„Eltern auf Zeit“ – Bereitschaftspflege im Landkreis Uckermark sucht weitere Familien

Die Familie S. ist seit 3 Jahren als Bereitschaftspflegefamilie für das Jugendamt tätig. Manchmal bleiben die Kinder nur wenige Tage bei ihnen, manchmal auch einige Wochen. Die Aufnahme erfolgt meist ganz kurzfristig. „In den vergangenen 3 Jahren sind nun schon 15 Kinder von den Eheleuten betreut worden. Ein Säugling war nur für eine Nacht bei ihnen, ein 5jähriger Junge blieb fast 4 Monate.“, berichtet Stefan Krüger, Amtsleiter des Jugendamtes des Landkreises Uckermark. Familie S. beschreibt die Tätigkeit als sehr herausfordernd und befriedigend. Die Pflegekinder seien eine Bereicherung für ihre Familie. Sie haben sich damals im Jugendamt beworben, weil sie auf der Suche nach einer neuen Aufgabe waren. Sie ist derzeit die einzige Bereitschaftspflegestelle im Landkreis Uckermark.

„Wir suchen engagierte Bereitschaftspflegefamilien, die sich vorstellen können wie Familie S. tätig zu sein.“, erklärt Aranka Schmidt vom Pflegekinderdienst des Jugendamtes. „Die Bereitschaftspflege ist eine besondere Form der Pflege für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren. Muss ein minderjähriges Kind durch das Jugendamt aus seiner leiblichen Familie herausgenommen werden, so muss es Familien geben, die Tag und Nacht bereitstehen, ein solches Kind in Obhut zu nehmen. Manchmal haben leibliche Familien schwere Lebenskrisen zu bestehen und können nicht gut für ihre Kinder sorgen.“ ergänzt Katja Titz. „Wenn ein Pflegekind zu uns kam, dann lagen zwischen dem Anruf und der Übergabe des Kindes nur zwei bis drei Stunden. Das ist gerade mal genug Zeit, um einen Kindersitz ins Auto zu bauen, eine Wickeltasche zu packen und loszufahren. Wenn die Kinder uns verlassen, geht es viel behutsamer von Statten.“, berichtet eine langjährige ehemalige Pflegemutter.

Die Idee der Bereitschaftspflege ist, dass es diesen Kindern möglich gemacht werden soll, in ein familiäres Umfeld aufgenommen zu werden. „Alle Fachkräfte sind sich einig, dass im Vergleich zu einer Wohngruppe die Aufnahme in einer Bereitschaftspflegefamilie der bessere Weg für die betroffenen Kinder ist.“, sagt Stefan Krüger. „In einer Bereitschaftspflege soll das Kind in dieser besonderen Krise einen ruhigen und entspannten Lebensort erhalten, an dem es zur Ruhe kommen kann und seine Perspektive geklärt werden kann.

Bereitschaftspflegefamilien, ihre eigenen Kinder und Familienangehörige müssen hoch belastbar sein. Die Kinder, die in Obhut genommen werden müssen, sind in einem emotionalen Ausnahmezustand, psychisch und physisch stark belastet. Durch die Unplanbarkeit der Aufnahme eines Kindes ist eine hohe zeitliche und psychische Flexibilität unumgänglich und was häufig unterschätzt wird, die Familie muss bereit und in der Lage sein, nachdem sie sich über Wochen an ein neues Kind in ihrer Familie gewöhnt hat, das Kind auch wieder abzugeben. Deshalb gibt es durch das Jugendamt eine umfassende Vorbereitungszeit, wenn die Eignung vorliegt.

„Es muss klar sein, dass das eigene Haus „gläsern“ wird. Regelmäßige Besuche des Jugendamtes, in vielen Fällen der leiblichen Eltern oder auch der künftigen Dauerpflegeeltern gehören zum Alltag.“ beschreibt Richarda Sittig, ebenfalls Mitarbeiterin im Pflegekinderdienst des Jugendamtes.

Das Jugendamt des Landkreises Uckermark sucht dringend weitere Bereitschaftspflegefamilien. Sollten Sie Interesse für diese verantwortungsvolle Aufgabe haben, melden sie sich bitte im Jugendamt unter der Telefonnummer 03984 701151 oder per Email sekretariat-jugendamt@uckermark.de

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