseigenen Bergetechnik und Ausrüstung − in Kürze werden eigens angeschaffte Drohnen mit Wärmebildkameras zu Wildsuche mit eingesetzt − besichtigte das EUVET-Team in Lieberose das jüngst in Betrieb genommene Kühlhaus zum Lagern und Beproben von KadavernAbschließend verschaffte sich die Delegation unter Führung des hiesigen Oberförsterei- Leiters Axel Becker in einem nah gelegenen Moor einen Eindruck von der Topographie des gefährdeten Gebietes. „Wir sind den EU-Veterinärexperten für ihre fachlichen Empfehlungen und Hinweise dankbar und werden diese zur Meisterung der aktuellen Herausforderungen bei der Tierseuchenbekämpfung auch konsequent umsetzen“, sagt Dahme-Spreewalds ASP-Krisenstabsleiterin und Dezernentin Heike Zettwitz.

Der Landkreis hatte unterdessen gemäß der Schweinepest-Verordnung in einer weiteren Allgemeinverfügung (Amtsblatt Nr. 28 – 2020 vom 18. September) die sich an das gefährdete Gebiet anschließende „Pufferzone“ in Dahme-Spreewald amtlich festgelegt. Betroffen sind in dieser äußeren Restriktionszone die Gemeinden Schwielochsee (mit Zaue, Speichrow, Jessern, Lamsfeld, Mochow, Goyatz, Siegadel, Guhlen, Ressen, Groß Liebitz), Lieberose (mit Doberburg), Spreewaldheide (mit Butzen, Laasow, Sacrow, Waldow), Byhleguhre-Byhlen (mit Byhleguhre, Byhlen), Straupitz und Märkische Heide (mit Glietz). Für die festgelegte Pufferzone hat die Amtstierärztin Dr. Jana Guth unter anderem folgende Maßnahmen verfügt:

  • Verstärkte Fallwildsuche durch Jagdausübungsberechtigte
  • Anzeigepflicht von sämtlichem Fallwild beim Veterinäramt
  • Kadaverbergung nur durch geschulte Bergetrupps
  • Abgabe jedes Wildschwein-Aufbruchs an festgelegten Kadaver-Sammelstellen und unschädliche Beseitigung
  • Virologische Untersuchung aller erlegten und verendeten Wildschweine (Fallwild und Unfallwild)
  • Verbringungsverbot von lebenden Wildschweinen oder frischen Wildschweinefleischerzeugnissen
  • Verbot von Bewegungsjagden (ausgenommen Erntejagden und Einzelansitzjagden)
  • Anzeigepflicht der Anzahl, des Standorts und insbesondere erkrankter Tiere durch Schweinehalter

Zur Konkretisierung und Erteilung von Einzelfall-Ausnahmen für die Pufferzone und das gefährdete Gebiet befindet sich das Veterinäramt aktuell in Abstimmung mit dem beim brandenburgischen Verbraucherschutzministerium aktivierten Landeskrisenzentrum Tierseuchenbekämpfung.

 

Hintergrund: FLI 29 bestätigte ASP-Fälle im Kerngebiet

Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut hat am heutigen Mittwoch bei neun weiteren Wildschweinen den amtlichen Verdacht auf Afrikanische Schweinepest bestätigt. Diese neun Wildschweine wurden alle tot im Ortsteil Kummro nahe der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree gefunden. Der Erreger wurde in den entsprechenden Proben nachgewiesen. Damit steigt die Gesamtzahl auf 29 bestätigte ASP-Fälle im Land Brandenburg. Alle 29 infizierten Wildschweine wurden innerhalb des eingezäunten Kerngebiets gefunden, davon 9 nahe Schenkendöbern (Spree-Neiße) und 20 nahe Neuzelle (Oder-Spree). Das Kerngebiet hat eine Fläche von zirka 150 Quadratkilometern und einen Umfang von etwa 60 Kilometern.

 

Fallwildmeldung

Sollten Privatpersonen ein totes Wildschwein entdecken, ist dies niemals anzufassen. Der Fund ist umgehend dem Kreisveterinäramt mit genauer Beschreibung des Fundortes unter der Tel.: 03546 20-1613 oder per E-Mail an fallwildmeldung@dahme-spreewald.de zu melden. Nach Möglichkeit wird zudem erbeten, ein Foto vom Kadaver sowie die GPS-Koordinaten des Fundortes per Smartphone mitzuteilen.

 

Info-Telefone zur Afrikanischen Schweinepest

Landkreis Dahme-Spreewald: 03546 20-1588 (Mo-Fr: 8-16 Uhr)

Land Brandenburg: 0331 866-5666 (Mo-Fr: 9-13 Uhr)

 

Informationsangebot im Netz

Weiterführende Informationen zur Afrikanischen Schweinepest, wie beispielsweise ein Frage-Antwort-Katalog des Veterinäramtes, gibt es im Internetauftritt des Landkreises Dahme-Spreewald unter www.dahme-spreewald.info/de/asp .

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