Deutsche Bahn: GDL fordert 46 Prozent

DB weist GDL-Paket als realitätsfern zurück: Forderungen umfassen horrende Kostensteigerung • Personalvorstand Seiler: „Endlich Vernunft annehmen und Schluss mit dem Spiel auf Zeit“ • Tarifverhandlungen sind unabhängig von der Umsetzung des Tarifeinheitsgesetzes

Die Deutsche Bahn weist die Forderungen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer für die Tarifrunde 2021 als maßlos und unsolidarisch zurück. Anstatt sich mit einem Beitrag an der Behebung der Corona-Schäden zu beteiligen, legt die GDL ein milliardenschweres Paket mit insgesamt 58 Forderungen vor, so der Konzern. Allein in dem Bereich, für den die GDL bislang Tarifverträge geschlossen hat, hätte dies Kostensteigerungen in Höhe von 46 Prozent zur Folge. Das ist eine Dimension, die angesichts der kritischen Lage verantwortungslos ist. Die GDL hatte die Forderungsliste mit Tarifverträgen am späten Freitagabend übermittelt.

DB-Personalvorstand Martin Seiler: „Die GDL muss jetzt aufhören, die Corona-Schäden zu leugnen, und Vernunft annehmen. Ihre horrenden Forderungen sind angesichts der größten wirtschaftlichen Krise des Unternehmens völlig realitätsfern. Sie gefährden die Mobilitätswende.“

Neben Lohnforderungen stellt die Gewerkschaft zahllose zusätzliche Forderungen, die den Betrieb massiv behindern und die Einsatzplanung des Personals erschweren würden. Die Lokführergewerkschaft fordert zudem eine Ausweitung in den Infrastrukturbereich. Weitere Forderungen beziehen sich auf politische Themen wie die Trennung von Netz und Betrieb, die nicht in eine Tarifrunde gehören.

Die Umsetzung des Tarifeinheitsgesetzes ist eine gesetzliche Pflicht und unabhängig von anstehenden Tarifverhandlungen. Indem die GDL beide Themen verknüpft, spielt sie ein weiteres Mal auf Zeit. Martin Seiler: „Wir sind nach wie vor bereit, gemeinsam mit beiden Gewerkschaften eine Lösung für eine geordnete Koexistenz zu finden. Dessen ungeachtet ist es dringend an der Zeit, dass die GDL zu Tarifverhandlungen an den Tisch kommt und Schluss macht mit ihrer Verzögerungstaktik.“

Die DB ruft die GDL erneut auf, am 12. März 2021 endlich die Tarifverhandlungen aufzunehmen und verantwortlich zu verhandeln. Die Tarifverträge mit der GDL sind zum 28. Februar 2021 ausgelaufen und wirken aktuell nach. Ziel der DB ist es, im Sinne von Reisenden und Beschäftigten in den nächsten Wochen am Verhandlungstisch ein solidarisches Corona-Tarifpaket mit der GDL zu vereinbaren. Mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat sich die DB bereits im Herbst 2020 auf moderate Lohnzuwächse, einen ausgedehnten Kündigungsschutz und weitere Verbesserungen verständigt.

Weitere Informationen zur Tarifrunde und zum Tarifeinheitsgesetz finden Sie hier: deutschebahn.com/tarif

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