Der Barnim „krempelt die Ärmel hoch“

Landkreis übernimmt Impfzentrum in Eberswalde – Mehr Flexibilität bei der Terminbuchung

Seit Donnerstag, 1. Juli befindet sich das Impfzentrum in Eberswalde in Trägerschaft des Landkreises Barnim. Gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten in den Hausarztpraxen möchte der Landkreis in den kommenden Monaten zum Erreichen der Herdenimmunität beitragen. Dabei soll die Vergabe von Zweitimpfungsterminen künftig deutlich flexibler gestaltet werden.

„Die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den letzten Wochen stimmt mich sehr positiv“, freute sich Landrat Daniel Kurth anlässlich der Übernahme des Eberswalder Impfzentrums. „Aktuell scheint die Impfbereitschaft im Land abzunehmen. Allerdings: Noch ist die Pandemie jedoch nicht vorbei. Bis zum Erreichen der Herdenimmunität müssen wir im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal die Ärmel hochkrempeln.“

Sorgen bereitet unter anderem die sich in Deutschland ausbreitende Delta-Variante. Große Teile der Bevölkerung sind zudem noch nicht geimpft, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen. Das Impfen bleibt weiterhin wichtige, ist Landrat Kurth sicher. „Neben den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten leisten die Impfzentren hierzu einen wichtigen Beitrag, so der Landrat. Der Landkreis freut sich, allen impfberechtigten Bürgerinnen und Bürgern im Landkreis und in den umliegenden Regionen künftig ein Impfangebot zu unterbreiten.“

Das Impfzentrum stehe dabei keineswegs in Konkurrenz zu den Impfungen in den Arztpraxen. „Beide Impfstränge haben jeweils ihre individuelle Berechtigung und dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden“, betont Kurth und bedankt sich bei der Gelegenheit bei den vielen Ärztinnen und Ärzten sowie den medizinischen Fachkräften, die seit Beginn der Pandemie tatkräftig zur Eindämmung des Virus beigetragen haben.

Zugleich richtete der Landrat seinen ausdrücklichen Dank an die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe sowie an die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die ihren Einsatz im Impfzentrum auch in den kommenden Monaten fortführen werden.

Sämtliche bereits im Vorhinein vereinbarten Termine bleiben mit der Übernahme des Landkreises bestehen. Künftig liegt die Steuerung der Terminvergabe beim Landkreis. Besonderes Augenmerkt liegt dabei auf der Terminvergabe. Termine für die Zweitimpfung können künftig flexibler gebucht werden, um bspw. mögliche Konflikte mit einer bereits gebuchten Urlaubsreise zu vermeiden. Gleich zu Beginn hat der Landkreis eine Spontan-Impfaktion für Freiwillige ganz ohne vorherige Terminbuchung organisiert. Am Donnerstag und Freitag dieser Woche stehen hierfür hunderte Termine zur Verfügung.

Termine können weiterhin über die Internetseite www.impfterminservice.de oder über das Bürgertelefon der Kreisverwaltung Barnim unter der Telefonnummer 03334/214 1800 gebucht werden. Auch unter der etablierten Impfhotline 116117 laufen Anrufer künftig nichts ins Leere, sondern werden auf das Bürgertelefon der Kreisverwaltung umgeleitet.

Das Impfzentrum ist ab der kommenden Woche bis auf Weiteres von Montag bis Samstag zwischen 8 und 20 Uhr geöffnet. Jeweils eine halbe Stunde vor Schließung werden unter der Woche Restdosen ohne vorherige Anmeldung verimpft. Nach wie vor wird auch mobil geimpft. Regulär steht ein Mobiles Impfteam zur Verfügung, je nach Bedarf kann bis auf drei Teams aufgestockt werden. Für größere Aktionen außerhalb des Impfzentrums steht zudem ein Impfbus der Johanniter bereit.

„Die Übernahme des Impfzentrums war ein echter Kraftakt“, erklärte Landrat Daniel Kurth. Auf dem 3. Brandenburger Impfgipfel hatten sich Landesregierung und die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg darauf verständigt, den Betrieb in einem Großteil der Impfzentren des Landes zum 31. Juli entweder einzustellen oder in die Trägerschaft der Landkreise und kreisfreien Städte zu übergeben. Der Landkreis Barnim ist daraufhin unmittelbar in die Vertragsverhandlungen gegangen. Parallel dazu wurde die Übernahme der technischen und personellen Infrastruktur im Eberswalder Impfzentrum geprüft und vorbereitet. Noch am Vorabend des 1. Juli wurden die letzten Vorbereitungen für eine möglichst reibungslose Übernahme getroffen.

„Wir sind überzeugt, dass sich dieser Kraftakt bezahlt macht“, sagte Landrat Kurth. „Unser Ziel ist, gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten in den Praxen auf schnellstem Wege zur Herdenimmunität zu kommen. Wir laden alle Bürgerinnen und Bürger, die bisher noch keinen Impftermin erhalten oder wahrgenommen haben, herzlich dazu ein, unser Angebot anzunehmen. Nur so werden wir die Freiheiten, die wir aktuell wieder mehr und mehr genießen können, auch langfristig erhalten können.“

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