DEFA-Filme sind Teil des deutschen Kulturerbes

Kulturministerin Schüle und Wirtschaftsminister Steinbach erinnern an 75. Gründungsjubiläum der DEFA

Potsdam, 13. Mai 2021. Kultur- und Wissenschaftsministerin Manja Schüle erinnert an das 75. Gründungsjubiläum der DEFA: „Bereits ein Jahr nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die DEFA gegründet: Vor dem Eindruck der NS-Verbrechen hatten viele Filmschaffende den Anspruch, Filme mit sozialistischen und humanistischen Werten zu drehen. Aber: Filmproduktion in der DDR war immer auch Politik. Die künstlerische Beschäftigung mit der Vergangenheit oder Gegenwart führte nicht selten zu Konflikten mit Kultur- und Polit-Funktionären. Um manche Stoffe wurde jahrelang gestritten, manche Filme verschwanden kurz nach ihrer Premiere in der Versenkung und wurden erst Jahrzehnte später gezeigt. Trotz teils schwieriger Bedingungen: Die DEFA war für Tausende Beschäftigte nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern auch künstlerische Heimat. In mehr als 40 Jahren entstanden beeindruckende Meisterwerke und zeitlose Klassiker. Mich haben beispielsweise die Romanadaptionen ‘Nackt unter Wölfen‘ und ‘Jakob der Lügner‘ sowie das Drama ‘Coming out‘ nachhaltig berührt. Die Produktionen der DEFA sind Teil unseres gemeinsamen Film- und Kulturerbes. Ich finde: Sie haben auch 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution noch erhebliches Entdeckungspotenzial. Dabei leistet das Filmmuseum Potsdam mit seiner Forschung und seinen Angeboten einen wichtigen Beitrag. Auch wenn die DEFA nicht mehr existiert: In den Babelsberger Filmstudios wird nach wie vor Großes Kino gemacht. Und in Deutschlands einziger Filmuniversität wird der filmische Nachwuchs von morgen ausgebildet. Filme und Zukunft, ‘Made in Brandenburg‘ natürlich.“

 

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach, in dessen Ressort die Medienwirtschaft angesiedelt ist, fügt hinzu: „Die Deutsche Film AG, kurz DEFA, hat in ihrem über 40-jährigen Bestehen mehr als 700 Spielfilme, 2.250 Dokumentar- und Kurzfilme, 2.000 Wochenschauen, 950 Trickfilme und zahlreiche Synchronisationen hervorgebracht. Neben vielen eher ideologisch geprägten Filmen sind bei der DEFA auch sehr viele gesellschaftlich und künstlerisch relevante Filme entstanden, die auch heute noch ihre Wirkung entfalten. Dass solche Filme auch in einem schwierigen Umfeld entstehen konnten, ist dem Engagement, der Findigkeit und der Beharrlichkeit vieler Menschen in unserer Region zu danken.“ Steinbach verwies darauf, dass sich die 1998 vom Bund unter Mitwirkung der ostdeutschen Bundesländer gegründete DEFA-Stiftung dem Erbe der DEFA verpflichtet fühle und damit auch die Leistungen der DEFA-Mitarbeiter*innen bis heute gewürdigt würden. Die Stiftung digitalisiert kontinuierlich den DEFA-Filmbestand, damit die Filme weiterhin in Fernsehen und Kino gezeigt werden können. Steinbach: „Die Medienstadt Babelsberg blickt seit ihrer Gründung im Jahr 1912 auf eine lange Tradition zurück, die 40 Jahre lang durch die DEFA entscheidend mitgeprägt wurde. Auch aufbauend auf den Leistungen der damaligen DEFA-Mitarbeiterinnen und
-Mitarbeiter hat sich Babelsberg zu dem entwickelt, was es heute ist: einer der führenden internationalen Film- und Fernsehstandorte.“

Die DEFA (Deutsche Film Aktiengesellschaft) wurde am 17. Mai 1946 in Berlin unter Lizenz der sowjetischen Besatzungsmacht mit Sitz in Potsdam-Babelsberg gegründet. Bis 1992 entstanden rund 700 Spielfilme, 750 Animationsfilme sowie etwa 2.250 Kurz- und Dokumentarfilme. Zu den bekanntesten DEFA-Produktionen gehören unter anderem ‘Die Mörder sind unter uns‘ von Wolfgang Staudte, ‘Spur der Steine‘ von Frank Beyer und ‘Solo Sunny‘ von Konrad Wolf. Als einziger DEFA-Film wurde ‘Jakob der Lügner‘ von Regisseur Frank Beyer und nach einem Roman von Jurek Becker 1976 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

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