Die Rückkehr eines Fossils – Umweltminister Axel Vogel beim Störbesatz an der Oder

Potsdam –  Gemeinsam mit Umweltminister Axel Vogel hat das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) heute 500 Jungtiere des Baltischen Störs in die Oder entlassen. Mit dem Besatz sollen die Elterntier-Bestände im Odereinzugsgebiet stabilisiert werden, um eine sich langfristig selbst erhaltende Population in der Oder aufzubauen.

 

Umweltminister Axel Vogel: „Der Stör ist ein lebendes Fossil, das bereits vor über 200 Millionen Jahren existierte. Auch in unserer Region war er noch vor etwa 100 Jahren heimisch. Die Verschmutzung und Verbauung von Gewässern als Folge ihrer industriellen Nutzung und die Überfischung wegen des begehrten Kaviars ließen diese Wanderfische hierzulande aussterben. Seit Jahren gibt es aber erfolgreiche Bemühungen von Wissenschaftlern, Praktikern, Vereinen und Behörden, den Stör an Elbe und Oder wiederanzusiedeln und die Durchgängigkeit unserer Gewässer wiederherzustellen, damit die Fische ihre Laichplätze erreichen können. Der Stör steht somit exemplarisch für praktizierten und modernen Gewässerschutz und kann als Indikator für wiederhergestellte Durchwanderbarkeit der Flüsse dienen.“

 

Diese Schaffung der Durchgängigkeit ist auch ein Ziel der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL).

„Davon profitieren weitere Fischarten mit ähnlichen Lebensraumansprüchen, wie beispielsweise Lachs, Meerforelle, Schnäpel, Maifisch und Zährte“, so Axel Vogel. „Ich möchte mich auch deshalb bei allen Organisatoren und den Beteiligten bedanken, die sich seit Jahren für die Wiederansiedelung einsetzen.“

 

Die Vermehrung und Aufzucht der Satzfische erfolgte in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einem Projekt zur Erzeugung standortangepasster Besatzfische, das beide Länder mit Mitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) unterstützen. Bis Ende 2022 stellt Brandenburg dafür knapp 600.000 Euro zur Verfügung. Das seit 2006 laufende Wiederansiedlungsprogramm wird darüber hinaus fachlich durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und von Experten der Helsinki-Kommission (HELCOM) begleitet. Außerdem erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit Fischern und Anglern im Odergebiet.

Der Stör ist ein Wanderfisch und der größte Süßwasserfisch der Welt, der bis zu 100 Jahre alt werden kann. Er verbringt die längste Zeit seines Lebens im Meer und wandert zum Laichen in die Fließgewässer. Aufgrund seines Kaviars zählt er zu den teuersten Fischen der Welt.

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