Ein Potsdamer Glockenspiel klingt wieder

Carillon auf dem Alten Friedhof Potsdam saniert                             

Das bei vielen Potsdamerinnen und Potsdamer recht unbekannte Carillon auf dem Alten Friedhof Potsdam wurde saniert. Heute konnte das Glockenspiel wieder seiner Nutzung übergeben werden. Zu diesem Anlass spielte Carilloneur Reinhard Kwaschik ein kleines Konzert auf dem Instrument.

Bei der Sanierung wurden durch die Mitarbeiter der traditionsreichen Orgelbauwerkstatt Alexander Schuke der Spieltisch überholt, alle Verschleißteile ersetzt, die Traktur neu einreguliert und Feuchtigkeitsschäden behoben, sodass zukünftig wieder kleinere Konzerte, wie die Adventsmusik auf dem Alten Friedhof stattfinden können. Für die Sanierung des Carillon auf dem Alten Friedhof konnte Pfarrer i. R. und Carilloneur Reinhard Kwaschik im Freundes- und Bekanntenkreis Spenden einwerben und der Landeshauptstadt Potsdam zur Verfügung stellen.

Mit der Umgestaltung des Alten Friedhofs Potsdam in den neunzehnhundert achtziger Jahren ist direkt in der Mittelachse der Fläche ein Glockenturm mit Carillon entstanden. Der 8,5 Meter hohe Glockenturm mit 24 Glocken, die mit Fuß- und Handpedalen manuell betrieben werden, wurde im Juni 1985 eingeweiht.

Den Entwurf für die „Klingende Stele“ gestaltete Werner Nerlich, dessen Frau Dorothea Nerlich das Taubenrelief mit Klinkern aus dem Klinkerwerk Großräschen künstlerisch fertigte. Das 24-tönige Carillon wurde durch die berühmte Glockengießerei Schilling in Apolda gegossen.  Bei der Herstellung der Glocken, die ein Gesamtgewicht von 0,4 Tonnen besitzen, wurde erstmals ein neues Material aus Mangan-Bronze und der Guss im Zementsandverfahren in Anwendung gebracht. Die Glocken selbst wurden im Dieselmotorenwerk in Waren an der Müritz gegossen.

Bei der Einweihung im Juni 1985 spielte der Potsdamer Carillonneuer Olaf Sandkuhl, der später beruflich leider nach Rostock wechselte. Durch fehlende Nachfolger ist das Glockenspiel zunehmest in Vergessenheit geraten, wurde nur noch wenig gespielt und der Zustand verschlechterte sich.

Seit einigen Jahren engagiert sich Pfarrer i. R. und Carilloneur Reinhard Kwaschik in besonderem Maße für die Carillon-Tradition in Potsdam. Für die Sanierung des Carillon auf dem Alten Friedhof konnte er im Freundes- und Bekanntenkreis Spenden einwerben und der Landeshauptstadt Potsdam übergeben.

Die Sanierung der „Klingenden Stele“ soll weitergehen. Als nächstes ist die Erneuerung der Außenjalousien sowie die Säuberung und teilweise Vergoldung des Taubenreliefs am Glockenturm nötig. Wer sich mit einer Spende beteiligen möchte, kann sich an den Bereich Friedhöfe der Landeshauptstadt Potsdam wenden (Friedhoefe@Rathaus.Potsdam.de , Tel. 289-4700).

Weitere Informationen: glockenspieler.de/carillons-in-deutschland/potsdam

Zukünftig sollen es wieder regelmäßige Konzerte verschiedener Carillonneuse auf dem Alten Friedhof Potsdam geben.

Spielplan „Klingende Stele“ – Alter Friedhof Potsdam, 2021

Spielzeit: jeweils 20 Minuten

01.09., Mittwoch, 11 Uhr – Präludium am Weltfriedenstag

09.10., Samstag, 15 Uhr – Präludium zum Herbst

14.11., Sonntag, 15 Uhr –  Lieder des Gedenkens zum Volkstrauertag

20.11., Samstag, 15 Uhr –  Lieder der Hoffnung zum Totensonntag

27.11., Samstag, 15 Uhr – Präludium zum 1. Advent

04.12., Samstag, 15 Uhr –  Präludium zum 2. Advent

11.12., Samstag, 15 Uhr – Präludium zum 3. Advent

18.12., Samstag, 15 Uhr – Präludium zum 4. Advent

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