Ein Jahr neue Pflegeausbildung: Gemeinsamer digitaler Fachtag von Brandenburg und Berlin

Seit einem Jahr gibt es die neue, generalistische Pflegeausbildung, in der im Zuge der Reform des Pflegeberufegesetzes die drei bis dato getrennten Berufe der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege zusammengeführt wurden. Aus diesem Anlass wird heute (18. Juni) auf einem digitalen Fachtag eine erste Bilanz gezogen und ein Ausblick auf die Zukunft der Pflegeausbildung in der Region gegeben. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher: „Die Fachkräftesicherung in der Pflege ist eine ungeheure Herausforderung. Mit der neuen Ausbildung haben wir dafür eine sehr wichtige Säule geschaffen.“

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer sowie Praxisanleiterinnen und –anleiter aus Brandenburg und Berlin. Organisiert wird sie gemeinsam von dem landesfinanzierten Brandenburger Projekt NEKSA – „Neu kreieren statt addieren – die neue Pflegeausbildung im Land Brandenburg curricular gestalten“ der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), dem Berliner Projekt CurAP – „Curriculare Arbeit der Pflegeschulen in Berlin“, sowie KOPA – „Kooperation in der Pflegeausbildung“, das als gemeinsames Projekt von Brandenburg und Berlin vom Bund finanziert wird.

Das neue Berufsbild der Pflegefachfrau bzw. des Pflegefachmanns wird gut angenommen. Trotz der pandemiebedingt ungünstigen Lernbedingungen haben 2020 in Brandenburg insgesamt 1.500 Menschen mit der Ausbildung begonnen. Allerdings ist der Bedarf weitaus höher und wird wegen des demografischen Wandels weiter steigen. Laut amtlicher Pflegestatistik lebten 2019 knapp 154.000 pflegebedürftige Menschen in Brandenburg. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag mit 6,1 Prozent deutlich über dem Bundesschnitt von 5,3 Prozent. Weil gleichzeitig der Anteil erwerbsfähiger Brandenburgerinnen und Brandenburger sinkt, werden bis 2030 geschätzt rund 10.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt.

Sozialministerin Nonnemacher: „Mit der neuen Ausbildung ist der Pflegeberuf attraktiver geworden. Ich hoffe, dass es gelingt, noch mehr junge Menschen dafür zu begeistern. Die Pflege bietet sichere und interessante Berufsperspektiven. Das gilt natürlich auch für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger, die zum Beispiel nach einer Familienzeit in einem neuen Beruf durchstarten möchten.“

Mehr Informationen im Internet: https://msgiv.brandenburg.de/msgiv/de/themen/soziales/umsetzung-pflegeberufereformgesetz/

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