Der direkte Draht schafft Vertrauen – Minister Axel Vogel zum Tag der Direktvermarktung und der Ernährungswirtschaft

Potsdam – Weil regionale Produkte mit Frische, Qualität und einem überprüfbaren Herkunftsversprechen punkten, werden sie immer stärker nachgefragt. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat das Essverhalten vieler Menschen und ihre Sicht auf die Landwirtschaft verändert. Die Anfälligkeit langer Lieferketten wurde plötzlich Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich vor Augen geführt.

 

Landwirtschaftsminister Axel Vogel: „Der direkte Draht zu den Erzeugerinnen und Erzeugern, die Möglichkeit Fragen zu Herstellung, Verarbeitung und Anbau der Produkte an die Produzenten richten zu können, schafft ein Vertrauen, das bei der Vermarktung über Zwischenhändler viel schwerer herzustellen ist“, sagte der Minister zur Eröffnung des Tags der Direktvermarktung und der Ernährungswirtschaft. „Gleichzeitig profitieren die Landwirte und Direktvermarkter durch den Wegfall der Zwischenhändler und somit von regionaler Wertschöpfung.“

An der vom Verband pro agro e.V. mit dem Forum Ländlicher Raum am Seddiner See organisierten Tagung nahmen Unternehmen der Direktvermarktung und des Ernährungshandwerks in Brandenburg sowie Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wirtschaftsförderung, der ländlichen Entwicklung, Wissenschaft und Politik teil. Da die Veranstaltung mit strikten Abstands- und Hygieneregeln coronabedingt höchstens 40 Teilnehmende zuließ, konnten andere Angemeldete online teilnehmen.

Laut Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist es für 83 Prozent der Befragten wichtig bis sehr wichtig, dass ein Lebensmittel aus der Region kommt. Neun Prozent kauften laut Report 2018 ihre Lebensmittel auf dem Wochenmarkt, sieben Prozent im Hofladen. Mit der Metropole Berlin vor der Haustür sowie den vielen Ausflugszielen im ländlichen Raum steigen die Chancen für Brandenburgs Direktvermarkter, die nun zusätzlich auch auf Online-Angebote für weitere Vermarktungs- und Vertriebswege setzen. Die Hofladen-Broschüre von pro agro listet über 500 Angebote der Direktvermarktung von landwirtschaftlichen, verarbeitenden und Handwerksbetrieben für die Mark auf.

Bereits bei seiner Direktvermarktungstour im September sah Agrarminister Axel Vogel die Chancen für Direktvermarkter, betonte aber zugleich, dass es auch auf die Verbraucher ankäme: „Erste Voraussetzung für mehr Agrarprodukte aus Brandenburg in den Regalen sind vermarktungsfähige Produkte, die der Handel sowie Verbraucherinnen und Verbraucher nachfragen“, so Vogel. „Hier brauchen wir uns in Brandenburg nicht zu verstecken. Dennoch ist die Vermarktung, wie die vergangenen drei Jahrzehnte zeigen, kein Selbstläufer. Wir brauchen ein Bündnis mit den kritischen und mündigen Konsumentinnen und Konsumenten, die wissen wollen, wo und wie die Lebensmittel, die bei ihnen auf den Tisch kommen, hergestellt werden. Nur so kann es gelingen, auf dem hart umkämpften deutschen Markt Brandenburger Lebensmittel dauerhaft zu platzieren.“

Der Ökolandbau, dessen Anteil in Brandenburg bis 2024 auf 20 Prozent ausgeweitet werden soll, kann weitere Märkte erschließen und regionale Wertschöpfungsketten stärken. Aktuell läuft der Erarbeitungsprozess für den Öko-Aktionsplan Brandenburg, an dem der landwirtschaftliche Berufstand, der Bereich des Wissenstransfers und der Gemeinschaftsverpflegung, die Ernährungswirtschaft, Kommunen und Verwaltung, Junglandwirtinnen und -wirte sowie Verbraucherinnen und Verbraucher von Beginn an beteiligt sind. https://mluk.brandenburg.de/mluk/de/landwirtschaft/oekologischer-landbau/oekoaktionsplan/

Zurzeit wird geprüft, ob ein Regionallabel eine Angebots- oder Wettbewerbsverbesserung für heimische Produzenten und Produzentinnen aus Brandenburg sein kann. Das nicht verpflichtende Label könnte beispielsweise bei Ausschreibungen für Gemeinschaftsverpflegungen besonders berücksichtigt werden.

„Die Berliner Ernährungsstrategie hat für Kitas, Schulen, Universitäten, öffentliche Kantinen, die ihre Versorgung ausschreiben, festgelegt, dass große Anteile in Zukunft ökologisch und regional sein sollen. Ein Regionalsiegel könnte diesen Nachweis erbringen und somit für Direktvermarkter und die Brandenburger Ernährungswirtschaft weitere Absatzmöglichkeiten bieten“, sagt Agrarminister Axel Vogel. Die Ernährungsstrategie für das Land Brandenburg wird zur Zeit erarbeitet.

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