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Dahme-Spreewald: Rekord an Trichinenuntersuchungen

Rekord an Trichinenuntersuchungen bei Wildschweinen

Gesetzlich vorgeschriebene Laboruntersuchung sichert Verbraucherschutz

 

Gleich vorneweg: Die mit Wildschweinen im Zusammenhang stehende und derzeit viel diskutierte Tierseuche Afrikanische Schweinepest (ASP) hat nichts mit der Erkrankung Trichinose zu tun. Bei der Trichinose (auch Trichinellose oder Trichinenkrankheit) handelt es sich um eine weltweit vorkommende, durch Rundwürmer (auch Fadenwürmer) verursachte Zoonose. Zum Reservoir gehören alle Arten von Säugetieren sowie Vögel und Reptilien. Im Gegensatz zur ASP, die für den Menschen völlig ungefährlich ist, kann die Trichinose auch für den Menschen gefährlich werden. Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr von rohem oder ungenügend durcherhitztem trichinösen Fleisch sowie daraus hergestellten Produkten wie Rohwurst, Schinken oder Hackfleisch. Eine gesetzliche Untersuchungspflicht besteht für alle Tiere, die Träger von Trichinen sein können. Neben den Wildschweinen werden im akkreditierten Labor in Lübben daher auch alle Hausschweine, jedoch auch immer mal wieder Dachse und Sumpfbiber untersucht.

 

Im Landkreis Dahme-Spreewald wurden im Amt für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Landwirtschaft 2019 insgesamt 7.159 Wildschweine auf Trichinose untersucht. Hierbei handelt es sich um eine neue Rekordzahl. Erst 2018 wurden erstmals mehr als fünftausend Wildschweine untersucht (5.107). Damit steigerten sich die Trichinenuntersuchungen bei Schwarzwild um gut 40 Prozent zum Vorjahr. „Als einen der Gründe für die stark angestiegene Probenanzahl ist die Einführung der sogenannten Erlegungs- oder Pürzelprämie in Höhe von 20 Euro für jedes im Landkreis erlegte Wildschwein zu sehen, die im Mai 2018 durch den Kreistag als Anreiz zur Reduzierung der Schwarzwildbestände beschlossen wurde. Auch die Untersuchungsgebühr in Höhe von fünf Euro je Probe wurde für die im Landkreis erlegten Wildschweine ausgesetzt“, sagt Dr. Jana Guth, Leiterin des Amtes für Veterinärwesen, Verbraucherschutz und Landwirtschaft.

Anders sehen die Untersuchungszahlen beim Hausschwein aus. Denn die gewerblichen Schweineschlachtungen und die Hausschlachtungen sind seit Jahren rückläufig. Während 2017 noch 3.336 und 2018 noch 2.825 Schweine gewerblich geschlachtet wurden, waren dies 2019 im Landkreis nur noch 1.847. Allgemein gestiegene Kosten und fehlendes Personal sind die Hauptgründe für den starken Rückgang, die letztlich zu mehreren Betriebsaufgaben oder zum Aussetzen der Schlachtungen in kleinen handwerklich strukturierten Schlacht- und Verarbeitungsbetrieben führten. Ebenfalls rückläufig, jedoch nicht ganz so drastisch verhält es sich mit den Hausschlachtungen. 2017 wurden im Landkreis 391, 2018 noch 382 und 2019 nur noch 345 Hausschweine geschlachtet. Hausschlachtungen finden althergebracht überwiegend an den Wochenenden statt. Um den Erhalt dieser Tradition zu wahren, hält die Behörde bis auf weiteres trotz des Rückgangs an Hausschlachtungen an ihrem Service der Trichinenuntersuchungen an allen Sonnabenden von November bis März fest.

 

Seltener Befund im Doppelpack

Im Labor des Amtes wurden am 30. Dezember bei gleich zwei Wildschweinen Trichinen festgestellt. Die beiden Tiere wurden zuvor im Jagdgebiet Alt Zauche und in der Nähe von Tropical Islands erlegt. „Neben der ohnehin seltenen Trichinose ist dieser Befund an nur einem Tag und darüber hinaus mit räumlicher Entfernung der beiden erlegten Tiere von gut 50 Kilometern damit eine kleine Sensation“, so Dr. Guth über diese Besonderheit.

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